Bodrum an der türkischen Ägäis ist ein Wolf im Schafspelz. Noch – muss man sagen, denn das einst beschauliche Örtchen ist längst kein Geheimtipp mehr, wenn es darum geht in einer beeindruckenden Gegend entspannten Urlaub zu machen. Leider – muss man sagen, denn mit dem Einzug der Reichen verpufft der Reiz von Bodrum, einige vergleichen den Ort schon mit Saint Tropez. Wer hin möchte, sollte also jetzt fahren, bevor es zu spät ist.

Das Abenteuer Bodrum beginnt eigentlich schon bei der Anreise. Nur wenige Flüge aus Deutschland gehen direkt zum Flughafen Milas, der knapp eine Stunde von Bodrum entfernt ist. Einer davon ist der Flug XG1243 mit SunExpress aus Hannover, mit dem ich in die Türkei fliege. SunExpress ist eine Billigairline von Lufthansa und Turkish Airlines, die vor allem am Service spart. Und an der Pünktlichkeit: Der Hinflug war knapp eine Stunde zu spät in Milas, der Rückflug nach Hannover verzögerte sich um vier Stunden.

 

Mein Ziel in Bodrum ist das Hotel „Sensimar Bodrum Resort & Spa“ an der Bucht von Turgutreis, das erst seit Mitte Mai 2015 geöffnet hat. In einer Rekordbauzeit von knapp sieben Monaten hat der Eigentümer, der bereits ein Hotel in Bodrum besitzt, dieses 4-Sterne-Haus aus dem Boden gestampft. Dass in Bodrum derzeit ein wahrer Bauboom herrscht, sieht man bereits bei der Anreise mit dem Bus vom Flughafen. Überall wird gebaut. Für mein Empfinden gibt es derzeit mehr Rohbauten in der Region als fertige Häuser oder Hotels. Und dennoch ist Region für mich eine der reizvollsten Gegenden der Türkei. Noch!



“Palmarina” – Wie Geld die Region verändert

Ein gutes Beispiel, wie Geld Regionen verändern kann, ist die Marina „Palmarina“ in Yalikavak, die 2010 von Mubariz Mansimov aus Aserbaidschan gekauft und umgebaut wurde. Man spricht von Investitionen in Höhe von 45 bis 120 Millionen US-Dollar. Aus dem alten Hafen „Yalikavak Marina“ wurde ein Hafen für Superyachten mit einer Promenade aus Marmor gemacht, der keinen Vergleich mit den Häfen der Côte d’Azur zu scheuen braucht. Hier liegen Megayachten in Reihe und Glied. Und mit dem Geld der Eigentümer haben auch mondäne Boutiquen Einzug in die sonst ärmere Region gehalten. Mansimov selbst soll – laut Forbes – über ein Vermögen von 1,4 Mrd. US-Dollar verfügen. Und wer so viel Geld hat, kann es sich auch leisten zehn Oldtimer auf die Promenade der „Palmarina“ zu stellen.

 

Und wo so viel Geld ist, da lassen sich auch Prominente nieder. Bestes Beispiel ist Flavio Briatore, der 2012 die exklusive Diskothek, den „Billionaire Club“, in der „Palmarina“ in Yalikavak eröffnet hat. Oder Jade Jagger, die Tochter von Mick Jagger, die in Bodrum das Restaurant „The Secret Garden“ betreibt. Oder Nicolas Berggruen, der einst Karstadt übernommen hat. Er lässt gerade in der Nähe von Yalikavak auf einem 155.000 Quadratmeter großem Areal 23 Nobel-Villen bauen, die jeweils auf einem Grundstück von 5.000 Quadratmetern stehen. Aber auch Bill Gates, Prinzessin Margaret, Michael Caine und natürlich auch Mick Jagger haben hier bereits Urlaub gemacht. Und sie alle waren im angesagtestem Club der Stadt, dem „Halikarnas“, der mit seinen grünen Laserstrahlen den Nacht-Himmel über Bodrum erleuchtet.

Wer es ruhiger mag, fährt nach Gümüslük

Wer es lieber beschaulicher und authentischer mag, der fährt nach Gümüslük. Hier trifft man noch auf die wirkliche Türkei und kann Ruhe finden und frischen Fisch in kleinen Restaurants direkt am Wasser genießen. Dass die Mitarbeiter mit Glück ein paar Brocken Englisch reden, zeugt von der Unberührtheit der Region.

Auch das historische Bodrum hat einige Highlights zu bieten. Zum Beispiel die Burg, die fast vollkommen erhalten ist und deren Wehre und Türme teils fränkischer, teils byzantinischer Herkunft sind. Oder das Myndos-Tor mit Teilen der Stadtmauer.

 

Und wer Lust auf falsche Markentaschen, -uhren oder –brillen hat, der ist in Bodrum im Schlaraffenland gelandet. Wer hier durch die alten Gassen der Stadt bummelt, kommt an diversen Läden vorbei, die gefälschte Markenprodukte anbieten. Der Tipp unseres Reiseführers: „Vom genannten Preis 50 Prozent abziehen! Wenn der Verkäufer dann nicht ja sagt, aus dem Geschäft rausgehen. Sie glauben gar nicht, wie schnell der Verkäufer wieder bei Ihnen ist.“ Das Geschäft mit der Billigware ist hart. Jeder versucht, seine Ware an den Mann, oder in den meisten Fällen an die Frau zu bringen. „Glauben Sie den Verkäufern nie!“, warnt uns noch unser Reiseführer. „Eine Rolex für 50 Euro kann nicht echt sein…“

Den besten Blick auf Bodrum hat man von der Windmühle

Den besten Blick auf die Bucht von Bodrum hat man vom Hügel bei Bardakci zwischen Bodrum und Gümbet. Überreste alter Mühlen machen den Ort einzigartig und mit viel Glück stehen dort türkische Händler, die frisch gepressten Orangensaft verkaufen. Unbedingt probieren!

Eine weitere Möglichkeit, die türkische Ägäis kennenzulernen, ist die „Blaue Reise“. Das ist eine mehrtägige Fahrt mit dem „Gulet“, einem typischem Motorsegler in dieser Region. Die Boote werden schon seit der Antike gebaut – und bis heute nach alter Handwerkskunst aus Holz gefertigt. Der Begriff „Blaue Reise“ ist durch den türkischen Poeten Cevat Sakir Kabaagacli entstanden, der sich einst ein Fischerboot mietete und das Küstengebiet um Fethiye herum auf eigenen Faust erkundete. Diese faszinierende Reise taufte er auf den Namen „Blaue Reise“.

Unterkunft

Das „Sensimar Bordrum Resort & Spa“ ist ein Hotel für Paare ab 18 Jahren und exklusiv über TUI buchbar. Das Hotel wurde im Mai 2015 eröffnet. Durch eine Strand- und Fußgängerpromenade getrennt erreichen Sie den kleinen Strand. Zum Ortszentrum von Turgutreis mit Restaurants und Unterhaltungsmöglichkeiten sind es ca. 3 km. Der beliebte Urlaubsort Bodrum ist ca. 20 km entfernt, zum Flughafen sind es ca. 50 km. Transferzeit: ca. 1 Stunde

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung!