Nicht rumlaufen, Rum saufen – Das ist eine Regel von Jessie, meinem Reiseführer in der Dominikanischen Republik. Jessie hat noch neun weitere Regeln, die er mir beim Einschenken von Rum und Sprite morgens um elf Uhr in seinem Pick-Up vorliest. Nach dem ersten Schluck des “Santo Libre” wird mir klar: Geht das so weiter, erlebe ich den restlichen Tag leicht benebelt, aber glücklich…

Jessie ist das, was man Multi-Kulti nennt. Sein Vater stammt aus Wuppertal, seine Mutter aus der Dominikanischen Republik und er ist in Florida aufgewachsen. Jessie selbst hat sieben Jahre in Deutschland gewohnt und lebt seit 26 Jahren in der Karibik. Heute arbeitet er als Reiseführer und hat den Schalk im Nacken. Kostprobe gefällig? „Regel Nummer 10: Der Reiseführer nimmt gerne viel Trinkgeld entgegen, allerdings nur Scheine.“



Unser Weg führt uns an die Playa El Macao, ein absoluter Geheimtipp unter den Stränden der Dominikanischen Republik. Dieser Abschnitt in der Nähe von Punta Cana ist noch unbebaut. Hier stehen keine weißen Plastikliegen von angrenzenden Hotels am Wasser. Hier treffen sich Einheimische und Urlauber, die einen Strand suchen, der noch ohne kommerziellen Schnick-Schnack auskommt. Fast. Hier gibt es einen Händler, der Bilder, Muscheln oder Plastikpapageien verkauft. Jessie hat unterdessen den Schampus aus dem Auto geholt. „Zur Begrüßung. Und Prost!“

 

Blonder Surfer zieht alle Frauen in seinen Bann

Inzwischen hat ein blonder Surfer alle weiblichen Blicke auf sich gezogen. Braungebrannt und gut trainiert vollzieht er seine Dehnungsübungen für alle sichtbar am Strand, bevor er mit seinen gelockten Haaren und dem geschulterten Surfboard ins blaue Wasser läuft. Ich habe keine Vorstellung, welche Bilder in den Köpfen der Mädels bei dem Anblick abliefen. Für einen Moment ähnelten ihre Blicke denen eines Hundes, der vor einem Knochen sitzt. Abfahrt…

Die Tour geht weiter auf eine kleine Kokosnussfarm, wobei der Begriff Farm weitaus mehr verspricht, als am Ende sichtbar wird. Hier liegen massenweise Kokosnüsse auf dem Boden einer kleinen, carportähnlichen Fabrikationsstätte. In einer Ecke steht ein großer Kochtopf, in dem eine milchige Brühe vor sich hinköchelt. Ein Arbeiter reibt das Fruchtfleisch auf einer Reibe und fängt die weiße Flüssigkeit zu Demonstrationszwecken mit der Hand auf.

 

Zwei Löffel Kokosnussöl bei Verstopfung

„Wir nutzen fast alles, was die Kokospflanze hergibt“, sagt Jessie. Öl, Milch, Fleisch – Selbst die Rinde der Pflanze wird als Holzleiste beim Hausbau verarbeitet. „Das Öl ist gut für den Körper. Meine Oma hat täglich einen Löffel reines Öl getrunken. Sie wurde fast 90 Jahre alt. Aber Vorsicht! Bei Verdauungsproblemen nimmt man zwei Löffel davon“, so Jessie. Von den Erlösen der Verkäufe werden gleich mehrere Familien aus dem Dorf ernährt. Und so kaufe ich auch mir ein kleines Fläschchen Kokosnussöl und sehe mich das Öl löffelweise schlürfen. Ob ich damit älter werde oder ständig auf dem Klo sitze wird sich zeigen? Bevor der Pick Up losrollt, gibt’s Nachschub des “Santo Libre”. Jessie kümmert sich darum, dass seine Regel eingehalten wird.

TUI goes Smartphone

Auf Voucher oder lästiges Ausdrucken von PDF-Dateien kann ab sofort bei TUI verzichtet werden. Unter www.meine-tui.de gibt’s den persönlichen Reiseplan mit allen wichtigen Informationen zum gebuchten Urlaub direkt auf iPhone oder Android. Ich hab’s getestet und für gut befunden…

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung!