Chicago – Megacity am Michigansee
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Diese imposante Skyline mit Hochhäusern mal top modern oder schon etwas älter gehört zur Stadt Chicago, die heute 2.8 Mio. Einwohner besitzt und die drittgrößte Stadt der USA, im Bundesstaat Illinois ist. Gründer des einstigen Handelsplatzes war Jean-Baptiste Pointe Du Sable (1745-1818). Er kam aus Quebec und errichtete 1833 einen Handelsposten, der sich im Laufe der Zeit positiv entwickelte.

1833 als Handelsposten von Pointe Du Sable gegründet

Büste von Jean-Baptise Pointe Du Sable
Büste von Jean-Baptise Pointe Du Sable. (Fotos: Eva-Maria Mayring / Titelbild: Adobe Stock)

Während Du Sable wieder zurück nach Quebec ging, folgte John Kinzie, ebenfalls aus Quebec und blieb als ständiger Siedler, auf dem Terrain der Potawatomi Indianer namens „Checagou“ aus dem später Chicago wurde. Mehr und mehr Häuser und Gebäude entstanden am Ufer des Michigansees. Doch die rege Bautätigkeit hatte einen großen Fehler, das verwendete Baumaterial war aus Holz. So konnte es passieren, dass 1871 ein verheerender Brand schreckliches anrichtete. 18.000 Häuser wurden zerstört, es gab 300 Tote und 100.000 Menschen hatten kein Dach mehr über dem Kopf.

Jetzt war die Zeit für den urbanen Wiederaufbau. Teure Grundstückspreise zwangen die Architekten nach oben zu bauen. Louis Sullivan, den man den Vater der Wolkenkratzer nennt und Frank Llyod Wright, der mit seinen puristischen Grundsätzen den Stil prägte, waren zur Stelle und legten den Grundstein für die moderne Architektur. Nur keine Feuersbrunst sollte Chicago mehr heimsuchen. Feuerfeste Baustoffe, Stahlskelette als Gebäudeträger wurden entwickelt und außerdem kamen auch Klimaanlagen hinzu.

Städtereise Chicago - Chicago Willis Tower
Der 442 m hohe Willis Tower galt nach seiner Fertigstellung als höchstes Gebäude der Welt. (Foto: Adobe Stock)

In 45 Sekunden von 0 auf 412 Meter

Mit Sicherheit der Stolz der Stadt ist heute der Willis Tower, erbaut 1974 vom Architekten Bruce Sorimer. Der 442 m hohe Turm galt nach seiner Fertigstellung als höchstes Gebäude der Welt. Doch Taipei 101 mit 508 m und Burj Khalifa mit 830 m liefen ihm den Rang ab. In der 103. Etage erwartet uns Randal A. Stancik, der General Manager des schwarzen Giganten aus Aluminium. In 45 Sekunden sind wir mit dem Lift vom Erdgeschoss auf dem Skydeck 412 m. Das ist Rekord, denn wir fuhren mit einem der schnellsten Aufzügen der Welt. Seit 12 Jahren wacht Stancik über den Turm aus Stahl und Beton, von dem man bei guter Wetterlage 80 km weit sehen kann. „Zu uns kommen Besucher aus über 150 Länder,“ erklärt er. „Manche heiraten sogar in den Glasbalkonen. Hier oben ist immer was los.“ Für die 16.400 Fenster dauert die Reinigung drei bis vier Wochen und 30 Ingenieure sorgen für den reibungslosen Ablauf.

Erste Hubbrücke der Welt entstand 1894 in Chicago

Wer mehr von den Wolkenkratzern erfahren und ihnen auch ganz nah sei möchte, der geht zum Beispiel an Bord der First Lady und schippert auf dem Chicago Fluss entlang, während Profis den Besuchern die Gebäude erklären. 38 bewegliche Klappbrücken erinnern ein wenig an Amsterdam. Aber die erste Hubbrücke der Welt wurde 1894 hier installiert. Bestimmt eines des imposantesten Hochhäuser ist das Wrigley Gebäude mit seiner Terracottaverkleidung, die mit Ornamenten des spanischen Stils und der Renaissance versehen ist. Doch so sehr die Architektur von Chicago einem in Bann nimmt, will man auch noch andere Sehenswürdigkeiten entdecken wie die sogenannte Bohne von Anisch Kapoor, im Millenium Park. Dort zieht es die Besucher alle hin, um ein Foto zu schießen vor dem hochglanzpolierten Edelstahlobjekt, das alles und jeden verzerrt darstellt.

Chicago macht chinesisches Leben und Küche pur erlebbar

Auch der Hunger macht sich bemerkbar und uns zieht es in s Portillo’s, wo es Burgers und die besten Hot dogs gibt. Abends in der Bar Biscay, einem trendy Restaurant, werden feine Tapas aufgetischt. Den Absacker gibt es bei Beatnik West Town. Cocktails mit Grapefruit, Gin und Citron passen bestens zum Ambiente, das mit gedimmten Kristallleuchtern und riesigen Grünpflanzen seinem Namen alle Ehre macht. Mit einer Chinatown Food Tour erleben wir mitten in Chicago chinesisches Leben und Küche pur. Seit 1915 leben dort Chinesen. Es gibt Dim-Sum Restaurants, Szechuan Küche, Teehäuser, Medizingeschäfte und ein Rathaus. Hier kann man China ganz authentisch erleben und genießen.


Hinweis in eigener Sache: Die Reise für diesen Beitrag wurde zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien und/oder Tourismus-Agenturen. Wir legen sehr großen Wert auf eine unabhängige und neutrale Berichterstattung, daher sind die Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen der jeweiligen Autoren ihre eigenen.
Eva-Maria Mayring
In München ist Eva-Maria Mayring zu Hause, hat dort Kunstgeschichte, Philosophie und Theaterwissenschaft studiert und als Redakteurin bei Zeitschriften- und Zeitungsverlagen gearbeitet. Seit vielen Jahren ist sie als freie Journalistin tätig mit den Schwerpunkten Reise, Architektur, Gastronomie und Kulinarik.

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