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Autor: Stefan Schwenke

Auf Skiern durch König Laurins Reich

Gäbe es einen besseren Platz, sich von der Bergwelt der Dolomiten verzaubern zu lassen, als angesichts des Rosengarten? Der Legende nach hat König Laurin diesen Gebirgsstock zwischen Schlern und Karerpass,…

Gäbe es einen besseren Platz, sich von der Bergwelt der Dolomiten verzaubern zu lassen, als angesichts des Rosengarten? Der Legende nach hat König Laurin diesen Gebirgsstock zwischen Schlern und Karerpass, rund 20 Kilometer östlich von Bozen verflucht – kein Menschenauge solle diesen Rosengarten jemals wieder erblicken, weder bei Tag und bei Nacht. Nur die Dämmerung vergaß er – dann präsentiert sich der Fels im Alpenglühen spektakulär. Nicht weniger spektakulär ist die Skirunde um den Berg – wer sie an einem Tag schaffen will, muss aber früh aufstehen. Unser Autor Stefan Schwenke hat sich den Wecker gestellt.

Skisafari der Superlative

Martin Damian drückt aufs Gas. Es ist so etwas wie sein freier Tag, und er will auf die Piste. Auf dem Programm steht die große Runde um den Rosengarten – eine Skisafari der Superlative, wie sie wohl nur in den Dolomiten möglich ist. Also besser keine Zeit verlieren – Martin lässt keine Zweifel daran, dass er jede Ecke der schmalen Straße von Tiers nach Kastelruth wahrscheinlich auch im Schlaf fahren könnte.

Skilaufen Dolomiten - Stefan Schwenke - reiseblog-8

Ausgangspunkt für die Tagestour um Schlern und Rosengarten ist die Seiser Alm. Die auch bei Langläufern beliebte Hochebene zwischen den Wänden des Schlern und den Pfeilern der Langkofelgruppe empfängt uns noch unfreundlich – ein eisiger Wind treibt Schneeflocken fast waagerecht durch die Luft.

Also gut einpacken und los, viel Zeit dürfen wir eh nicht verlieren. Wollen wir bis zum Einbruch der Dämmerung wieder in Tiers sein, steht ein strammes Programm bevor. Perfekt, dass sich unser Guide nicht nur auf den Straßen seiner Heimat, sondern auch auf wahrscheinlich sämtlichen Pisten der Dolomiten bestens auskennt. Ganz frei hat Damian also nicht, und das Handy wird den Hotelier auf unserer Runde immer wieder gedanklich ins Büro holen – aber zumindest auf den Abfahrten sind Marketing, Budgetplanung und andere Pflichten jetzt weit weit weg.

Für Alpinskifahrer gilt die Seiser Alm als Familienskigebiet. Weitgehend einfache 60 Kilometer Pisten, zahlreiche Winterwanderwege, Traumkulisse und 300 Sonnentage im Jahr sind gute Argumente für Winterferien auf der größten Hochalm Europas. Dazu kommen kulinarische Geheimtipps wie die „Gostner Schwaige“, in der Franz Musler unter der absoluten Maxime von Frische und Regionalität auf nur zweieinhalb Quadratmetern Küche wahrhaftige Köstlichkeiten zaubert.

Da wir den Anschluss Richtung Wolkenstein und Grödnertal erwischen müssen, lassen wir uns aber lieber erst einmal vom feinen Neuschneeteppich auf den Almpisten verzaubern und carven nach Osten Richtung Plattkofel. Die Verbindung zur Sellarunde stellt ein altertümlicher Skibus her, der von Saltria, ganz am Ende der Skigebiets Seiser Alm, durch den tief verschneiten Wald nach Monte Pana rumpelt. Schon sind wir mitten drin in der „Sellaronda“, der Mutter aller Skisafaris.

Der Wind hat nachgelassen – dafür ist es Richtung Sellajoch merklich voller geworden. Die 26 Kilometer lange Runde um den gleichnamigen Gebirgsstock ist spektakuläre Pflichtübung wahrscheinlich jedes ambitionierten Dolomiten-Skifahrers, rundherum liegen mit St. Christian und Wolkenstein, Corvara, Arabba und Canazei einige der bekanntesten italienischen Wintersportorte. Letzterer ist unser nächstes Ziel – und kaum haben wir auf der Piste, vorbei am Rifugio Baita Pradel, die Hauptroute verlassen, können wir die Ski wieder laufen lassen. Martin Damian immer voran. Der Hotelier hat nicht nur seine Schäfchen, sondern auch die Uhr immer im Blick.

Jeder Meter Abfahrt ist neu und einmalig

Für den Anschluss an Etappe drei Richtung La Crepa Neigra nach Süden brauchen wir erneut für ein paar Kilometer den Skibus. Der Plan geht auf: Nach kurzer Wartezeit bringt uns eine große Kabinenbahn von der Straße zum Passo Fedaia hinauf über die Baumgrenze.

Kaum Menschen, frischer Schnee, Sonne und Traumblick auf den Sellastock – nur für den anhaltenden eisigen Wind gibt‘s Abzüge in der B-Note. Also Sturmbrille auf und weiter. Das Tagesprogramm mahnt zu intensivem Genuss. Jeder Meter Abfahrt ist neu, aber auch einmalig – um eine Piste zwei Mal zu fahren, muss man wiederkommen.

Das sollte man ohnehin – um noch das ein oder andere Rifugio entlang des Weges auszuprobieren. Wir entscheiden uns gegen Mittag für das Al Zedron, das halb in den Berg gebaut auf 2 354 Metern am Col de Valvacin den perfekten Unterschlupf für eine kurze Pause bietet, bevor der Guide zum Aufbruch mahnt. Wir sind schließlich zum Skifahren hier und nicht zum Pausemachen.

Daher lassen wir in den nächsten Minuten nicht nur Hütten, sondern auch alle Lifte links liegen und genießen über 1 000 Höhenmeter Traumpiste. Auf der Abfahrt nach Vigo di Fassa haben wir unser Ziel vor Augen: den Rosengarten, jenes sagenumwohbene Felsmassiv, in dem Zwergenkönig Laurin gehaust haben soll.

Weil wir gut in der Zeit liegen und Martin Damian keine halben Sachen macht, gibt‘s vor dem Finale noch einen Ausflug in König Laurins Reich als Zugabe. Diesmal steht eine Bimmelbahn bereit und stellt die Verbindung zum fast schon historischen Sessellift von Prera her, der uns mitten rein bringt in König Laurins Reich. Aber da zwischen uns und unserem Ziel zum Glück noch die bis zu 3 000 Meter hohe imposante Bergkette um Kesselkogel und Vajolet-Türme liegt, die als Rosengarten Teil des Welterbes Dolomiten ist, bleiben noch ein paar Abfahrten. Zum Ziel der vierten Etappe – Vigo di Fassa – liegt der Rosengarten wieder im Rücken. Am Start der fünften Etappe am Karerpass drückt unser Guide und Hotelchef nochmals aufs Tempo. Es ist nicht das Abendessen, das wartet. Es sind nur die Lifte, die irgendwann Feierabend machen. Und bis dahin müssen wir den Ausgangspunkt für die letzte Abfahrt erreichen.

Also verzichten wir sogar auf eine halbe Abfahrt und verabschieden uns aus dem ersten Schlepplift, kaum dass wir genug Höhe haben. Im Skigebiet von Welschnofen sind nur noch wenige Gäste unterwegs, als wir kurz vor der Schließzeit das letzte Drehkreuz passieren und im Sessellift zur Kölner Hütte direkt am Fuße des Rosengartens – jetzt an der richtigen Seite – die letzten Höhenmeter machen.

Erste Spuren ziehen im frischen Schnee

Geschafft. Martin Damian wäre allerdings nicht Martin Damian, wenn er nicht noch Geheimtipps auf Lager hätte. Da ist erst einmal die neue Almhütte Messnerjoch, an der wir wegen des abendlichen Fernblicks von der Brentagruppe bis zum Ortler und weit über das Tierser Tal nun wirklich nicht vorbeifahren können. Erst als die untergehende Sonne den Rosengarten in unserem Rücken in rosafarbenes Licht taucht, mahnt der Hotelier ein letztes Mal zum Aufbruch.

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Von der Hütte folgen wir – Geheimtipp Nummer zwei und Finale eines grandiosen Skitages – zuerst einem Fahrweg, passieren am Nigerpass die Straße und ziehen dann durch einen schmalen Waldweg die ersten Spuren in das unberührte Weiß. Bis zwischen den Bäumen die Lichter von St. Cyprian auftauchen und Damian wieder ins Büro muss.

Insider-Tipps für zum Skilaufen Dolomiten

Anreisen

Tiers liegt in Südtirol unweit von Bozen. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Ort über die Brennerlinie bis Bozen per Bahn und dann mit dem Bus erreichbar. Die nächstgelegenen Flughäfen sind Innsbruck oder Verona – der Flughafen von Bozen wird nur via Rom angeflogen. In der Saison gibt es von München für 66 Euro ab Flughafen und 58 Euro ab Hauptbahnhof jeden Samstag eine direkte Busverbindung ins Tierser Tal. Mit dem Auto ist Tiers von Deutschland via Fernpass, Innsbruck und Brenner oder über Kufstein und den Brennerpass zu erreichen. Von München sind es knapp 300 Kilometer bis in König Laurins Reich.


Skifahren

Das Skigebiet Carezza am Karerpass ist von Tiers in wenigen Minuten zu erreichen. Es gehört mit 41 Kilometern Pisten zu den kleineren in den Dolomiten – ist allerdings Teil von „Dolomiti-Superski“, und Skibusse stellen jederzeit verschiedene Anschlüsse an die 1200 Kilometer Piste des Gesamtverbundes her. Tiers selbst hat zwar keinen direkten Pistenanschluss – ist dafür aber auch zur Saison deutlich weniger überlaufen als die Skiorte im Zentrum der Dolomiten. Preise und Informationen in deutscher Sprache: www.dolomitisuperski.com/de und www.carezza.it.


Wohnen

Wenn für den Wert von Immobliien vor allem eins entscheidend ist, nämlich Lage, Lage, Lage, dann gilt das für Hotels um so mehr. Der Cyprianerhof in Tiers hat hier das große Los gezogen: Direkt hinter dem Haus bildet der Rosengarten die Traumkulisse für das Hotel, das sich außerdem durch ein umfangreiches Wander- und Sportprogramm auszeichnet. Neben Skitagen mit dem Hotelchef stehen im Winter Schneeschuhwanderungen, Skisafaris verschiedener Ansprüche und Länge sowie Einführungskurse im Skitouorengehen auf dem Programm. Für Ski-Fans und Schneehschuhwanderer gibt es besondere Wochenpauschalen, bei denen Skisafaris oder geführte Touren bereits inklusive sind. Zum Hotel gehört ein großzügiger Wellness- und Saunabereich, in dem Andreas Boniatti, Skilehrer und Teilnehmer der Sauna-Weltmeisterschaften, mit ausgeklügelten Sauna-Choreografien überrascht. Infos und Buchung unter CyprianerhofAuf Skiern durch König Laurins Reich


Bergsport

Schlern, Sellagruppe, Rosengarten mit Vajolet-Türmen und die gesamten Dolomiten sind Schauplatz alpiner Geschichte. Auch im Winter lässt sich in der Region von Tiers erstklassig klettern – zum Beispiel in gefrorenen Wasserfällen am Schlern. Der Cyprianerhof vermittelt zum Eisklettern Guides und Bergführer und bietet auch Winter-Klettersteigtouren an.


Reiseführer & Weiterführende Informationen

Eine Auswahl an Reiseführer für die DolomitenAuf Skiern durch König Laurins Reich finden Sie hier.

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Heiliges Land auf schmalen Reifen

Israel? Das ist ein Reiseziel für Studienreisen, für Pilger, die auf alte Steine stehen, auf Kultur und Wüste – und vielleicht noch auf ein bisschen Baden im Toten Meer. Aber…

Israel? Das ist ein Reiseziel für Studienreisen, für Pilger, die auf alte Steine stehen, auf Kultur und Wüste – und vielleicht noch auf ein bisschen Baden im Toten Meer. Aber zum Radfahren? Dafür fliegen die Deutschen lieber nach Mallorca – oder im Winter inzwischen bis nach Südafrika. Dabei fanden in Haifa im Jahr 2010 sogar schon die Europameisterschaften der Mountainbiker statt. Unser Autor hat sich für seine Entdeckungstour durch das Heilige Land aber das Rennrad ausgesucht und ist ganz vom Norden bis hinunter ans Rote Meer gerollt.

Ein warmer Wind zerrt heftig am Trikot. Jetzt einfach rollen lassen und geniessen. Während in Europa Schmuddelwetter herrscht, schicken wir den Sommer in die Verlängerung und jagen «kurz-kurz», mit kurzer Hose und kurzem Trikot, auf unseren Rennrädern eine breite Straße hinunter, die gar nicht enden will. Was für eine Abfahrt – so viele Meter ging es doch vorher nicht bergauf. Aber in Israel ist alles etwas anders. Der See Genezareth, in dessen Süden unser Etappenziel wartet, liegt gut 200 Meter unter Meeresniveau.

In vier Etappen bis ans Rote Meer

«Trans-Israel-Challenge» – in vier Etappen von der Nordgrenze des Landes bis ans Rote Meer – so das ehrgeizige Projekt, das uns vorbei an biblischen Stätten und einmaligen Naturdenkmälern durch ein eindrucksvolles Land führt. Auch wenn dabei für kulturelle Ausflüge oder Entdeckungstouren auf historischen Spuren kaum Zeit bleibt – viel intensiver als auf zwei Rädern kann man ein Land wohl nicht erleben. Das Land im wahrsten Sinne zu erfahren, ist das Ziel von Harel Nahmani, der die Tour organisiert hat. Dass er mit dem Versprechen für ein einmaliges Erlebnis nicht zu hoch gegriffen hat, wird schon am ersten Tag klar.

Als wir nach wenigen Kilometer von der Hauptstraße ins israelisch-libanesische Grenzgebirge abbiegen, bleibt der Autoverkehr schnell zurück. Unsere Route führt durch die Pinienwälder des Admit-Parks und am monumentalen Naturwunder des «Arch Cave», der mit seinem Felstor ein Paradies für Extremsportler ist. Dafür, dass auch der sportliche Anspruch nicht zu kurz kommt, sorgen die Höhenzüge Galiläas, die immer neue Steigungsprozete in den Weg stellen. «Genießt es, aber teilt Euch die Kräfte gut ein», hatte Harel gesagt, «am besten in dieser Reihenfolge».

Bei der «Trans-Israel» stehen Sport und Naturgenuss im Mittelpunkt

Knapp 40 Sportler aus den USA, Belgien, Großbritannien, Kanada, Irland, Südafrika, der Schweiz und natürlich Israel sind dabei, bei der zweiten Auflage der Tour. Gefahren wird in verschiedenen Gruppen, ganz nach Form und Lust. Und für alle Fälle sind nicht nur ein Mechaniker mit Auto, sondern auch ein Begleitbus dabei. Bei der «Trans-Israel» stehen Sport und Naturgenuss im Mittelpunkt. Um den Rest kümmert sich die fünfköpfige Begleitcrew.

Vielleicht ist Israel noch kein typisches Radfahrerland. Aber Mountainbiker haben die Region nicht erst seit den Europameisterschaften 2010 in Haifa als ihren Geheimtipp endteckt. Welches Potential das Land im Radtourismus sieht, lassen die zahlreichen Verkehrsschilder erkennen, die zu Rücksicht gegenüber Radfahrern mahnen. Nur für uns hat die hier niemand aufgestellt. Und in der Tat, die meisten Autofahrer, die uns hupend passieren, machen dies mit einem freundlichen Winken: «Hopp hopp, weiter so.»

Der See Genezareth, nicht nur Schauplatz biblischer Geschichte, sondern auch ein Naturparadies, der Jordangraben, der mehr als 400 Meter unter dem Meeresspiegel liegende Salzsee des Tote Meeres, das Naturschauspiel der Oase En Gedi nur wenige Kilometer entfernt vom tiefsten Punkt der Erde, die ehemalige jüdische Festung Masada, seit 2001 Weltkulturerbe, oder der Krater Machtesch Ramon in der Wüste Negev – es ist ein «best of» von historischen Stätten und Naturdenkmälern, das sich entlang der «Trans-Israel» aufreiht.

Längste Straße Israels ist 480 Kilometer lang

Am zweiten Tage dauert es nach wenigen Kilometern entlang der Landstraße 90, der mit 480 Kilometer längsten Straße Israels, eine ganze Weile Weile, bis wir auf der steilen Straße durch einen spärlich bewachsenen Hang das Schild mit der Aufschrift «Sea Level» passieren. Auf den Gipfeln der gut 500 Meter hohen Bergkette Gilboa mit Naturschutzgebieten und Nationalparks haben sich Vogelkundler postiert. Im Herbst und im Frühjahr ist Israel eine wichtige Zwischenstation für Zugvögel. Im Norden Israels überwintern jährlich mehr als 30.000 Kraniche.

Das Bad im Toten Meer ist natürlich Pflichttermin – und perfekt für müde Radfahrer-Muskeln. Schließlich brauchen wir Power für den nächsten Tag. Vom Fuss der Festung Masada geht’s mitten hinein in die Wüste Negev. Diese Trockenwüste macht rund 60 Prozent des Staatgesbietes aus. Bis zum Horizont reiht sich braune Hügelkette an braune Hügelkette. Manchmal dauert es eine halbe Stunde, bis wieder ein Auto auftaucht – dafür weiden unweit der Straße ein paar Kamele. Nur vereinzelt weisen Schilder Schotterpisten entlang ins Nirgendwo und darauf hin, dass es irgendwo da draußen noch mehr Leben geben muss. Gleichwohl ist die Wüste Negev auch ein Paradies für Wanderer – vorzugsweise mit einem ortskundigen Guide. Mit einem Minimum an Erfahrung sind aber auch selbstständige Touren möglich, dafür sorgt nicht zuletzt ein signalisiertes Wegnetz.

Nach wenigen Kilometer stürzt sich die Straße in die Tiefe

Die letzte Etappe der «Trans-Israel» beginnt früh. Schon in der Dämmerung sind wir auf dem Rad, stoppen aber bereits nach wenigen Kilometern, als sich die Straße vor uns unvermitteln in die Tiefe stürzt. Der Machtesch Ramon – fast 1000 Meter tief 40 Kilometer im Durchmesser – ist der größte Krater in der Wüste Negev. Es ist noch kühl am Morgen, während am Horizont über Jordanien die Sonne aufgeht. Als wie auf Kommando noch ein paar Nubische Steinböcke auftauchen, ist das Bild perfekt. Aber wir haben mit fast 170 Kilometer die längste Etappe der Woche vor uns – also nichts wie rein in die rasende Abfahrt zum Kratergrund. Beim nächsten Mal bringen wir mehr Zeit mit. Der gesamte Krater ist ein Natur- und Landschaftsschutzgebiet. Der Jahrhunderte dauernde Erosionsprozess hat urzeitliche Vulkankegel, versteinerte Baumstämme und Korallengriffe und Magmakammern freigelegt. Aber selbst von der Straße hinterlässt der Krater bleibenden Eindruck. Einfach gewaltig ist, was die Natur hier geschaffen hat.

Was ein Kontrast zum Finale. Noch eine Abfahrt, dann ist der südlichste Punkt Israels erreicht. Wie aus einem Backofen umspült uns die heiße Luft, die von den Felsen aufsteigt, als uns die Straße von den Eilat Mountains in den gleichnamigen Badeort mit seinen Hotels hinunter spült. Jetzt kühlt nicht einmal mehr der Fahrtwind. Dafür glitzert es plötzlich voraus: Das Rote Meer. Badezeit.

[tabs][tab title=”Anreise”]Der Tel Aviv Ben Gurion International Airport (TLV) ist Israels wichtigster und größter Flughafen und wird ab Deutschland Lufthansa oder die israelische Fluggesellschaft El Al beispielsweise via Frankfurt oder München bedient. Günstige Umsteigeverbindungen ab Düsseldorf bieten auch Turkish Airlines und Pegasus Airlines über die Türkei. Vom Flughafen ist der Ausgangspunkt der Tour bequem mit dem Zug zu erreichen. Ein Visum ist für Israel nicht erforderlich, ein Reisepass – ab Einreise noch mindestens sechs Monate gültig – genügt.[/tab] [tab title=”Information & Buchung”]Die Trans-Israel-Challenge ist eine Rennradtour mit vier Etappen, die von der Nordgrenze des Landes ans Rote Meer führt. Die Reise (fünf Nächte, Vollpension) kostet 1200 Euro (ohne Anreise). Die nächste Trans-Israel-Challenge findet vom 26. bis 29. Oktober statt. Individuelle oder geführte Verlängerungen – auch mit weiteren Rennrad-Etappen – sind ebenso möglich wie komplett individuelle Touren. Information und Buchung: http://www.trans-israel.co.il/en. Verschiedene Veranstalter bieten auch mehrtägige Touren mit dem Treckingrad oder Mountainbike an – zum Teil kombiniert mit Ausflügen und Begleitfahrzeug für besonders anspruchsvolle Abschnitte. Allgemeine Reiseinfos und Tipps zu Israel gibt‘s auch unter http://goisrael.de/ im Netz.[/tab] [tab title=”Service”]Bei der «Trans-Israel» sorgen zwei Begleitfahrzeuge, die in regelmäßigen Abständen mit eisgekühltem Wasser und kleinen Snacks bereit stehen, für die Teilnehmer. Jeweils zur Mittagszeit wird ganz groß aufgefahren und der mitgebrachte Campingtisch hat kaum Platz für zahlreiche einfache aber wunderbare israelische Köstlichkeiten. Immer dabei: Hummus, eine orientalische Spezialität aus pürierten Kichererbsen, Olivenöl und Gewürzen.[/tab][/tabs]
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Rjukan und die Suche nach dem Licht

Wintersport in einem Tal, das ein halbes Jahr kein Sonnenlicht sieht? Kein schöner Gedanke. Noch weniger schön ist es aber, gleich sieben Monate ohne Sonne zu leben. Daher haben die…

Wintersport in einem Tal, das ein halbes Jahr kein Sonnenlicht sieht? Kein schöner Gedanke. Noch weniger schön ist es aber, gleich sieben Monate ohne Sonne zu leben. Daher haben die Einwohner von Rjukan seit jeher eine ganz besondere Beziehung zum Licht und sich ganz verschiedene und ganz besondere Wege an die Sonne gesucht. Unser Autor war vor Ort und hat mitgefunden.

Berge, Schnee, Eis – eigentlich hatte das Städtchen Rjukan in der norwegischen Region Telemark schon immer alles, was sich Winterurlauber wünschen. Nur mit der Sonne war es in der Vergangenheit schwierig. Gleich sieben Monate erreichte kein Sonnenstrahl das von Bergen umschlossene Tal. Seit einem Jahr sorgen drei Spiegel spektakulär für Abhilfe. Außer für Licht sollen sie auch für einen touristischen Schub sorgen und bei der Anerkennung als Weltkulturerbe durch die Unesco im kommenden Jahr helfen.

Seine erste Blütezeit erlebte Rjukan Anfang des 20. Jahrhunderts, als der kleine Ort zum führenden Industriestandort Skandinaviens wird. In wenigen Jahren explodiert die Zahl der Einwohner von 300 auf 10.000 und „Norsk Hydro“ betreibt in dem abgeschiedenen Tal mit der Kraft des Wassers aus dem Fjäll das größte Kraftwerk der Welt. Von zahlreichen großen Plänen des Industriellen Sam Eyde, Gründer von Norsk Hydro, sind die Spiegel, am Ende die einzigen nicht realisierten.

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Ein Geschenk an die Einwohner Rjukans: Die historische Krossobanen fährt seit 1928 aus dem dunkeln Talgrund an die Sonne. Fotos: Stefan Schwenke

Die Seilbahn zur Sonne

So sind Skifahrer in der winterlichen Telemark in der Krossobanen, 1928 die erste Drahtseilbahn Nordeuropas, auf historischen Spuren unterwegs. Die Bahn war damals ein Geschenk an die Einwohner Rjukans, um auch im Winterhalbjahr ins Sonnenlicht zu kommen. Im Sommer wie Winter ist die Bergstation heute Ausgangspunkt für Touren auf die Hochebene Hardangervidda – ein ganzer Fuhrpark von Schneemobilen, die neben dem Bergrestaurant parken, zeugt von der Bedeutung der Bahn bis heute.

Wer von Rjukan aus mit dem Auto an die Sonne will, landet entweder im Gaustablikk Skisenter mit seinen 34 Kilometer Pisten, geöffnet von November bis Ende April, oder auf der Reichsstraße 37 Richtung Westen bei Erik Øgarden im Hardangervidda Nationalparkcenter, das über das wohl grandioseste Aussichts-Café von ganz Südnorwegen verfügt. Mit etwas Glück, kann der Biologe die Rentiere direkt aus seinem Büro hoch über dem Møsvatn beobachten. Im Sommer verkehrt sogar ein Schiff auf dem See, im Winter muss, wer ans andere Ufer will, mit Schneeschuhen oder Skiern rüberstapfen – und im Gegensatz zum tief eingeschnittenen Mâna-Tal, an dessen Grund Rjukan liegt, stellt sich hier oben kein Berg mehr der Sonne in den Weg.

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Winterstimmung am Møsvatn: Mit etwas Glück kann man Rentiere sogar direkt aus dem warmen Hardangervidda Nationalparkcenter beobachten.

Viel Wasser und Winter, wenig Licht: Perfekt für Eiskletterer

Viel Wasser, viel Winter und wenig Sonne haben das Tal dagegen in der jüngeren Vergangenheit zu einem Eldorado für Eiskletterer gemacht, die in André Trondsen nicht nur einen absoluten Experten für die gut 200 Wasserfälle der Region, sondern in seinem Hostel „Climb Inn“ auch gleich die passende Unterkunft und Gleichgesinnte finden. Höhepunkt der Saison ist das „Rjukan Ice Festival“, in diesem Jahr vom 20. bis 22. Februar, das alljährlich hunderte Extremsportler in das abgelegene Tal lockt.

Skifahrer und Freerider schwören seit 2004 auf einen anderen Hotspot: Die 1959 eröffnete Gaustabahn, die unterirdisch zum Gipfel des 1883 Meter hohen Gipfel des Gaustatoppen führt. Das von der NATO finanzierte Projekt am höchsten Berg der Region Telemark war fast ein halbes Jahrhundert so geheim, dass es bis heute in kaum einer Landkarte verzeichnet ist. Im Kalten Krieg war der Gaustatoppen durch seine strategische Lage eine wichtige Funk- und Radarstation der Militärs. Erst seit einigen Jahren sind die für eine Million Dollar in den Berg getriebenen Stollen nicht mehr ganz so geheim. Seitdem können auch Touristen mit der einfachen U-Bahn bis kurz unter den Gipfel fahren.

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Streng geheim: Die Gaustabahn war Teil eines NATO-Projektes – bis heute ist die unterirdische Bergbahn in kaum einer Karte verzeichnet.

Skifahrer dürfen jetzt auch die «Nato-U-Bahn» nutzen

Mit dem ersten Teil der „Geheimbahn“ geht es auf rumpeligen Schienen fast einen Kilometer horizontal in den Berg, dann übernimmt eine etwas herunter gekommene kleine Standseilbahn den Transport. Der Sonnenschein und das Ziel von Freeriders Träumen liegt schließlich 650 Meter höher am Ende eines weiteren Stollens hinter einer dicken Stahltür, an der ein überdimensionales Schild darauf hinweist, dass sich Bergsteiger und Skifahrer außerhalb der Tür „Off-Pist“ und auf eigene Gefahr bewegen.

Der Gaustatoppen ist steil und spektakulär und bei Freeridern entsprechend beliebt. Aber auch ohne Ski lohnt sich eine Fahrt mit der Berg-U-Bahn: Bei guter Sicht lässt sich vom Gipfel ein Sechstel Norwegens überblicken – von der schwedischen Grenze im Osten bis zum Meer im Süden.

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Antrieb: Der Maschinenraum der Gaustabahn liegt im Gipfel des gleichnamigen Berges.

[tabs][tab title=Informationen]Umfangreiche Informationen zu Rjukan inklusive Anreisehinweisen zum 180 Kilometer westlich von Oslo gelegenen Städtchen gibt es unter www.visitnorway.com (auch in deutscher Sprache) im Netz. Die Gaustabahn (www.gaustabanen.no) fährt vom 15. Februar bis 2. März sowie vom 13. bis 21. April, die Krossobanen (www.krossobanen.no) fährt täglich. Wer auch im Winter Sonne sehen möchte, übernachtet im Gaustablikk Høyfjellshotell (www.gaustablikk.no) nur 50 Meter vom Skigebiet oder im Skinnarbu Høyfjell Hotel Hotel (www.skinnarbu.no) mit Blick auf den See Møsvatn.[/tab][/tabs]

Hinweis: Der Autor wurde von Visit Norway und VisitRjukan auf diese Reise eingeladen. In diesm Zusammenhang wird auf die Leitlinie der journalistischen Unabhängigkeit bei BREITENGRAD53 hingewiesen.

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Eistauchen: Dem Winter auf den Grund

Wintersport und Wasser? Eine Kombination, die für unseren Autoren Stefan Schwenke bisher eher im Zusammenhang mit Skifahren und Wellness einen Sinn ergeben hat. Auf einer Reise in die französischen Alpen…

Wintersport und Wasser? Eine Kombination, die für unseren Autoren Stefan Schwenke bisher eher im Zusammenhang mit Skifahren und Wellness einen Sinn ergeben hat. Auf einer Reise in die französischen Alpen hat er allerdings ein paar Typen kennen gelernt, die am Ende eines Skitags mit Sauerstoffflasche und Neoprenanzug in einen Bergsee klettern, um sich das Eis von unten anzuschauen. Auch mal eine Perspektive.

Zugegeben, wir hatten offenbar schon bessere Ideen. Dunkel und drohend leckt das Wasser am Eis. Nur ein behelfsmäßig gespanntes Absperrband um das Loch soll verhindern, das kein Spaziergänger hineinfällt und ein unfreiwilliges und tödliches Bad nimmt. Und wir haben uns gemeldet, da jetzt rein zu klettern? Freiwillig?

Vor ein paar Minuten hat sich die Sonne hinter die Bergspitzen verabschiedet – ganz langsam wandern die Schatten der Gipfel an den Hängen östlich von Tignes höher. Ein phantastischer Skitag liegt hinter uns. Panoramablick vom auf 3456 Meter hoch gelegenen Grande Motte inklusive, den Mont Blanc fast zum Greifen nahe. Eigentlich wäre jetzt Zeit für eine heiße Dusche. Verdient hätten wir sie. Das Wasser des Lac de Tignes hat 2°C.

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Viel Schnee, viel Pisten, viele Lifte: Französische Skigebiete – hier Val Thorens – sind perfekt auf die sportlichen Bedürfnisse von Schneesportlern eingerichtet. Fotos: Stefan Schwenke

Letzte Chance: Jetzt einen Termin vortäuschen

Die letzte Chance, noch einen dringenden Termin vorzutäuschen, oder ein längeres und unaufschiebbares Telefonat. Zu spät. Schon hat Alban Michon uns jeweils einen dicken unförmigen Neoprenanzug in die Hand gedrückt. Der Franzose hätte gute Karten beim Beruferaten mit Robert Lembke. Auf etwas über 2000 Metern über dem Meer eine Tauchschule aufzumachen, darauf muss man erst einmal kommen.

Tignes, rund 160 Kilometer östlich von Grenoble, ist einer dieser typische französischen Skiorte. Gemütlich ist anders, Flair sucht man vergebens. Skifahren in Frankreich, das heißt auch in Tignes Retorten-Chalets vom Reißbrett – dafür gibt es perfekte Pisten mit direktem Anschluss. Mit der letzten Abfahrt des Tages kann man quasi bis in den Skikeller fahren. Oder, wenn man noch nicht genug hat vom Sport, zum nächsten Outdoor-Abenteuer.

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Bereit zum Tauchgang: Bevor es ins Eisloch geht, checken Profis nochmals die komplette Ausrüstung.

Raus aus den Skiklamotten, rein in in das Gummizeugs

Also keine Ausreden jetzt und in einer kleinen Hütte im Schnee raus aus den Skiklamotten und rein in das Gummizeugs – voller Hoffnung auf Michons Versprechen, das Ding halte wirklich warm. Erst einmal stimmt es, denn es kostet einige Zeit und einige Anstrengungen, bis alle Extremitäten verstaut sind. Zeit für eine kurze Einweisung. Während seine Kollegen am Rand des Wasserlochs allerlei Gerät parat machen, erklärt Michon die Regeln. Weniger ist mehr. Fragen? Keine. Unter Wasser müssen dann ja ohnehin Handzeichen reichen. Das wichtigste: Zeigefinger und Daumen bilden einen Kreis, alles in Ordnung. Aber kann ohnehin nicht passieren, niemand wird allein ins eisige Bad gelassen.

Also los. Ich soll Platz nehmen auf dem Eis am Rand des Lochs, dann zerren sie zu zweit an mir herum. Schwimmflossen, Bleigürtel, Sauerstoffflaschen – ich fühle mich, also wollte ich mindestens zu Kapitän Nemo abtauchen und nicht nur in diesen Bergsee. Dann sind die Experten zufrieden. Auf den Bauch drehen und rein, mit den Füßen voran. Elegant ist anders, aber auf dem Rücken habe ich zwei dicke Pressluftflaschen und in diesem Outfiti gibt‘s ohnehin keinen Schönheitspreis. Dafür eine neue Erkenntnis: Ich schwimme und werde nicht einmal nass. Das Gummiteil hält wirklich dicht – und warm.

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Und weg: Der Blick unseres Autors Stefan Schwenke kann eine gewisse Skepsis nicht verbergen.

Im See ist David mein Begleiter – er nimmt ich in Empfang. Der erste Check, Daumen und Zeigefinger bilden einen Kreis. Ich antworte mit der gleichen Geste. Oui, alles okay. Ein letzter Blick in die Berge ringsum und es geht los. Ich halte die Luft an, als sicmit einem leisen Plätschern die Wasseroberfläche über uns schließt. Plötzlich ist es still. Keine Stimmen mehr, kein Klappern des nicht weit entfernten Liftes, keine Straße. Stille. Zumindest für eine Sekunde. Dann höre ich David, wie er blubbernd ausatmet. Ach ja, da war ja was. Das erste Luftholen unter Wasser kostet Überwindung. Der Verstand sagt: Du bist unter Wasser, Du kannst jetzt atmen. Lass‘ es. Gefahr. Aber die Erfahrung der ersten Atemzüge sagt: Egal, scher‘ Dich nicht drum. Und es funktioniert!

Die nächste Erkenntnis – so dunkel ist das Loch gar nicht, in das wir gerade verschwunden sind. Alles eine Frage der Perspektive. Trotz Schneedecke und Dämmerung schimmert überall Licht durch die dicke Eisdecke über die vielleicht jetzt gerade ein paar Spaziergänger flanieren. Ich blicke den Luftblasen nach, die beim Ausatmen nach oben tanzen und sich in Mustern unter dem Eis verteilen. Whow. Wohin zuerst schauen? Sogar die Berge gibt es hier unten – einer Fata Morgana gleich spiegeln sie sich an der Wasseroberfläche im Eisloch, durch das wir gerade abgetaucht sind. Eine heiße Dusche? Kann warten.

Es ist wie Meditation: Atmen, schauen und genießen

Es ist fast wie Meditation: Atmen, Schauen, Atmen, Schauen. Mit jedem Atemzug geht‘s ein wenig nach oben, mit jedem Ausatmen wieder tiefer. Richtig Rumschwimmen ist für Anfänger wohl nicht erlaubt – David hält die Leine kurz und so ist es mehr ein Schweben denn Tauchen im See. Sehr tief ist es ohnehin nicht, wo wir unterwegs sind. Und der Grund ist eher unspektakulär: Steine und ein paar Algen. Viel spannender ist die andere Richtung, das Eis: Bläulich schimmernd und voller Löcher ist das Dach unseres nassen Abenteuerspielplatzes. Immer neue Löcher und Formen haben der Winter und die Bewegung des Sees geformt. Wir treiben hinauf, bis wir das mit den Händen greifen können und David malt mit dick behandschuhtem Zeigefinger ein paar schnelle Kreise ins Wasser unterm Eis und lässt die Blasen unserer Atemluft tanzen, wie in einem Unterwasser-Zyklon. Whow, whow und nochmals whow. Atmen, Schauen, Atmen, Schauen – wenn David mir nicht gefühlt jede Minute fragend seine Hand vor die Taucherbrille halten würde, man könnte glatt ins Träumen geraten. Oui, antworte ich mit diesem Kreis aus Zeigefinger und Daumen, alles okay. Mehr als das sogar.

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Hatte jemand Sorgen, es sei kalt hier unten? Aber vielleicht ist es auch das euphorisierende Gefühl, das gemeinsam mit dem Neopren die Kälte abhält. Zu fröstlen beginne ich erst, als es nach gut 20 Minuten langsam wieder auf den Eingang dieser Wunderwelt zugeht. Nicht mehr schwarz und drohend sondern blau und leuchtend. Vielleicht war es doch eine gute Idee, dem Winter einmal auf den Grund zu gehen. Aber als nächstes unter eine heiße Dusche.

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Mach‘ mal Pause: Im Mega-Skiegebit „Espace Killy“ laden zahlreiche Restaurants und Berghütten mit verschiensten Angeboten zur Auszeit.

[tabs][tab title=Anreise]Der heutige Ort Tignes liegt im französischen Département Savoie auf rund 2000 Metern Höhe am Flüsschen Isère – der historische Ort ist 1952 im Stausee Lac du Chevril verschwunden. Mit dem Auto sind es aus dem Ruhrgebiet gut 1000 Kilometer – und rund 100 Kilometer mehr als nach Südtirol. Von den drei möglichen Flughäfen ist Chambery zwar der nächste, er wird aber nur von Großbritannien, Paris, sowie Rotterdam und Amsterdam bedient. Nach Lyon (Transferzeit nach Tignes rund drei Stunden) fliegt zum Beispiel Lufthansa ab 174 € direkt von Düsseldorf. Eine Alternative ist außerdem Genf (mit Lufthansa oder Swiss), von dort sind es gut dreieinhalb Stunden Transfer. Mit dem Zug wird‘s umständlich: Bourg-St.Maurice – 40 Minuten von Tignes – hat zwar sogar einen TGV-Anschluss, ist aber von Deutschland nur mit zahlreichen Umstiegen oder via Paris und Bahnhofswechsel per U-Bahn zu erreichen. Hilfreiche Tipps gibt www.tignesnet.com.[/tab] [tab title=Skigebiet]Der Tagesskipass für das Mega-Skigebiet „Espace Killy“ mit gut 300 Kilometern Pisten kostet 50,50 € (40,50 € ermäßigt), die Wochenkarte 288 € (230 €). Die Saison des gemeinsamen Skigebiets von von Tignes und Val-d‘Isére dauert bis Anfang Mai, zum Finale gibt‘s reduzierte Preise. Im Sommer treffen sie Skifahrer dann in Tignes auf dem Grande Motte Gletscher. Gäste können aber auch nur für das Skigebiet von Tignes lösen, dann werden 42,50 € (34,50 €) oder 246 € (199,50 €) fällig.[/tab] [tab title=Information und Buchung]Mehr Informationen gibt‘s unter www.tignes.net (französisch, englisch und rudimentär in deutscher Sprache) oder deutlich übersichtlicher und ohne Musik und Videos unter www.tignesnet.com (nur englisch). Über die Webseiten können auch zahlreiche Hotels und Unterkünfte (fast) allen Preisklassen gebucht werden. Eine große Übersicht über das Skiangebot Frankreichs bietet außerdem die Seite de.france-montagnes.com.[/tab] [tab title=Eistauchen]Tignes bietet neben dem Skifahren zahlreiche Outdoorvergnügen an: Von Helikopterflügen, über Snowmobiltouren, Kartfahrten auf Eis bis Hundeschlittenfahren ist quasi alles dabei, was man in Schnee und Eis machen kann. Eistauchen (Plongée sous Glace) kostet ab etwa 100 € und kann bei Alban Michon, +33689151834, [email protected], gebucht werden.[/tab][/tabs]

Hinweis: Der Autor wurde von Atout France auf diese Reise eingeladen. In diesm Zusammenhang wird auf die Leitlinie der journalistischen Unabhängigkeit bei BREITENGRAD53 hingewiesen.

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Schneewalzer mit Miss Chiemgau

Chiemgau? Das klingt nach Chiemsee, Seniorenferien und Kururlaub fand unser Autor. Dabei sind dort – nicht zuletzt dank exzellenter Wintersportbedingungen und Trainingsstätten dort einige der besten deutschen Leistungssportler zu Hause….

Chiemgau? Das klingt nach Chiemsee, Seniorenferien und Kururlaub fand unser Autor. Dabei sind dort – nicht zuletzt dank exzellenter Wintersportbedingungen und Trainingsstätten dort einige der besten deutschen Leistungssportler zu Hause. Wer im Chiemgau auf Langlaufski oder Kufen unterwegs ist, wandelt in den Spuren von Olympiasiegern – und mit etwas Glück läuft man ihnen sogar über den Weg. Wir haben‘s ausprobiert.

Es schneit aus tief liegenden Wolken während Arbeiter auf den riesigen Tribünen herumklettern und zerlegen, wo vor wenigen Tagen noch bis zu 12.000 Gäste Biathlon gefeiert haben. Eigentlich mögen sie Schnee aus Flocken hier gar nicht, in der Chiemgau-Arena von Ruhpolding. Er macht die Strecke unberechenbar und langsam, auf der die besten Biathleten der Welt um Weltcup-Punkte jagen. Auch um unabhängig zu sein von der Witterung wird die knapp sechs Kilometer lange Runde im Chiemgau seit Jahren aus Kunstschnee produziert, der von bis zu 25 Schneekanonen ausgespuckt und dann zu einer bestenfalls 50 Zentimeter dicken Piste gewalzt wird.

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Unterwegs auf der “Romantik-Loipe” von Reit im Winkl: Miss Chiemgau Bettina Scheiwein gefällt es offenbar – sie gibt das Tempo vor.

Im Moment sind es nur knapp 30 Zentimeter, also kann ein bisschen Nachschub nicht schaden. Auch wenn der Höhepunkt der Saison in dem vor vier Jahren für 16 Millionen Euro renovierten Ski-Stadion vorbei ist – der Winter ist noch lang und die Anlage gehört zu den wichtigsten Trainings-Zentren für Deutschlands Biathlon-Elite. Es sind imposante Zahlen, mit denen Otto Steinbacher bei einer Führung durch die Arena beeindruckt. Bis zu 32.000 Fans sorgen bei der Groß-Events hier für Stimmung – jetzt spielt die Musik aus den Lautsprechern nur für die „Roadies“, die die Anlage wieder auf normale Größe zurückbauen.

In Ruhpolding kann sich jeder mal als Biathlet fühlen

Gelegenheit, sich auf den Spuren der Stars einmal selbst als Biathlet zu fühlen. Biathlon-Legende Fritz Fischer hat zwei Kleinkaliber-Gewehre mitgebracht und zeigt, dass er auch mehr als 20 Jahre nach dem Ende seiner Karriere nichts verlernt hat. “Jetzt Ihr.” Für das Erfolgserlebnis lässt der Olympiasieger seine Gäste liegend auf die deutlich größeren Stehendscheiben schießen. Fünf Schuss, fünf Treffer. Gar nicht so schlecht. Allerdings wird beim Gästeschießen auch vorher nicht gelaufen – und der heute 58-jährige Fischer hat seine Scheiben deutlich schneller abgeräumt als seine Gäste. Jetzt ist der Ehrgeiz geweckt, sind für Anfänger auch die viel kleineren Liegendscheiben zu treffen? Sie sind – aber mit nur mit weitaus geringerer Trefferquote und vor allem viel Geduld. Bis zumindest mal drei Scheiben gefallen sind, wären Fritz Fischer und Co längst über alle Berge.

Da sind auch die Heerscharen von Serviceleuten längst, die bei den Profis für schnelle Ski sorgen – nach Ruhpolding und Antholz machen die Biathleten in Nove Mesto, Oslo, Kontiolathi und Khanty Mansiysk Station. Während in der Chiermgau-Arena ihr riesiges Containerdorf abgebaut und auf Tieflader gehievt wird, steht Robert Hochreiter in Inzell mit seinem Expertenwissen auch Hobby-Langläufern zur Verfügung.

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Winteridylle pur: Die St. Anna Kapelle wurde 1906 von den Bauern der Hemmersuppenalm erbaut.

Wer freundlich fragt, darf mit etwas Glück sogar ins Allerheiligste, den Wachsraum im Hinterzimmer seines Sportgeschäftes. Dort nimmt sich Hochreiter für einen guten Service den Langlaufski von Gästen wie Rennläufern auch von Hand an. Abhängig von Witterung und Schnee sorgen verschiedene Wachse und Techniken dafür, dass die Ski perfekt laufen. “Eigentlich alles relativ einfach, aber man hat natürlich auch so seine Tricks, die man niemals verrät”, sagt der 45-Jährige, während er mit geübten Handgriffen Wachs auf die Lauffläche der Ski tropft und mit einem speziellen Bügeleisen glattzieht. Erst wenn gar nichts mehr geht, geht er mit einer Maschine an die empfindlichen Beläge. Mit einem rotierenden Schleifstein kann Hochreiter der Lauffläche eine filigrane kaum sichbtbare neue Struktur verpassen, die verbunden mit dem richtigen Wachs dem Ski erst richtig Fahrt verleiht.

Höchste Zeit, endlich selbst auf die schmalen Bretter zu steigen, die in Chiemgaus Winterwunderland Welt bedeuten. Auf der Hemmersuppenalm wartet Tobias Angerer, elffacher Weltcup-Sieger im Skilanglauf mit Tipps für Langlauf-Anfänger. Am Vormittag gab’s ein Fotoshooting mit potentiellen Kandidatinnen zur Wahl der “Miss Chiemgau”. Im dichten Schneetreiben sind allerdings nur vier von neun Kandidatinnen angetreten. Die anderen bereiten sich lieber daheim auf die abendliche Wahl vor statt sicht mit dem Profi durch den Schnee zu kämpfen – und minimieren damit ihre Chancen auf die Krone. Logisch, sollte eine “Miss Chiemgau” doch auch auf wackeligen Brettern eine gute Figur machen. Und eigentlich ist es auch gar nicht so schwer.

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Schießtraining mit dem Profi: Olympiasieger Fritz Fischer zeigt heute auch Gästen den Umgang mit Ski und Biathlon-Gewehr.

“Vor allem locker auf dem Ski stehen”, sagt der Profi

“Skating, das ist irgendwie wie Walzertanzen im Schnee”, hatte Fritz Fischer gesagt. “Vor allem locker auf dem Ski stehen”, sagt Tobias Angerer – und was bei ersten Skatingversuchen noch arg wackelig aussieht, entwickelt sich unter Anleitung des zweifachen Olympischen Silbermedaillengewinners schnell zu einer veritablen Vorwärtsbewegung. Wer die Technik beherrscht oder in klassischer Spur Kilometer machen will, findet auf der Hemmersuppenalm übrigens eine großartige Panoramaloipe – außer es schneit in dichten Flocken wie beim Langlauf mit Angerer, was der Winterlandschaft dafür eine ganz eigene Stimmung verleiht.

Der 37-Jährige, der seine Karriere nach den Olympischen Spielen in Sotschi beendet hat, kommt aus Traunstein und gehört zu den sportlichen Aushängeschildern einer Region, die nicht zuletzt dank ihrer Sportstätten die vielleicht höchste Wintersportprominenz-Dichte Deutschlands hat. Nach Angerer ist sogar eine eigene Loipe benannt, mit Rait im Winkl und der Winklmoosalm ist untrennbar der Name Rosi Mittermaiers verbunden. Die sportliche Heimat der dreifachen Olympiasiegerin Anni Friesinger liegt nur wenige Kilometer entfernt – die “Max Aicher Arena” in Inzell gilt als die modernste Eislaufhalle der Welt.

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Eine Challenge: Beim Stehendschießen bringt der gesamte Schwarze Bereich einen Treffern, beim Liegendschießen sind die Trefferflächen deutlich kleiner, zeigt Biathlon-Olympiasieger Fritz Fischer.

In Inzell steht die modernste Eishalle der Welt

Szenenwechsel unters Dach. Wo früher Anni Friesinger ihre Runden drehte, trainieren heute die Stars von morgen. Gleichmäßig gleiten sie über die Runde, einige laufen kurze Intervalle. Auf dem Eisfeld im Innenraum ist mehr Action. Der Eishockey-Nachwuchs übt Torschüsse derweil Hubert Graf über Eistemperatur und Luftfeuchtigkeit referiert. Der Mann ist nicht nur Vorsitzender des DEC Inzell-Frillensee, des heimischen Eissportvereins, sondern vor allem Chef der “Max-Aicher-Arena”. In der Halle, zuletzt 2011 Austragungsort von Eisschnelllauf-Weltmeisterschaften, arbeitet eine ganze Mannschaft an Wissenschaft von schnellem Eis beschäftigt. Nicht zu kalt darf es sein, aber auch nicht zu warm. Und je nach Disziplin dann doch wieder anders. “Sprinter lieben es eher weich, Langstreckler eher hart”, erklärt Graf. Und nebenbei hat er auch ganz alltägliche Sorgen: Die steigenden Kosten für Energie belasten das Budget. “Da müssen wir uns mittelfristig was einfallen lassen”, so Graf.

Der Stolz auf “seine” Arena ist dem Herrn des Eises deutlich anzumerken. Noch besser, als den Eismeistern bei einer Führung auch hinter die Kulissen der Anlage zu folgen, die vor vier Jahren mit dem Architekturpreis “World Sport Building of the Year” ausgezeichnet worden ist, wäre es nur, das legendäre Eis einmal selbst zu fühlen. In Inzell kein Problem: Jeden Mittwoch gibt es eine öffentliche “Eiszeit”, bei der auch Gäste auf wackeligen Kufen über die die spektakuläre 400 Meter lange Rundbahn jagen dürfen.

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Die vielleicht weltweit modernste Halle ihrer Art: Die “Max-Aicher-Arena” in Inzell, zuletzt 2011 Austragungsort der Eisschnellauf-Weltmeisterschaften.

Für die neue Miss Chiemgau wahrscheinlich ein sportliches Heimspiel. Mit sympatischer Ausstrahlung und sportlichem Auftritt hat Bettina Scheiwein sogar das Manko wett gemacht, dass sie gar nicht aus der Region, sondern aus Franken stammt und nicht einmal Bayerisch spricht. “Aber ich habe mich in die Region verliebt”, sagt die 28-Jähige mit einem Lächeln – und präsentiert sich wenige Stunden nach der Wahl auch als perfekte Sportbotschafterin.

Dafür, dass sie in ihrem Leben erst drei Mal auf Langlaufski stand, gleitet sie beeindruckend sauber und ausdauernd über die “Romantik-Loipe” von Reit im Winkl. Ganz einfach eigentlich – wie Fritz Fischer gesagt hat. Das Winterprogramm im Chiemgau muss unbedingt ergänzt werden. Denn was ist Biathlon mit Fritz Fischer oder Langlaufen mit Tobias Angerer schon gegen Walzertanzen im Schnee mit Miss Chiemgau?

[tabs][tab title=Anreise]Mit dem Auto ist das Chiemgau über die A8 München-Salzburg erreichbar – abhängig vom Reiseziel über die Ausfahrten Bernau oder Siegsdorf. Bei An- und Abreise einplanen, dass das Chiemgau am Wochenende zwar nicht ganz so viele Tagesgäste hat wie beispielsweise Garmisch, aber doch zur erweiterten Auswahl der Münchner Ausflugsziele gehört und die A8 ohnehin schon staugefährdet ist. Auf der Schiene ist über die Verbindung München-Salzburg des Meridian zum Beispiel Ruhpolding von München aus in knapp zwei Stunden zu erreichen. Bester Flughafen für die Anreise ins Chiemgau ist Salzburg mit Anschluss ans Netz von Lufthansa und Air Berlin sowie Verbindungen von unter anderem Köln, Düsseldorf und Frankfurt. Alternativ bietet sich eine Anreise ab München an – der allerdings rund 140 Kilometer und damit doppelt so weit entfernt liegt wie Salzburg.[/tab] [tab title=Loipen und Skigebiete]Die Region um Inzell, Ruhpolding und Reit im Winkl bietet mehr als 330 Kilometer landschaftlich abwechslungsreiche Loipen für Anfänger wie Profis – darunter auf der Winklmoosalm und mit der Panoramaloipe auf der Hemmersuppenalm auch zwei schneesichere Höhenloipen. Wer Alpin-Ski fahren will, kommt in verschiedenen Kleinskigebieten und auf der Winklmoosalm auf seine Kosten. Tageskarten die Winklmoosalm gibt es abhängig von der Saison ab 24 Euro (12,50 Euro für Kinder), Karten für den Tarifverbund mit dem Skigebiet Steinplatte in Tirol kosten ab 44 Euro (23 Euro), Übernachtungsgäste der Region bekommen die Skipässe ab 21,50 und 35,50 Euro – ab drei Tagen gilt der Skipass für alle Skigebiete im so genannten “Schneewinkel”.[/tab] [tab title=Chiemgau-Arena]Der Besuch des Biathlon-Zentrums zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl ist für Sportfans ein Muss. In der Regel jeden Dienstag und Donnerstag finden dort öffentliche Führungen mit Gästeschießen statt. Montags bis freitags können Langläufer von 17 bis 20 Uhr unter Flutlicht in der Arena trainieren. Wer sich richtig von der Faszination Biathlon anstecken lassen will, kann bei Olympiasieger und Biathlon-Legende Fritz Fischer auch gleich zweitägiges Biathlon-Camp mit allen Facetten des Langlauf- und Biathlontrainings buchen. Weitere Infos unter www.biathloncamp.de[/tab][tab title=Unterkunft und Buchung]Auf einem Hochpleateau am Fuße der Sprungschanzen und gut zwei Kilometer vom Ort entfernt ist “Gut Steinbach” ein perfekter Rückzugsort für ruhesuchende Reisende – und direkt am umfangreichen Loipennetz des Chiemgaus gelegen gleichzeitig idealer Ausgangsort für Langläufer. Für ein Haus der Kategorie Vier Sterne plus präsentieren das Gut entspannt, angenehm unprätentiös und ganz ohne Schickimicki. Im Zentrum aller Entscheidungen bei der Entwicklung des Hotels steht das Thema Nachhaltigkeit. Angeschlossen an das Bioheizkraftwerk von Reit im Winkl waren bei den umfangreichen Renovierungen des Gebäudes ausschließlich Handwerker aus der näheren Umgebung im Einsatz und bis auf wenige Ausnahmen stammen alle in Haus und Küche verwendeten Materialien und Nahrungsmitteln aus einem Umkreis von weniger 80 Kilometern. Für diese Einstellung und seine Arbeit ist Klaus-Dieter Graf von Moltke im aktuellen “Bertelsmann-Guide” sogar zum Hotelier des Jahres ausgezeichnet worden. Abhängig von der Saison kostet die Übernachtung mit Frühstück im Doppelzimmer im “Gut Steinbach” ab 74 Euro. In der gesamten Region gibt es darüber hinaus Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen in allen Kategorien und Preisklassen. Infos und Buchung: www.gutsteinbach.de, [email protected], sowie www.chiemgau-tourismus.de.[/tab][tab title=Chiemgau Team Trophy]Künftig sollen Inzell, Ruhpolding und Reit im Winkl durch die ein Langlaufrennen miteinander verbunden werden. Der Lauf ohne Zeitnahme, bei dem die rund 40 Kilometer komplett oder in Abschnitten gelaufen werden können, war bereits für Ende Januar geplant, aber auf einigen Teilstücken fehlte schlicht der Schnee und die Veranstaltung musste kurzfristig verschoben werden. Neuer Termin ist nun der 1. März. Anmeldungen sind noch möglich.[/tab][/tabs]

Hinweis: Der Autor wurde von Chiemgau Tourismus auf diese Reise eingeladen.

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