Autor: Brigitte Geiselhart

Gletscher in Alaska – Der Unendlichkeit so nah

Weiß, Blau, Schwarz. Fast unheimlich, aber erregend schön. Irgendwie kann man sich an den Farben dieser faszinierenden Eiswelt aus längst vergangenen Zeiten nicht sattsehen. Doch zum Meditieren ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt. Zum Gletscherwandern in Alaska heißt es zunächst, die Spikes über die Bergschuhe zu streifen, Helme auf, Gurte sichern und den spitzen Wanderstab zur Hand. In den nächsten Stunden geht es bergauf und bergab, auch durch Höhlen und über Spalten. Kein Schritt ist eben und Trittsicherheit ist am Ausläufer des Spencer Glaciers ein absolutes Muss.

Weiß, Blau, Schwarz. Fast unheimlich, aber erregend schön. Irgendwie kann man sich an den Farben dieser faszinierenden Eiswelt aus längst vergangenen Zeiten nicht sattsehen. Doch zum Meditieren ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt. Zum Gletscherwandern in Alaska heißt es zunächst, die Spikes über die Bergschuhe zu streifen, Helme auf, Gurte sichern und den spitzen Wanderstab zur Hand. In den nächsten Stunden geht es bergauf und bergab, auch durch Höhlen und über Spalten. Kein Schritt ist eben und Trittsicherheit ist am Ausläufer des Spencer Glaciers ein absolutes Muss.

Gletscherwandern in Alaska 2017 - Brigitte Geiselhart-

(Fotos: Brigitte Geiselhart)

“Wenn kein Wind ist, regnet es in Strömen”

Es hat satte 16 Grad. Vergleichsweise mild und fast ideales Frühsommerwetter im südlichen Alaska. Aber der Wind bläst stark. „Wind ist gut“, sagt Sage. „Denn wenn es keinen Wind gibt, regnet es in Strömen – und dann wird es richtig unangenehm.“ Die junge Frau ist ein Profi in Sachen Gletscherwanderung. Ihr Alltag ist es, als Guide zusammen mit ihrem Kollegen Jeff kleine Gruppen abenteuerbereiter Urlauber zu führen – heute zwei Amerikaner, ein Pärchen aus Australien und zwei Frauen aus Deutschland. „Glaubt mir, ich begehe diese Wanderung fast täglich, aber sie ist immer wieder anders“, erklärt Sage. „Alles ist in Bewegung.  Heute sieht man einen kaum wahrnehmbaren Riss im Eis, der morgen schon eine richtige Spalte sein kann. Die verschiedenen Schichten des Gletschers reiben aneinander, Schmelzwasser dringt ein, kann wieder gefrieren und sich ausdehnen. Für Überraschungen ist hier immer gesorgt.“

Gletscherwandern in Alaska startet mit einem Kajak

Weil keine Straße zum Spencer Glacier führt, hat der Tag mit einer Fahrt in der Alaska Railway begonnen. Der „Glacier Discovery Train“ führt von Anchorage nach Spencer Lake Whistle Stop. An der Endstation angekommen, geht es per Kleinbus weiter zum Camp. Wasserdichte Jacke und Hose aufnehmen, Schwimmweste und Neopren-Handschuhe anziehen und rein geht’s ins Zweier-Kajak – nicht ohne gründliche Einweisung. Bis zum Fuß des Gletschers müssen knappe eineinhalb Meilen auf dem Spencer Lake überwunden werden. Kein schlechtes Aufwärmtraining bei Wassertemperaturen von rund zwei Grad Celsius. Und strenger Gegenwind mit entsprechend hohen Wellen! Also Strömung und vor allem Eisberge beachten und sie geschickt umpaddeln. Nach einer guten Dreiviertelstunde ist das eigentliche Ziel erreicht, Kleidung und Ausrüstung müssen wiederum gewechselt werden.

Gletscher schmilzt 70 Meter pro Jahr

Gehen mit spitzen Eisenhaken an den Füßen will gelernt sein. Stampfen ist angesagt, das jeweilige Bein kräftig heben, sonst verhakt man mit den nach vorne abstehenden Spitzen. „Fest eintreten. Aber die Spitzen bitte nicht ins eigene Bein treten. Ein dummer Unfall ist schnell passiert“, ermahnt Sage. Sie geht voraus und prüft immer wieder, ob sich unter dünnen Eisschichten eine Höhle gebildet haben könnte, und ob eventuell Einsturzgefahr droht. Dass vor 20 000 Jahren der Gletscher das komplette Tal im Chugach Nationalpark ausfüllte, davon wird erzählt und davon, dass sich auch hier in Zeiten des Klimawandels vieles ändert. „Wie 99 Prozent aller insgesamt 100 000 Gletscher in Alaska, zieht sich auch der Spencer Glacier zurück – fast 70 Meter pro Jahr“, sagt Sage betrübt und lässt in den Gesichtern ihrer Zuhörer Betroffenheit zurück.

Risse, Brüche, Spalten

Szenenwechsel: Risse, Brüche, Spalten. Die Guides kennen die gefährlichen Stellen. „Wer will, darf springen – die anderen gehen außen herum“, ermuntert Jeff, als es darum geht, eine etwa ein Meter breite Gletscherspalte mit einer Tiefe von ebenfalls einem Meter zu überwinden. Dann wieder die Konfrontation mit den unterschiedlichen Farben. Gefrorenes Wasser wirke wie ein schwacher Farbfilter. Eisbergkolosse mit wenigen Luftbläschen schimmerten blau, weil rotes, orangenes, gelbes und grünes Licht im Innern der Eisberge von den chemischen Bindungen im Kristallgitter des Wassereises geschluckt würde, erklärt Gletscherexpertin Sage und spricht von „selektiver Absorption“. Deshalb seien zum Beispiel auch in Spalten und Höhlen die Gletschereiswände oft tiefblau gefärbt. „Auch beim Schwarzeis spielen die weitgehend fehlenden Luftblasen eine große Rolle. Es erscheint in der Farbe seines Untergrundes, der aus dunklen Gewässerböden besteht“, ergänzt Jeff.

Irgendwo tut sich immer wieder eine Eishöhle auf

Die Stunden gehen schnell vorbei. Wieder und wieder tut sich eine unerwartete Eishöhle auf, die es – bei aller Vorsicht – sofort zu erkunden gilt. Wo ist der Weg sicher? Sage und Jeff sind mit ihren Eispickeln damit beschäftigt, jedes Risiko so gut es geht, auszuschließen. Gerade das transparente Schwarzeis erweist sich in der Praxis des Gletscherwanderns als spiegelglatt mit steinharter Oberfläche. Jeder Schritt will überlegt sein und die Entscheidung fällt leicht, in die Stapfen des Vordermannes zu treten. „Nicht überholen oder seitlich ausscheren.“ Eine Anweisung, der man gerne Folge leistet. Bergab empfiehlt Jeff den „Cowboy-Gang“. Breitbeinig geht also in diesem Fall vor „Ladylike“. Es geht durch Spalten, durch die man sich mühselig zwängen muss und die sich manchmal als Sackgasse erweisen. Kleine Becken mit Schmelzwasser schreien förmlich danach, die Trinkwasserflasche wieder aufzufüllen. Köstlich! Besser hat klares Wasser wohl noch nie geschmeckt.

Am Abend ist ein Bier fällig

Am Ende des Tages steht fest, dass das Erlebte erst einmal verarbeitet werden muss. Der Rückenwind bei der Rückfahrt auf dem Kajak tut gut – auch wenn er das Umschiffen der Eisberge nicht unbedingt einfacher macht. Auch die Euphorie des Augenblicks trägt. Entspannung und großer Gesprächsbedarf unter den Beteiligten dann im Glacier Discovery Train. Es geht zurück nach Anchorage. Ein Bier ist heute Abend fällig. Mindestens. Und morgen geht’s mit dem Wasserflugzeug in Richtung Norden. Bären in freier Wildbahn beobachten. Und Elche.

Infos zu Alaska

Alaska – eine fast unberührte Natur für Einsamkeit suchende, abenteuerlustige und aktive Menschen. Ein Land, das fünfmal so groß ist wie Deutschland, allerdings nur rund 680 000 Einwohner zählt. Anchorage ist zwar nicht die Hauptstadt (das ist Juneau), aber sie ist mit rund 300 000 Einwohnern die größte Stadt Alaskas und, wenn man so will, die einzige echte Metropole – und ist Ausgangspunkt für zahlreiche kleine und große Abenteuer. Gleich neben dem International Airport liegt der größte Wasserflughafen der Welt. Die Wildnis beginnt hinter der Stadt. Eine Reise mit dem Zug von Süd nach Nord mit Start in Seward erlaubt Blicke auf Bär & Co. Urlauber finden zahlreiche Zimmer in ruhig gelegenen Lodges, in Hotels und Motels sowie in Bed & Breakfast-Unterkünften.

Anreise: Mehrmals wöchentlich mit Condor im Direktflug von Frankfurt nach Anchorage. Iceland Air fliegt via Island nach Anchorage.

Einreise: Deutsche benötigen zur visafreien Einreise einen gültigen Reisepass und eine vor Reiseantritt bewilligte ESTA-Genehmigung.

Weitere Infos: Visit Anchorage, Anchorage, AK 99501-2212, Tel. 001-907-257-2310, www.anchorage.net.

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Da würde Captain Cook aber staunen

Typisch deutsch? Vielleicht. Das Bauernomelette hat jedenfalls nie besser geschmeckt. Und die Hefeschnecke zum Nachtisch. Nicht zu süß, nicht zu klebrig. Einfach lecker. „Mit echter Butter und frischen Eiern“, erzählt Stefanie Wierer-Flynn. „Sie wird täglich mit viel Liebe hergestellt. Natürlich alles in Handarbeit.“ Keine Frage, das Essen ist klasse. Aber das ist sicher nicht der einzige Grund, warum man sich im legendären „Bake Shop“ in Girdwood wie zuhause fühlt. Girdwood wo?

Typisch deutsch? Vielleicht. Das Bauernomelette hat jedenfalls nie besser geschmeckt. Und die Hefeschnecke zum Nachtisch. Nicht zu süß, nicht zu klebrig. Einfach lecker. „Mit echter Butter und frischen Eiern“, erzählt Stefanie Wierer-Flynn. „Sie wird täglich mit viel Liebe hergestellt. Natürlich alles in Handarbeit.“ Keine Frage, das Essen ist klasse. Aber das ist sicher nicht der einzige Grund, warum man sich im legendären „Bake Shop“ in Girdwood wie zuhause fühlt. Girdwood wo?

Alaska. Etwa 60 Kilometer südöstlich von Anchorage. Anfang Juni 2017. Klare Sicht bei Außentemperaturen von knappen 16 Grad. Wer von der Hauptstadt kommend hier rausfährt, hat sich auf kurzer Strecke die Pazifikluft um die Nase wehen lassen und viele Naturschönheiten gesehen: Das Rainbow, Indian und Bird Valley, hat in der Regel auch schon die ersten Beluga-Wale gesichtet. Das kleine Städtchen Girdwood am Fuße des Mount Alyeska ist so etwas wie der Lieblings-Spielplatz von Einheimischen und Touristen – im Sommer wie im Winter. Hier ist das einzige echte Skigebiet Alaskas und bis Anfang Oktober kann bei vergleichsweise milden Temperaturen auch ausgiebig Sommersport betrieben werden. Im Winterhalbjahr ist hier eine Schneehöhe von zehn Metern und mehr keine Seltenheit und im in der warmen Jahreszeit wird das Wasser am Turnagain Arm im Cook Inlet des Golf von Alaska kaum wärmer als fünf Grad. Aber Bewegung gibt’s rund um Girdwood immer, dafür sorgt schon der mit zehn Metern größte Tiedenhub der Welt. Und im Gezeitenspiel finden sportlich ambitionierte, in wetterfeste Neoprenanzüge gewandete Surfer ihr ganz spezielles Paradies. Davon konnte der gute James Cook natürlich noch nichts ahnen, als er im Jahr 1778 auf der Suche nach der Nordwestpassage als erster Europäer in die Bucht segelte – und mit seinem wütenden Kommando „Turn again“ seinen Steuermann anfauchte und somit zum Namensgeber von Bucht und Seitenarm wurde.

Alaska Girdwood

Von Imhof darf sich als Mister Alyeska fühlen

Viele haben mittlerweile den ganz speziellen Reiz dieser unvergleichlichen Umgebung erkannt. Auch Chris von Imhof. Er stammt aus einer Hoteliers-Familie, die in Garmisch beheimatet ist. Mit ihm und seiner Frau Brigitte Baumann-von Imhof in ihrem mit viel bayerischem Flair ausgestatten Haus zu plaudern und einen Grillabend zu verbringen, heißt viel zu erfahren vom Jetset, der sich in Girdwood schon vor vielen Jahren getummelt hat, aber auch von der eigenen bewegten und schillernden Vergangenheit des heute 77-Jährigen. Mit Fug und Recht darf sich von Imhof als Mister Alyeska fühlen. Schon mit 19 Jahren wanderte er nach Kalifornien aus, stieg bei Alaskan Airlines ein, wurde schließlich zum General Manager des damals noch in den Kinderschuhen steckenden Ski-Resorts Alyeska und heiratete eine „Miss Alaska“. Von Imhof ließ die Puppen im wahrsten Sinne des Wortes tanzen und zeigte den Nordamerikanern, was es mit alpenländischen Après Ski so alles auf sich haben kann. Der Aufstieg des Skigebiets war magisch und wäre fast mit den Olympischen Spielen belohnt worden. 1994 zog man gegen Lillehammer mit nur einer Stimme den Kürzeren. Münchner Weißbier gibt’s auch heute noch reichlich in Girdwood. Die Straßen heißen Davos Drive, Arlberg Avenue oder Innsbruck Road und auf der Piste gibt es standesgemäß einen Imhof Drive. Seine wilden Zeiten hat Chris von Imhof hinter sich gebracht, macht weniger Party und geht lieber mit seiner Brigitte Schwammerl suchen. „Hier wachsen riesige Steinpilze“, verrät er und fasst glücklich zusammen: „Weißt du, ich bin einfach verliebt in dieses Land.“

Alaska deutsche Hefeschnecke

Natursauerteigbrot – Made in Alaska

Nicht mondän, dafür irre gemütlich ist der Bake-Shop. Er ist weit über die Region hinaus bekannt – zum Beispiel auch für sein Natursauerteigbrot. Gegründet wurde er vor 42 Jahren vom Deutschen Werner Egloff. Er gab ihn vor rund 20 Jahren an die gebürtige Bruchsalerin Stefanie Wierer-Flynn und ihren Mann Mike weiter. Tradition mit Kreativität zu paaren, das war immer ihr Anliegen. Und weil in Alaska manche „Luxusgüter“ kaum erschwinglich sind, lässt man sich im 49. US-Staat gerne einmal im Jahr Pflaumen aus den „Lower 48“ einfliegen. „Damit wir unseren Gästen das ganze Jahr über etwa 40 Gallonen echtes Pflaumenmus servieren können. Entsteint wird mit der Hand und oft halfen meine Eltern mit, wenn sie hier zu Besuch waren“, plaudert Stefanie Wierer-Flynn ein wenig aus dem Nähkästchen. Weil aber ihr Mann im kommenden Jahr 60 wird, weil der Blick jetzt in Richtung Ruhestand geht und weil das Leben etwas beschaulicher werden soll, haben sich Stefanie und Mike schweren Herzens dazu entschlossen, den Bake Shop in an die gebürtigen Alaskaner Brian und Isha Kari zu verkaufen – im Bewusstsein, dass sie die deutsche Back- und Kochtradition weiterführen. Die Lage des Hauses könnte wildromantischer nicht sein. Im Winter im Skigebiet des Mount Alyeska direkt vor die Haustür zu fahren, das wird von den Gästen ebenso geschätzt, wie im Sommer im Blumengarten zu sitzen und die Aussicht auf Berge und Bären zu genießen. „Es kann auch schon mal vorkommen, dass man Gesellschaft von Schwarzbären bekommt, die aus einem Vogelhäuschen ein paar Sonnenblumenkerne stibitzen, oder man auf Elche trifft, die den Rasenmäher ersetzen“, erzählt Stefanie Wierer-Flynn und kommt ein wenig ins Schwärmen: „Alaska war immer unser Traum. Die landschaftliche Weite ist einfach unglaublich schön, aber auch die Herzlichkeit der Menschen und die ganze Lebensart haben uns immer begeistert.“

Bleibt die Frage nach dem Rezept für das Bauernomelette. „Das wird natürlich nicht an Gäste weitergegeben“, sagt Stefanie Wierer-Flynn augenzwinkernd. Das ist doch ein Grund, nach Alaska zurückzukehren – aber ganz sicher nicht der einzige.

Infos zu Alaska

Alaska – eine fast unberührte Natur für Einsamkeit suchende, abenteuerlustige und aktive Menschen. Ein Land, das fünfmal so groß ist wie Deutschland, allerdings nur rund 680 000 Einwohner zählt. Anchorage ist zwar nicht die Hauptstadt (das ist Juneau), aber sie ist mit rund 300 000 Einwohnern die größte Stadt Alaskas und, wenn man so will, die einzige echte Metropole – und ist Ausgangspunkt für zahlreiche kleine und große Abenteuer. Gleich neben dem International Airport liegt der größte Wasserflughafen der Welt. Die Wildnis beginnt hinter der Stadt. Eine Reise mit dem Zug von Süd nach Nord mit Start in Seward erlaubt Blicke auf Bär & Co. Urlauber finden zahlreiche Zimmer in ruhig gelegenen Lodges, in Hotels und Motels sowie in Bed & Breakfast-Unterkünften.

Anreise

Mehrmals wöchentlich mit Condor im Direktflug von Frankfurt nach Anchorage. Iceland Air fliegt via Island nach Anchorage.

Einreise

Deutsche benötigen zur visafreien Einreise einen gültigen Reisepass und eine vor Reiseantritt bewilligte ESTA-Genehmigung.

Weitere Infos

Visit Anchorage, Anchorage, AK 99501-2212, Tel. 001-907-257-2310, www.anchorage.net.

 

Titelfoto: Fotolia.de #91962362 | Urheber: Amanda Mortimer

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Nicht ausgewandert, innerhalb Europas umgezogen

Naturverbunden. Bodenständig. Ein Wiesentaler und ein echter Schwarzwälder eben. Und ein Journalist, der sein Handwerk von der Pike auf gelernt hat. So könnte man Markus Bäuchle charakterisieren. In Schopfheim ist…

Naturverbunden. Bodenständig. Ein Wiesentaler und ein echter Schwarzwälder eben. Und ein Journalist, der sein Handwerk von der Pike auf gelernt hat. So könnte man Markus Bäuchle charakterisieren. In Schopfheim ist er aufgewachsen, hat bei der Lokalzeitung „Markgräfler Tagblatt“ volontiert, in Heidelberg studiert, Ende der 1980er auch eine Zeit lang die Kreisredaktion des Oberbadischen Verlagshauses Jaumann in Lörrach geleitet. Als Reisejournalist war er später viel unterwegs, hat seinen Wohnort oft gewechselt. Doch dann änderte sich sein Lebensplan.

Herbst 2016. Treffen mit Markus Bäuchle. Im Südwesten Irlands, im Städtchen Glengarriff in der Region Cork. Hier wohnt er, zusammen mit seiner Frau Eliane Zimmermann und zwei Söhnen. 1999 hat sich das Ehepaar entschlossen, den Lebensmittelpunkt zu wechseln. Von „Auswandern“ oder „Zelte abbrechen“ will Bäuchle in diesem Zusammenhang aber nichts hören. „Wir sind innerhalb Europas umgezogen. Das ist alles“, sagt der 57-Jährige. „Was kann ich tun, um die Arbeiten nicht mehr zu machen, die ich eigentlich nicht machen will? Und was, um nicht mehr soviel reisen zu müssen?“ Diese Fragen habe er sich damals gestellt – und die Antworten an diesem idyllischen Fleckchen Erde auf der grünen Insel gefunden. In der Zeit des New Economy hat er von Irland aus eine Online-Redaktion geleitet. Und dann war die Lust an journalistischen Aktivitäten plötzlich ganz weg. „Ich hatte einfach zu lange über die falschen Dinge geschrieben“, sagt er heute. Fast acht Jahre lang gönnte sich Markus Bäuchle eine Schreibpause – der Spaß kam schließlich mit einem eigenen Irland-Magazin zurück.

Auswandern in Europa - Markus Baeuchle - Brigitte Geiselhart - Reiseblog Breitengrad53-1

Wandern und Natur sind seine großen Leidenschaften: Markus Bäuchle auf der vor Glengarriff gelegenen Garinish Island – im Hintergrund sein „Hausberg“ Sugarloaf Mountain. (Fotos: Geiselhart)

Ich war immer auf der Suche nach der Natur

„Eigentlich bin ich ein echtes Landei geblieben. Und ich war immer auf der Suche nach der Natur“, wird Markus Bäuchle ein wenig nachdenklich. „Dort, wo ich als Kind im Wiesental gespielt habe, gibt’s heute Gewerbegebiete und eine Umgehungsstraße. Hier im Südwesten Irlands kann ich tagelang gehen, ohne zerstörerische Eingriffe in die Natur zu sehen. Vielleicht gefällt’s mir gerade deswegen hier so gut.“ Mittlerweile hat er seine „Wanderlust“ zu seinem Hauptberuf gemacht. Der gleichnamige Reiseveranstalter, den er mit seiner Frau vor einigen Jahren gegründet hat, läuft gut. Das Angebotsspektrum ist breit gefächert, sehr individuell gestaltet und reicht von klassischen Wanderferien über Besuche der Küsteninseln bis hin zu Touren durch die schönsten Gärten der Gegend. An diesem Morgen bringt das Ehepaar Bäuchle-Zimmermann sechs Touristen aus dem Frankenland die Schönheiten der vor Glengarriff gelegenen „Garinish Island“ – die wegen ihrer Blütenpracht und ihres fast subtropischen Klimas gerne auch mit der Bodenseeinsel Mainau verglichen wird – nahe. „Hi Markus, how are you“ heißt es beim freundschaftlichen Gespräch mit dem Kapitän der kleinen Fähre oder bei anderen Treffen mit Einheimischen. Man kennt sich, man versteht sich, man plaudert gerne miteinander. Dass Markus Bäuchle sich angenommen und integriert fühlt, daran lässt er keinen Zweifel. „Iren und Deutsche kommen in der Regel gut miteinander klar. Wir Deutschen neigen allerdings schon dazu, die Iren zu romantisieren“, sagt er. „Aber auch hier gibt es Probleme genug. Auch hier wird gehobelt, auch hier fallen Späne – nur wird manches halt etwas freundlicher verpackt.“

Der irische Winter steht vor der Tür. Es wird ruhig, sehr ruhig. Zeit, um die neue Saison gut vorzubereiten. Aber auch Zeit, um aufs Neue zu sich zu finden. „Ich liebe auch den irischen Winter – wenn es nicht gerade wie im vergangenen Jahr vier Monate lang regnet und stürmt“, sagt Markus Bäuchle schmunzelnd. Das mit der Einsamkeit könne freilich schon so eine Sache sein, gibt er gerne zu. Wenn man mit sich selber nicht auskomme, sei man verloren. Umso wertvoller sei eine gute Beziehung. Denn: „Es gibt kaum Abwechslung im Winter. Man kann sich nicht groß ausweichen.“ Mal Urlaub machen? Nicht nötig. „Ich rede mir seit 16 Jahren ein, dass ich hier im Urlaub bin“, sagt er. „Das ist frommer Selbstbetrug, aber es funktioniert.“

“Ich bin hier mehr daheim als zuhause”

„Heimat“ ist für Markus Bäuchle ein sehr komplexer Begriff. „Ich bin hier mehr daheim als zuhause“, umschreibt er die Tatsache, dass er in Glengarriff mit sich, seiner Familie und seiner Umwelt im Reinen ist. Mit „Black Pudding“ zum Frühstück kann er sich allerdings nicht anfreunden. Mit der ewigen Toast-Esserei auch nicht. Deswegen wird gutes Brot auch immer wieder mal selber gebacken. Sauerkrautsaft vermisst er übrigens – und auch guten deutschen Wein. Aber der Schwarzwald ist ja nicht aus der Welt und Schopfheim schon gar nicht. Die regelmäßigen Kontakte nach Deutschland und die Besuche bei seinen Eltern, seiner Schwester und seinen Freunden gehören für Markus Bäuchle zur Selbstverständlichkeit. Schließlich ist er ja nicht ausgewandert, sondern nur innerhalb Europas umgezogen.

Auswandern in Europa - Markus Baeuchle - Brigitte Geiselhart - Reiseblog Breitengrad53-3

„Eine gute Beziehung ist gerade in der Einsamkeit wertvoll.“ Markus Bäuchle mit seiner Ehefrau Eliane Zimmermann.

Vom Journalisten zum Reiseveranstalter

Markus Bäuchle ist in Schopfheim in der Nähe der deutsch-schweizerischen Grenze geboren und aufgewachsen. Nach seinem Abitur am Theodor-Heuss-Gymnasium schlug er eine journalistische Laufbahn ein. Er volontierte in den Redaktionen Schopfheim und Weil des Markgräfler Tagblatts und arbeitete während seines sozialwissenschaftlichen Studiums in Heidelberg als Freier Journalist. Danach arbeitete er in verantwortlicher Position für mehrere Zeitungen, unter anderem auch für Fachzeitschriften aus der Tourismus- und Finanzbranche. Anfang des neuen Jahrtausends zog er mit seiner Familie in den Südwesten Irlands um. Er gründete den Reiseveranstalter „Wanderlust“ und produziert zudem das Internet-Magazin Irlandnews.com mit Nachrichten und Tipps aus Irland (www.irlandnews.com). Im Sommer 2015 erschien die dritte Auflage seines Buches „Irland. Ein Länderporträt“. Zusammen mit seiner Frau Eliane Zimmermann veröffentlichte er im Jahr 2015 das Buch „111 Gründe, Irland zu lieben“. Markus Bäuchle ist 57 Jahre alt und hat drei Söhne.

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Schnell frühstücken? Pustekuchen

Der morgendliche, noch nicht ganz frische Blick aus dem Schlafzimmerfenster im ersten Stock dieses Hauses im malerischen Spanish Point in Milltown Malbay verheißt Gutes. Die Luft ist klar. Der orkanartige…

Der morgendliche, noch nicht ganz frische Blick aus dem Schlafzimmerfenster im ersten Stock dieses Hauses im malerischen Spanish Point in Milltown Malbay verheißt Gutes. Die Luft ist klar. Der orkanartige Sturm von gestern hat sich gelegt. Das Wetter an der südwestlichen Küste Irlands ist eben immer für Überraschungen gut. Satte 17 Grad und nur geringe Bewölkung sind vorausgesagt.  Für irische Verhältnisse also ein Urlaubstag wie aus dem Bilderbuch. Heute stehen die berühmten Cliffs of Moher auf dem Reiseprogramm. Spektakuläre Aussichten dürften also garantiert sein. Noch schnell frühstücken, und dann kann’s losgehen.

Bed and Breakfast Irland – Schnell frühstücken? Pustekuchen

Schnell frühstücken? Pustekuchen. Im „Berrylodge B&B“ in Irlandnimmt man sich ausgiebig Zeit für die erste Mahlzeit des Tages. Und sie wird von der Chefin des Hauses persönlich zubereitet. „Welcome, I am Rita“, hatte sie sich am Vorabend den frisch eingetroffenen Urlaubern vorgestellt, sie über die steile Treppe in eins der insgesamt fünf Gästezimmer im Obergeschoss geführt, freundlich geplaudert und auch die Uhrzeit fürs Frühstück am nächsten Tag abgefragt. „Is 8.30 o.k?“ Na gut, warum nicht. Ein wenig ausschlafen kann ja nicht schaden, hatten sich die beiden Deutschen gedacht, die im Urlaub normalerweise nicht früh genug aus den Federn kommen können.

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Schön gelegen: Das Berrylodge B&B in Spanish Point Milltown Malbay. (Fotos: Geiselhart)

Heimelig ist es, das Frühstückszimmer im Erdgeschoss. Dieser Raum lädt dazu ein, es sich in den nostalgischen Sesseln so richtig bequem zu machen. Atmosphäre irgendwie wie in einem Wohnzimmer aus längst vergangener Zeit. In der Vitrine ein paar Bilder von Freunden oder Verwandten. Der frisch gepresste Orangensaft steht schon auf dem Tisch. Natürlich auch Butter und die unvermeidliche Orangenmarmelade. „Coffee? Tea? Toast white or brown?“, fragt Rita mit ansteckend guter Laune. Vielleicht auch Milch und ein paar gesunde Cerealien? Gerne. Aber das ist alles nur Vorgeplänkel. Das traditionelle „Full Irish Breakfast“ ist mehr, viel mehr. Und es wird selbstverständlich per Karte geordert. Während der Tischnachbar über alle Backen strahlt, als er Räucherlachs satt und Rühreier serviert bekommt, hat sich seine Ehefrau für herrlich duftende Pancakes mit jeder Menge Sirup und frischem Obst entschieden. Lecker – und ans Mittagessen denkt in den nächsten paar Stunden auch niemand mehr. „Die perfekte Location, um die Clare Coast zu erkunden. Vor allem aber die Herzlichkeit und das phantastische Frühstück haben uns begeistert.“ Diesem Eintrag aus dem Gästebuch des Hauses schließt man sich gerne an, bevor es heißt, den nächsten Abschnitt der Reise in Angriff zu nehmen.

Eccles Hotel blickt auf 250-jährige Geschichte zurück

Nicht dass es in Irland keine Hotels gäbe, die erwähnenswert wären. Auch im Südwesten, und damit weit abseits der Metropole Dublin. Das Eccles Hotel in Glengarriff blickt auf eine mehr als 250-jährige Geschichte zurück – und erinnert mit seiner imposanten Außenfassade, aber auch mit seinem morbiden Charme fast an das Berghotel Sanatorium Schatzalp aus der Zauberberg-Verfilmung nach der literarischen Vorlage von Thomas Mann. Es ist aber auch der ideale Ausgangspunkt für eine Wanderung auf den „Sugarloaf Mountain” oder einen Ausflug zum weißen Sandstrand von Barleycove Beach. In Glengarriff trifft man auch auf Markus Bäuchle, einen gebürtigen Schwarzwälder, der hier vor 16 Jahren sesshaft geworden ist. Er sei in seinem früheren Leben – bedingt durch seinen Beruf als Journalist – viel zu oft umgezogen, habe in vielen Großstädten gewohnt und sei dennoch ein „Landei“ geblieben, sagt der 57-Jährige. Mittlerweile hat er seine eigene „Wanderlust“ zu seinem Hauptberuf gemacht. Der gleichnamige Reiseveranstalter, den er mit seiner Frau vor einigen Jahren gegründet hat, läuft gut. Das Angebotsspektrum ist breit gefächert, sehr individuell gestaltet und reicht von klassischen Wanderferien über Besuche der Küsteninseln bis hin zu Touren durch die schönsten Gärten der Gegend.

Höhepunkt ist der berühmte „Black Pudding“

Zurück zu den so landestypischen und doch so unterschiedlichen Bed&Breakfast Pensionen – sie sind vielleicht die beste Möglichkeit, irische Gastfreundschaft zu erleben. Nur fünf Minuten Fußweg sind es vom luxuriösen „Portmagee Heights B&B“ zum Zentrum des kleinen Fischerdorfes. Und weil an diesem Morgen der unglaublich dichte Nebel eine Überfahrt zur sagenumwobenen, zwölf Kilometer von der Küste entfernten ehemaligen Mönchsinsel „Skellig Michael“ unmöglich macht, hat sich jemand, der zuhause nie im Traum daran denken würde, sich zum Frühstück etwas Deftiges einzuverleiben, für ein ganz besonderes Wagnis entschieden. Heute muss schon am frühen Morgen ein richtiges Menü her: Spiegeleier, eine Art von Rinderwürstchen, Kartoffelecken, Tomaten, Pilze – und als ultimativer Höhepunkt der berühmte „Black Pudding“. Keine Süßspeise, sondern im Grunde nicht mehr und nicht weniger als gebackenes Schweineblut, das aufgrund seiner Form eben auch an Pudding erinnern könnte. Laut Wikipedia übrigens ein „Blutwursterzeugnis mit Getreideanteil“. Nicht unbedingt was für jeden Tag, aber es schmeckt. Erstaunlich gut sogar. Dass das Mittagessen zum wiederholten Mal ausfällt, müsste eigentlich nicht extra erwähnt werden.

Eier in allen Varianten gehören zu den Favoriten

Dass die Frühstücksgewohnheiten auch in Irland unterschiedlich sein können, davon kann man sich im Summerhill B&B im Städtchen Castletownbere ein Bild machen. Dort liegt nämlich bereits abends im Eingangsbereich des modernen Hauses die Speisekarte für den nächsten Morgen aus – mit der Bitte, das Menü der Wahl einzutragen. Beim Blick auf die Liste wird klar: Eier in allen Varianten gehören offenbar zu den Favoriten, gebratener Speck natürlich auch. Dicke Bohnen und der bereits erwähnte Black Pudding sowieso. Warum also nicht ein wenig aus der Reihe tanzen und einen original „Porridge“ bestellen? Punkt 8.30 Uhr wird der von Cornelius O’Sullivan frisch gekochte Haferbrei mit Beeren serviert – auch eine gute Wahl.

Nach spannenden und erlebnisreichen Tagen geht’s mit dem Mietwagen zurück nach Dublin, bevor der Rückflug nach Deutschland angetreten wird. Es bleibt genügend Zeit, sich um etwas anderes als immer nur ums Essen zu kümmern: ums Trinken. Genauer gesagt ums Guinness. Aber auch das irische Nationalgetränk will richtig gezapft werden, bevor es stilsicher genossen werden kann. Das lernt man zum Beispiel im „Guinness Storehouse“. Aber das ist eine andere typisch irische Geschichte.

Weitere Reiseinformationen zu Irland

Anreise: Aus Deutschland wird Irland direkt angeflogen von Aer Lingus, Lufthansa, Ryanair und Germanwings. Reiseveranstalter und Fluggesellschaften bieten günstige Fly&Drive-Angebote an. Eine direkte Fährverbindung besteht mit Irish Ferries von Cherbourg nach Rosslare und Dublin, über Großbritannien gibt es unterschiedliche Routen.

Einreise: Für deutsche Urlauber genüg ein gültiger Personalausweis.

Währung: In der Republik Irland gilt der Euro als Währung, in Nordirland das Pfund Sterling. Benötigen Sie eine Kreditkarte, mit der Sie auch in Irland kostenlos Geld beziehen können, finden Sie auf unserer Seite Geld im Urlaub eine Übersicht über kostenlose Kreditkarten.

Klima: Bedingt durch den Golfstrom herrscht das ganze Jahr hindurch ein mildes, ausgeglichenes Klima. Die Temperaturen steigen selten unter 0 oder über 25 Grad, Schnee und Frost kennt man auf der grünen Insel kaum.

Beste Reisezeit: April bis Oktober, wobei es im Juli und August häufiger regnen kann. Mai/Juni und Sept/Okt sind relativ beständig.

Unterkünfte: Irland bietet alle Unterkünfte für jedes Budget von Campingplätzen über Jugendherbergen, Privatpensionen (B&B), Herrenhäusern, Hotels bis zu 5 Sternen und luxuriösen Schlosshotels. Hier finden Sie eine Auswahl an Unterkünften in Irland.

Aktivitäten: Wandern, Rad fahren, Golfen (über 400 Plätze), Angeln, Reiten und Bootsurlaub gehören zu den beliebtesten Aktivitäten in Irland sowie kulturelle Ausflüge und Besuche von Gärten, die wegen ihrer üppigen und exotischen Flora sehenswert sind.

Reiseführer: Hier finden Sie eine Auswahl an Reiseführern für Irland

Weitere Infos: Alle Informationen über die Insel Irland: www.ireland.com

Hinweis: Die Reise wurde unterstützt von Tourism Ireland.

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Amerikaner lieben deutsches Bier aus Portland

Als Bierliebhaber hat man im Ausland oft so seine Probleme. Auch in den Vereinigten Staaten. In der Wirtschaftsmetropole Portland im US-Staat Oregon ist das allerdings anders. Dort kann man abends…

Als Bierliebhaber hat man im Ausland oft so seine Probleme. Auch in den Vereinigten Staaten. In der Wirtschaftsmetropole Portland im US-Staat Oregon ist das allerdings anders. Dort kann man abends gemütlich in der Kneipe sitzen und sein „Kölsch“, „German Pale Ale“ oder „Weißbier“ genießen. Und es schmeckt – garantiert. Das Bier ist nämlich streng nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut, der Hopfen kommt aus Tettnang und das Malz aus Bamberg und Heidelberg. Und der Brauer heißt Tobias Hahn, ein gebürtiger Freiburger. Er hat vor einem Dreivierteljahr zusammen mit seinem Geschäftspartner Nick Greiner das „Rosenstadt“-Bier auf den Markt gebracht – mit Erfolg.

Nur zwei Auslandssemester waren in den USA geplant

„In unserer Stadt gibt es eine Vielzahl von Brauereien und die Portlander sind als Bierkenner bekannt – umso mehr schätzen sie Geschmack und Qualität“, weiß Tobias Hahn. Vor mehr als 20 Jahren wollte der heute 44-Jährige im Rahmen seines Biologiestudiums eigentlich nur ein oder zwei Auslandssemester in den Vereinigten Staaten verbringen. Ans Bierbrauen hat er damals auch noch nicht gedacht. Doch dann kam alles anders.

Tobias Hahn lebt zusammen mit seiner Frau Melissa und seinen beiden Kindern Caleb und Olivia in einem ruhigen Wohnviertel Portlands.  Man sitzt gemütlich im eigenen Garten, die Tomaten und Zucchini wachsen gut. Der Gastgeber stellt ein paar Proben seines Bieres auf den Tisch. Einfach lecker – da fühlt man sich doch gleich wie zuhause. Man kommt ein wenig ins Plaudern. Tobias Hahn erzählt, dass er nach dem Abitur mit seinem Studium an Albert-Ludwig-Universität begonnen hat. Nichts Außergewöhnliches also für einen Freiburger. Das universitäre Austauschprogramm, das ihn nach dem Vordiplom nach Tucson /Arizona führte, gefiel ihm gut – so gut, dass er dort sein Studium abschloss, seinen Doktor in Mikrobiologie und Immunologie machte und dann in der Krebsforschung arbeitete.

Weil sein Labor verlegte wurde, führte 2008 der weitere berufliche Weg nach Portland und ins dortige „Providence Cancer Center“ – bis schließlich die Forschungsgelder gestrichen wurden und er als mittlerweile zweifacher Familienvater damit auch seinen Job los war. Also blieb mehr Zeit, um sich als „Hausmann“ um die Erziehung seiner Kinder zu kümmern – seine Frau praktizierte damals schon als Kinderärztin. Und dann traf er eines Tages auf Nick Greiner, der mit einer deutschstämmigen Frau verheiratet ist, ebenso seine Kinder jeden Samstag zur Schule der deutsch-amerikanischen Gesellschaft brachte und als Projektmanager in einer ähnlichen Situation wie Tobias Hahn war.

Nach 18 Monaten Testphase war das „Rosenstadt“-Bier geboren

Weil beide Männer schon immer was für gutes Bier übrig, und für den Eigenbedarf auch mal im hauseigenen Keller gebraut hatten, ergab schnell eins das andere. Warum sich nicht zusammentun und das Bierbrauen professionell betreiben? Streng nach deutschem Reinheitsgebot, versteht sich. Nach 18 Monaten Testphase war das „Rosenstadt“-Bier geboren. Ein Name, der für Tobias Hahn und Nick Greiner auf der Hand lag – schließlich ist Portland als „City of Roses“ bekannt. Heute werden bereits rund 80 Restaurants und Bars mit dem deutschen Bier beliefert und 90 Hektoliter pro Monat – derzeit noch außer Haus – gebraut.

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Ein gutes Team: Tobias Hahn (rechts) und sein Geschäftspartner Nick Greiner beliefern mittlerweile rund 80 Restaurants und Bars in Portland mit ihrem „Rosenstadt“-Bier. (Fotos: Geiselhart)

„Wenn es weiter aufwärts geht, erfüllt sich vielleicht auch unser Traum von einer eigenen Brauerei“, blickt Tobias Hahn optimistisch in die Zukunft. In ein paar Wochen geht’s im Sommerurlaub mit der ganzen Familie nach Freiburg. Dann gibt’s  ein Wiedersehen mit seiner Mutter, seinem Bruder und mit vielen Freunden und Bekannten. Dass man sich gleich bei der Ankunft am Frankfurter Flughafen eine Butterbrezel gönnt, das steht für die ganze Familie jetzt schon fest. Aber auch, dass der erste Stopp in einer Freiburger Brauerei gemacht wird. „Das Bier und die Weißwürste lasse ich mir auf keinen Fall entgehen“, freut sich Tobias Hahn.

Weitere Informationen zu Portland

Info Portland

Portland überzeugt durch ein charmantes Kleinstadtflair, ist gleichzeitig aber das wirtschaftliche Zentrum des im Nordwesten der USA gelegenen Bundesstaates Oregon. Die Stadt hat rund 600 000 Einwohner – im Großraum Portland leben 2,2 Millionen Menschen. Portland ist auch idealer Ausgangspunkt für Rundreisen durch Oregon. Weitere Informationen und Kontakt: www.travelportland.de, www.TravelOregon.de, E-Mail: [email protected], Telefon +49 89 6890638-42


Anreise

Condor fliegt im Sommer 2016 viermal wöchentlich ab Frankfurt nonstop nach Portland.


Bezahlen in Portland

In den USA zahlt man mit US$, Euro werden in den wenigstens Geschäften akzeptiert. In den meisten Restaurants und Geschäften werden aber die gängigen Kreditkarten akzeptiert. Benötigen Sie eine Kreditkarte, mit der Sie auch in den USA kostenlos Geld beziehen können? Auf unserer Seite Geld im Urlaub finden Sie eine Übersicht über kostenlose Kreditkarten.


Reiseführer für Portland

Es gibt zahlreiche Reiseführer über Portland. Eine Auswahl an Reiseführern für Portland finden Sie hier.


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Hinab in die Unterwelt der Maya

Treffpunkt 8 Uhr. „Ausgeschlafen? Gut gefrühstückt?“, will Reiseleiterin Anja von den Mitgliedern der kleinen Gruppe von abenteuerbereiten Touristen wissen, die sich pünktlich am Hoteleingang eingefunden hat. „Na klar“, kommt es…

Treffpunkt 8 Uhr. „Ausgeschlafen? Gut gefrühstückt?“, will Reiseleiterin Anja von den Mitgliedern der kleinen Gruppe von abenteuerbereiten Touristen wissen, die sich pünktlich am Hoteleingang eingefunden hat. „Na klar“, kommt es wie aus einem Munde zurück. Alle freuen sich auf einen Tag, der verspricht, etwas anders zu verlaufen. Ein bisschen sportlich soll es werden, hoffentlich spannend und auch ein wenig mystisch. Und ein Tag, an dem die Sonne ausnahmsweise mal nicht die Hauptrolle spielen wird. Ein Urlaub an der mexikanischen Karibikküste muss sich schließlich nicht nur auf das Relaxen an den Traumküsten von Playa del Carmen und das Eintauchen in die auch in den Wintermonaten nie unter 25 Grad sinkenden Meeresfluten beschränken.

Reiseblog - Mexiko - Rio Secreto - Brigitte Geiselhart-3

Das Ziel heißt „Rio Secreto“. Der geheime Fluss also, der bis 2007 der Öffentlichkeit verschlossen war. Zunächst aber gilt es während einer knapp halbstündigen Fahrt im Kleinbus auf der Küstenstraße Riviera Maya, die Nase ein wenig in den Wind zu halten und die Aussicht auf Felder und üppige Vegetation zu genießen. Anja erzählt derweil davon, dass es sich beim Rio Secreto um sogenannte „Cenoten“, mit Wasser gefüllte Höhlen handelt, die in der Regel von professionellen Tauchern erkundet werden, und Teil eines riesigen Netzes ist, das aus insgesamt 580 Kilometern unterirdischer Flüsse besteht. Ein Naturphänomen, das große Bedeutung für die Kultur der Maya hatte. Hört sich schon mal sehr aufregend an.

Einfahrt ins Naturreservat. Auf unwegsamem Gelände geht es etwa sieben Kilometer durch den dschungelhaften Mangrovenwald. „Ihr seht unglaublich viele Orchideen und unzählige Schmetterlinge. Man darf aber auch nicht vergessen, dass in diesem Areal auch große Raubkatzen wie Jaguar und Puma leben, Tapire, Brüll- und Klammeraffen – und 48 verschiedene Schlangenarten. Gerade im Frühjahr, wenn das Laub noch am Boden liegt, ist es sehr gefährlich, hier durchzulaufen“, erzählt Anja ohne mit der Wimper zu zucken. Gut zu wissen. Das Zusammentreffen mit der „Zigarettenschlange“, nach deren Biss man im dümmsten Fall nur noch eine Zigarettenlänge zu leben habe, erspart man sich doch gerne.

Erst duschen, dann rein in den Rio Secreto

Jetzt aber raus aus dem Bus und rein in die Neoprenanzüge. Aber vorher erstmal duschen. Makeup, Sonnencremes und die Überreste von Mückensprays sind im Rio Secreto aus nachvollziehbaren Gründen nämlich unerwünscht. Die siebenköpfige Gruppe wird von Guide Nico schon erwartet. Ein Münchner, der auf der Halbinsel Yucatan seinen beruflichen Traum zu leben scheint. Spezielle Schuhe, ein Helm mit Stirnlampe, eine Schwimmweste – o.k. Aber außerdem noch ein stabiler Stock? Ist hier jemand fußkrank? Muss das wirklich sein? „Den braucht ihr, um auf dem unebenen und nassen Gelände den nötigen Halt zu haben, aber auch dafür, um die Wassertiefe für den nächsten Schritt abschätzen zu können“, sagt Nico. Verstanden. Ein kleiner Fußmarsch. Komisch, aber nach den vorhin von Anja gehörten mahnenden Worten ist der Blick wie selbstverständlich auf den Boden gerichtet. „Übrigens habe ich den schönsten Beruf der Welt“, kommt Nico währenddessen ein wenig ins Schwärmen. „Wenn man die Natur, das Ökosystem und ganz besonders das unterirdische Labyrinth, das ihr gleich durchwandern dürft, liebt, dann ist man hier genau an der richtigen Adresse.“

Dann ist der Eingang erreicht. Nochmals kurze Einweisung in die Gerätschaften und auf das, was man erwarten darf. Das Berühren der jahrtausendealten Stalagmiten und Stalaktiten ist in jedem Fall verboten. „Ihr seid auch gut beraten, immer in meiner Nähe zu bleiben. In diesem Labyrinth mit seinen vielen Verästelungen hat der ungeübte Besucher trotz einiger Markierungen keine Chance, sich allein zurecht zu finden“, erklärt Nico und fügt augenzwinkernd hinzu: „Ich habe auf dieser Tour zwar noch nie jemand verloren – aber man weiß ja nie.“ Also Augen auf und auch auf den Schutz der Gruppe vertrauen.



Ohne Helmlampen geht bald nichts mehr

Es geht abwärts. Es geht in die Unterwelt der Maya. Ein stufenartiger Abstieg und schnell befindet man sich rund zehn Meter unter der Erde. Der Untergrund ist zunächst trocken, später leicht matschig. Dann steht man im Wasser – erst knöchel-, dann knietief. Das Oberlicht wird spärlicher, verschwindet ganz. Ohne Helmlampen geht bald gar nichts mehr. Ein wenig innehalten tut gut. Kein Blick ist wie der andere. Unbeschreiblich schöne Tropfsteinformen von oben oder von unten. Eine bizarre unterirdische Felsenlandschaft. Fossilien an den Wänden zeugen von einer Geschichte, die in vielem noch unerforscht ist. Übergänge von einer Höhle in die andere. Schmale Pfade. Es gilt, jeden Schritt bewusst zu setzen. „Vorsicht, nicht den Kopf anstoßen.“ Auch Kratzer an Armen und Beinen kann man sich hier leicht holen. Nach oben, nach unten, kreuz und quer. Jetzt reicht das Wasser bis zu den Schultern. Schwimmen im kristallklaren, etwa 24 Grad warmen Wasser, das stark kalkhaltig ist und sich dennoch auf der Haut angenehm weich anfühlt. Ein phantastisches, sinnliches Erlebnis.

Reiseblog - Mexiko - Rio Secreto - Brigitte Geiselhart-7

Mal sind die Durchgänge schmal, mal sehr niedrig, mal ist gebücktes Gehen angesagt, mal klettern, mal durchs Wasser waten. Der anfangs fast verschmähte Stock leistet jetzt gute Dienste. An Felsenwänden erkennt man schlafende Fledermäuse und sieht ein paar kleine Fische, auch so etwas wie Glühwürmchen. Andere Menschen? Fehlanzeige. Jetzt machen alle ihre Stirnlampen aus. Eine unglaubliche Stille und eine mystische Dunkelheit, die man so noch nicht erlebt hat. Verharren und sich bewusstwerden, dass man sich an heiligen, unantastbaren Orten befindet. Nur ein paar Minuten und doch Momente für die Ewigkeit, so scheint es.

Gut zwei Stunden sind vorbei. Fast zu schnell. Rund zwei Kilometer sind durchwandert und durchschwommen. Rückkehr ins Irdische und Oberirdische, Rückkehr zum Licht der Sonne. Ein Ausflug, der alles gehalten hat, was man sich versprechen durfte. Mehr als das. Er wird nachwirken, versprochen.

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[toggle title=”Rio Secreto”]Der „Rio Secreto“ umfasst das größte Unterwasser-Flusssystem auf der Halbinsel Yucatan. Es wurde mit dem „World Travel Award“ – dem „Oscar“ der Tourismusindustrie – ausgezeichnet. Es handelt sich hierbei um ein Naturphänomen, das im Laufe der Jahrtausende gewachsen ist und große Bedeutung für die Kultur der Maya hatte. Tägliche Führungen – auch in deutscher Sprache – in kleinen Gruppen. Anfahrt über Playa del Carmen, etwa sechs Kilometer auf dem Highway 307, der Küstenstraße Riviera Maya, entlang. Direktflüge nach Cancun ab mehreren deutschen Flughäfen möglich.[/toggle]

Hinweis: Wir danken dem Reiseveranstalter Alltours für die freundliche Einladung!

 

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A descent into the Mayan’s underworld

Meeting at eight o’clock. “Well slept? Had a nice breakfast?”, tour guide Anja asks the members of her small group of adventurous Tourists, who arrived on time in front of…

Meeting at eight o’clock. “Well slept? Had a nice breakfast?”, tour guide Anja asks the members of her small group of adventurous Tourists, who arrived on time in front of the hotel’s entrance. “of course”, is the unanimously answer. Everyone is looking forward to a day, which promises, to go a little bit different. It’s going to get sporty, hopefully exciting and a little bit mystical. On that day, the sun won’t play the lead role. A holiday trip to the Mexican Caribbean Coast is not always just relaxing on the beautiful coasts of Playa del Carmen and swimming in, the never colder than 25 degrees, ocean.

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The goal destination is called „Rio Secreto“. The secret river, which was closed to the public until 2007. Firstly though, during the thirty minute ride in a small bus, the view on the fields and the vast vegetation can be enjoyed. In the meantime Anja mentions that the Rio Secreto are acutally so called “Cenoten”, caves filled with water, which are usually explored by professional divers, and are part of a huge network, which consists of 580 kilometers of underground rivers. A phenomenon of nature, which has an important meaning to the culture of the Mayans. Sounds pretty exciting.

Arrival at the natural reserve. Seven kilometers of rough paths, leading though the Mongrove’s Forest lie ahead. “You see incredibly many orchids and many butterflies. One must not forget though, that some kinds of cats of prey like pumas and jaguars, tapirs, roaring and coatis – and 48 different kinds of snakes, live in this area as well. “Especially during spring time, when the leaves are still on the ground, it is very dangerous to be around this area”, Anja says without moving a muscle. Good to know. The encounter with der “cigarettes snake”, after one’s bite one has only few seconds to live, is not very pleasurable.

First one shower, then we jump into the Rio Secreto

Finally out of the bus, into the neoprene suits. Showering beforehand though. Make-up, sun cream and the left overs of the mosquito spray are not permitted in the Rio Secreto, for understandable reasons. Tour guide Nico is already expecting the seven member group. A guy from Munich, who seems to live his dream on the half island of Yucatan. Special shoes, a helmet with light, a life vest – o.k. And also a stable stick? Does Anybody here have problems with their feet? Is this really necessary? “You need this one for traction on rough and wet terrain, but also the gauge the deepness of the waters for your next step”, Nico says. Alright. A short walk. Strange, even after Anja’s warning words all eyes are on the ground. “By the way, I have to best job in the world”, Nico starts raving. “If you love the nature, the eco system und especially the underground maze, which you will walk through in a minute, then this is the right address for you.”

Arrival at the entrance. A short introduction to the equipment and to anything you might expect. One must not touch the thousands of years old stalagmites and stalaktites. “It is beneficial to you, to stay near me. In this maze with its many paths, an unprofessional visitor has no chance of finding the right way, although there are some markings”, Nico explains and ads jokingly: “I have never lost someone on this tour – but you never know.” So eyes open and trust in the group’s protection.



Without the lamps on the helmet, there would only be darkness

The descent begins. The Mayan’s underworld lies ahead. After some stairs one finds him- or herself ten meter under the ground. First, the terrain is dry, later a little bit muddy. Then the water reaches your ankles, then your knees. The light gets dimmer, disappears completely. Without the lamps on the helmet, there would only be darkness. A little pausing is good. No glance is like the other. Incredibly beautiful stalactite shapes on the ceiling and ground. A bizarre landscape of rocks. Fossils on the walls tell a story, which hasn’t been explored yet. Transitions from one cave to another. Narrow paths. It is important to watch your steps. “Careful, don’t bump your head. Scratches at your arms or legs are common. Up, down, all over the place. Now the water reaches your shoulders. Swimming in the crystal clear 24 degree warm water, which contains a lot of lime but is still nice to the skin. A fantastic, sensual experience.

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Once the crossings are narrow, once very low, once you need to crouch, climbing, walking through water. The stick, which wasn’t so accepted in the beginning, is now doing its job. You can see sleeping bats on the walls and you can see some fish and fire flies. Other people? Not here. Everyone switches of their lamps now. An incredible silence and mystical darkness, which you have never experienced before. Pausing and realizing that this is a holy, untouchable place. Only a few minutes, but it seems like an eternity.

Two hours have passed. Almost too fast. Two kilometers of walking and swimming lie behind. Return to the above-ground, return to the light of the sun. A trip, which offered everything you could expect. More than that. It will last, guaranteed.

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[toggle title=”Rio Secreto”]The “Rio Secreto” contains the largest underwater river system on the half island of Yucatan. It has been awared the “World Travel Award” – the “Oscar” of the tourist’s industry. It is a phenomenon of nature, which has grown over the course of last thousands of years and had an important meaning to the Mayans. Daily guided tours –also in German language – in small groups. Arrvial via Playa del Carmen, approximately six kilometers on the highway 307, on the coast route Riviera Maya. Direct flights to Cancun are available from several German airports.
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Info: We thank alltours for the kind invitation!

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Es darf schon ein bisschen sportlich sein

Treffpunkt 8.30 Uhr, Deck Neun – Sportdeck. Vielleicht war die Nacht ein wenig kurz, aber egal. Heute Morgen geht’s ran an den Speck und beim „Fascial Balance“ um ein neuartiges, effektives Ganzkörpertraining. „Seid ihr gut drauf?“, fragt Fitnesstrainerin Yvonne Buhmann in die Runde der etwa 20 sportlichen Frühaufsteher und erntet wohlwollendes Kopfnicken. 30 Minuten schweißtreibendes Training machen Laune – und sorgen für das angenehme Bewusstsein, das anschließende ausgiebige Frühstück auch verdient zu haben.

Treffpunkt 8.30 Uhr, Deck Neun – Sportdeck. Vielleicht war die Nacht ein wenig kurz, aber egal. Heute Morgen geht’s ran an den Speck und beim „Fascial Balance“ um ein neuartiges, effektives Ganzkörpertraining. „Seid ihr gut drauf?“, fragt Fitnesstrainerin Yvonne Buhmann in die Runde der etwa 20 sportlichen Frühaufsteher und erntet wohlwollendes Kopfnicken. 30 Minuten schweißtreibendes Training machen Laune – und sorgen für das angenehme Bewusstsein, das anschließende ausgiebige Frühstück auch verdient zu haben. Muße, sich am ersten Seetag auf die vor zwei Tagen in Miami begonnene Kreuzfahrt in die nordöstliche Karibik zu freuen, bleibt schließlich noch genug.

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Radfahren bei strammem Gegenwind am Strand von Port Canaveral – eine ausreichende Anzahl an Mountainbikes ist bei den Aida-Schiffen immer an Bord. Bild: Geiselhart

Die Frage, ob eine luxuriöse Seefahrt mit dem Gedanken an eine aktive und sportlich durchaus ambitionierte Entspannung in Einklang zu bringen ist, braucht man sich auf einem Schiff der AIDA-Flotte nicht zu stellen. „Unsere Sportangebote gehören für uns zur Grundphilosophie des legeren Reisens und sind ganz auf die Wünsche unserer Kunden abgestimmt“, bringt Heiko Schliek, General-Manager der AIDAvita, die Konzeption seines Hauses auf den Punkt. Wie die Umsetzung aussehen kann, davon konnte man sich schon am Vortag in Port Canaveral bei einer „Bikingtour“ überzeugen. Bei knappen 30 Grad im Schatten geht es per Mountainbike durch die in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts entstandene Retortenstadt – in ruhigem Tempo, dafür bei strammem Gegenwind entlang des Banana River zur Indian Lagoon.

Mit dem Mountainbike auf Tour bei 30 Grad

Die in Aussicht gestellten Alligatoren bekommt man an diesem Tag zwar nicht zu Gesicht. Spaß hat’s trotzdem gemacht, sicher auch wegen der Badepause und des Eintauchens ins 29 Grad warme Meerwasser, aber auch wegen der herrlichen Einblicke, die der Kreuzfahrttourist bei den konventionellen Busausflügen eben nicht zu sehen bekommt. Kurzer Stopp beim Exploration Tower mit Blick aufs Kennedy Space Center. Dann geht’s nach erstrampelten 25 Kilometern zurück auf Schiff – mit einem guten Körpergefühl und der Erkenntnis, dass man sich den Kuchen am Nachmittag mit gutem Gewissen schmecken lassen darf. Und wer immer noch nicht genug hat, der legt am frühen Abend beim „Indoor-Cycling“ mit Gleichgesinnten noch eine Schippe drauf, powert sich eine volle Stunde genussvoll aus und kann gleichzeitig das Auslaufen der AIDAvita aus einer ganz anderen Perspektive genießen.

Ein Bad am Wasserfall von “Fluch der Karibik”

Relaxt im heißen Sand liegen oder im Ausflugsprogramm doch lieber für etwas Bewegung sorgen? Darüber mag man natürlich unterschiedlicher Auffassung sein. Zum Beispiel auch auf Puerto Rico. Wer ein paar Schweißtropfen im tropischen Klima nicht scheut, auf den wartet im Nationalpark El Yunque ein einzigartiges Naturerlebnis. Bei einer Wanderung durch den „Big Tree Trail“ des Regenwalds darf sich der Kreuzfahrtgast an 240 tropischen Baumarten, an allen erdenklichen Farnarten und Orchideen, auch an den Geräuschen der Frösche und der „Puerto Rico Woodpeckers“ erfreuen. Gutes Schuhwerk und ein wenig Kondition sind allerdings schon erforderlich. Auf teilweise unbefestigten, glitschigen Wegen geht es rauf und runter. Abkühlung bringt ein Bad an einem Wasserfall, der auch exotisch genug war, um als Drehort für „Fluch der Karibik“ zu dienen.

„Stretch&Relax-Kurs“ an Deck Neun der AIDAvita

Doch zurück zum Deck Neun der AIDAvita. „Atme tief in deinen Bauch“, sagt die Trainerin am Ende des „Stretch&Relax-Kurs“ und am Ende eines phantastischen Kreuzfahrttages. Das wohlige Gefühl, das sich einstellt, sollte eine Weile anhalten. Morgen ist ein neuer Tag. Es geht nach Samana in die Dominikanische Republik und bei einer „Canopy Tour“ über zehn verschiedene Plattformen und mit Hochseilen über die Gipfel des Regenwalds. Adrenalin pur ist in jedem Fall garantiert. Und Zeit, um sich an den herrlichen karibischen Stränden zu entspannen, gibt’s an den nächsten Tagen noch reichlich.

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Sich richtig auspowern und dabei den Blick aufs offene Meer genießen – beim schweißtreibenden Indoor Cycling kein Problem. Fotos: Geiselhart

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Ganzkörper-Workout gefällig? Beim reichhaltigen Sport-Programm an Bord ist für jeden etwas dabei.

Titelfoto: Fotolia/SeanPavonePhoto

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Der Fisch, der aus der Tiefe kommt

Der ewige Frühling, das wohltuende Klima, die üppige Flora und Fauna, das Wanderparadies – es gibt viele gute Gründe, diese Insel ins touristische Herz zu schließen. Ein weiterer kommt aus…

Der ewige Frühling, das wohltuende Klima, die üppige Flora und Fauna, das Wanderparadies – es gibt viele gute Gründe, diese Insel ins touristische Herz zu schließen. Ein weiterer kommt aus den Untiefen des Atlantiks. Mit Angelhaken wird er stolze 1 500 Meter nach oben befördert, so wie es seit vielen Jahrzehnten gute Fischertradition ist: Der Schwarze Degenfisch. Ein sagenumwobener und räuberischer Tiefseebewohner, der – zumindest innerhalb Europas – nirgendwo anders als hier zuhause ist. Mit scharfen Zähnen ist er bewaffnet und mit seiner dunklen Lederhaut alles andere als hübsch anzuschauen, fachgerecht zubereitet ist er allerdings ungemein lecker und für den kulinarisch interessierten Madeira-Besucher ein absolutes Muss. Aber nicht nur er: Als Fischliebhaber kommt man auf der portugiesischen Atlantikinsel in jeder Hinsicht auf seine Kosten.

Madeira Degenfisch

Der mittlerweile weltbekannte schwarze Degenfisch ist einer von rund 290 Tiefseefischarten, die vor Madeira in den vergangenen. Jahrhunderten gefangen wurden. (Fotos: Brigitte Geiselhart)

Abendessen im Restaurant „Estalagem do Vale“ in São Vicente. Roberto Mendonça serviert Schwarzen Degenfisch – nicht mit Bananen wie auf Madeira in der Regel üblich, sondern mit Passionsfrucht. Dazu wird ein Bouquet aus Mango, Tomaten, Apfel und Zucchini gereicht. Ein Gericht, das wie auf der Zunge zergeht. „Die Zubereitung ist wirklich einfach. In Mehl und Ei panieren, ein wenig Zitrone darüber träufeln und frittieren“, wie der 40-jährige Chefkoch erklärt. „Mir ist diese Variante am liebsten. Weil der Fisch dabei sehr saftig bleibt. Außerdem empfinde ich die geschmackliche Ergänzung durch die Passionsfrucht sehr reizvoll. Besonders wichtig ist mir aber, dass alle Zutaten direkt aus Madeira stammen.“ Roberto Mendonça ist Koch aus Leidenschaft, so wie seine Brüder auch – das nimmt man ihm gerne ab. „Kochen, das ist einfach mein Ding“„Kochen, das ist einfach mein Ding“, so sein Credo. Zuhause hat er allerdings meist keine Zeit dafür – höchstens wenn er Urlaub hat. Dann freuen sich auch seine Frau und seine Kinder ganz besonders darauf, wenn der Ehemann und Papa Madeirensische Spezialitäten serviert. In seinem Restaurant kocht Mendonça auch gerne live vor seinen Gästen und unterhält sich ganz nebenbei mit ihnen, was natürlich gut ankommt. Und wenn die Gäste gerne selbst kochen möchten, dann dürfen sie das auch. Bei Gruppen mit rund zehn Personen ist das besonders beliebt. „Das geht beim Grillen auf der Terrasse genauso wie in der Indoor-Küchenzeile. Ich gebe dann nur ein paar Anweisungen. Den Rest müssen die Leute selbst erledigen“, sagt er verschmitzt.

Der mittlerweile weltbekannte schwarze Degenfisch ist einer von rund 290 Tiefseefischarten, die vor Madeira in den vergangenen Jahrhunderten gefangen wurden. Bewundert werden kann er natürlich auch auf dem berühmten Fischmarkt der Inselhauptstadt Funchal. Kaum zu glauben, dass er eher zufällig entdeckt worden sein soll. Der Sage nach war ein Fischer aus dem Dorf Camara de Lobos in seinem Boot eingeschlafen – weil er dem einheimischen Wein ein wohl überreichlich zugesprochen hatte. Seiner glücklicherweise sehr langen Angelschnur und dem bleibeschwerten Haken war das aber egal, und so drangen beide zusammen mit dem Tintenfischköder in immer tiefere Meeresregionen vor. Aus seinem Nickerchen erwacht, staunte der Fischer offenbar nicht schlecht, als er seine Schnur wieder aufwickelte und nicht wie beabsichtigt eine Makrele, sondern einen fremdartigen Raubfisch mit einer Länge von knapp eineinhalb Meter am Haken hatte.

Soviel zur Geschichte. Heute ist der „Espada“ – wie er in der Landessprache genannt wird – neben der traditionellen Stickerei und Korbflechterei und dem Madeirawein längst zum Markenzeichen der portugiesischen Atlantikinsel geworden und auf der Speisekarte jedes renommierten Restaurants natürlich nicht wegzudenken. Auch nicht das gegrillte Thunfisch-Steak oder der Oktopus. In Wein mariniert und gegrillt, mit Rosmarin, Karotten, Peperoni und Zwiebeln kann man diesen im Restaurant Apolo in Funchals Altstadt genießen. „Erst mal den Tintenfisch kochen, bis er weich wird – nicht zu lange, nicht zu kurz“, lässt Küchenchef Michael Garcèz ein wenig in seine ganz spezielle Zubereitungsart blicken. „Zwiebeln in Olivenöl dünsten, Oliven dazu und natürlich Knoblauch. Peperoni in Scheiben schneiden, rösten schälen und auf den Fisch legen, so dass es bedeckt ist und somit weich bleibt. Im Ofen alles fertig backen.“ Und weiter? „Alles kann ich natürlich nicht verraten. Der Rest bleibt mein Geheimnis“, lächelt der 26-Jährige, der vorher bei einer großen Hotelkette angestellt war und in einem der ältesten Lokale der Insel neue berufliche Herausforderungen sucht.

Hat man als Nicht-Fischesser ein Problem auf Madeira?

Bleibt die Frage, ob man als Nicht-Fischesser ein Problem auf Madeira hat? Keineswegs. Michael Garcèz ganz persönliches Lieblingsgericht ist „Espetada em pau de louro“. Rindfleisch am Spieß – genauer gesagt am Lorbeerstock. Gewürzt mit Salz und Lauch, am Holzfeuer gegart. Dazu gebratene Polentawürfel. Und „Bolo do caco“ – gegrilltes Brot mit Knoblauchbutter passt sowieso überall dazu. Schmeckt alles klasse und vor allem authentisch. Zur Verdauung gibt’s übrigens „Poncha“ – wie die Einheimischen sagen „Medizin“. Nach Madeira-Art. Besteht aus Orangensaft, Zucker und ordentlich weißem Rum. Wird mit einem Holzlöffel verrührt und kalt getrunken. Und wirkt. Hundertprozentig.

Das

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Hinweis: Die Autorin wurde von Alltours auf diese Reise eingeladen.

 

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Aufregend schön: Eine Korbschlittenfahrt auf Madeira

Es geht bergab. Steil bergab. Bis zu knapp 50 Stundenkilometer sollen in den kommenden Minuten erreicht werden, wie zu hören ist. Zuvor aber heißt es Platz zu nehmen, in einem…

Es geht bergab. Steil bergab. Bis zu knapp 50 Stundenkilometer sollen in den kommenden Minuten erreicht werden, wie zu hören ist. Zuvor aber heißt es Platz zu nehmen, in einem etwas eigenartig anmutenden Gefährt – einem zweisitzigem Sessel, vielleicht auch einer Art Mischung aus Korbsofa und Wäschekorb auf Holzkufen. Und sich von der Vorstellung zu verabschieden, dass man Schlitten nur im Winter und auf eisigem Untergrund fahren kann. Schon Ernest Hemingway, der Europa zwischen den beiden Weltkriegen ausgiebig bereiste, soll diese Rutschpartie genossen und als eines der aufregendsten Erlebnisse seines Lebens beschrieben haben.

Eventuelle Angst ist also völlig unbegründet. Schließlich ist man in der Obhut von Antonio Rodriguez oder anderen ganz in weiß gekleideten und mit Strohhüten ausgestatteten Männern. „Bleibt cool“, sagt der 37-Jährige mit vertrauensvoller Miene. „Ihr werdet sehen, das wird ein Riesenspaß.“ Sich per Korbschlitten vom rund 600 Meter hochgelegenen Nobelort Monte in Richtung Inselhauptstadt Funchal fahren zu lassen, das gehört auch im 21. Jahrhundert für viele Madeira-Urlauber zu den „Must Do-s“ – der gewünschte Adrenalin-Ausstoß ist in jedem Fall gesichert.

Korbschlittenfahrt auf Madeira

Korbschlittenfahrt auf Madeira für die ganze Familie. (Fotos: B. Geiselhart)

Was für Touristen eine außergewöhnliche Attraktion ist, das ist für Antonio allerdings ein „ganz normaler“ Arbeitstag. Sechs Tage pro Woche geht er seinem Job als „Korbschlittenzieher,“ auch „Carreiros“ genannt, nach – außer, wenn sonntags ein Kreuzfahrtschiff im Hafen von Funchal anlegt. Dann ist auch am siebten Tag der Woche Dienst angesagt und dann kann es sein, dass für ihn und seine Kollegen nicht nur die sonst üblichen drei oder vier, sondern bis zu zehn Touren zu bewältigen sind. „Wir arbeiten im Team mit insgesamt 150 Männern und werden pro Fahrt bezahlt. Für jede Fahrt erhält jeder von uns zehn Euro – die restlichen fünf Euro pro Passagier gehen an das Unternehmen. Sie können sich also ausrechnen, dass man damit vielleicht gerade seine Familie ernähren kann, aber dabei sicher nicht reich wird“, erzählt Antonio. „Aus meiner Sicht dürften also gerne mehr Kreuzfahrtschiffe kommen“, fügt er schmunzelnd hinzu.

“Fußball? Ich brauche keinen Sport mehr!”

Früher hat Antonio in seiner Freizeit gerne Fußball gespielt. Heute schenkt er sich das. „Ich bin abends einfach zu müde und brauche keine sportliche Betätigung mehr“, sagt er. Unzufrieden ist er dennoch nicht. „Beruf ist eben Beruf“ heißt seine Devise. Carreiro zu sein, das ist in seiner Familie längst Usus. Der Großvater hat damit angefangen, dann sein Vater, jetzt er und seine Brüder. Und wenn er selbst einmal Kinder haben sollte? Dass seine Söhne auch in diese Fußstapfen treten, das kann sich Antonio durchaus vorstellen. „Eigentlich wollte ich Krankenpfleger werden – dann hätte ich auch weiße Arbeitskleidung tragen dürfen“, kommt Antonio ein wenig ins Plaudern. Doch dann starb sein Vater und der Sohn musste seine bereits angefangene Ausbildung abbrechen, um Geld für sich und seine Familie zu verdienen. Und so ist aus dem ursprünglichen beruflichen Traum eben nichts geworden.

Korbschlittenfahrt auf Madeira

Sechs Tage pro Woche gehen die „Korbschlittenzieher,“ auch „Carreiros“ genannt, ihrem Job nach, der durchaus anstrengend sein kann.

Jetzt geht’s aber endlich los. Startpunkt direkt an der Kirche Nossa Senhora do Monte. In flotter Geschwindigkeit werden bereits die ersten Kurven angesteuert. Keine Frage, der Spaßfaktor ist für die Korbschlittenpassagiere enorm. Meist sind die Schlitten mit zwei Personen besetzt, manchmal auch mit drei. Was für die Männer in Weiß natürlich mit noch größerer körperlicher Anstrengung verbunden ist. An flacheren Stellen müssen die beiden Lenker schon mal kräftig ziehen, in steileren Passagen mit bis zu 21 Prozent Gefälle heißt es auf dem glatten Asphalt eher zu bremsen und vor allem fachgerecht zu lenken. Also runter von den Kufen, abspringen, an den Seilen ziehen, Luft lassen – ganz sicher nichts für Anfänger. Gut, dass die Männer auf ihr solides Schuhwerk vertrauen können, in diesem Fall Lederschuhe mit ganz speziellen Gummisohlen. Lebensdauer der Sohlen: Nicht länger als zwei Monate.

„Ja, das Korbschlittenfahren auf Madeira ist wirklich was einzigartiges“, hatte Reiseleiterin Teresa Costa bereits im Vorfeld erzählt. Interessant zu erfahren, dass die „Carros de Cesto“ früher zu den ersten öffentlichen Verkehrsmitteln auf Madeira zählten – allerdings nur talwärts. Straßen gab es Anfang des 19. Jahrhunderts noch nicht auf Madeira, und für Pferd und Wagen waren die Wege aufgrund ihrer erdrückenden Enge und der Steilheit des Geländes ungeeignet. Alte Menschen, Kranke und wohlhabende Reisende, trug man in Hängematten oder Sänften von Monte in die Stadt hinunter. Bis ein schlauer Einwohner auf die geniale Idee der Korbschlitten kam. Das von zwei Männern angestoßene und gelenkte Gefährt auf Kufen war als Transportmittel eine große Erleichterung. Wieder nach oben ging es auf Ochsenkarren, sowohl für die Körbe, als auch für die Passagiere.

Korbschlittenfahrt auf Madeira

Der Spaßfaktor ist für die Korbschlittenpassagiere enorm, die Korbschlittenzieher leisten dabei harte Arbeit. Besonders in den Kurven…

Auch das mag dem Touristen von heute vielleicht in den Sinn kommen, wenn er bei der unbeschreiblich schönen Korbschlittenfahrt sich genüsslich zurücklehnen und die Gedanken ein wenig schweifen lassen darf. Nach rund 15 Minuten ist das Spektakel vorbei. Schön war’s und einzigartig – wie von Teresa Costa versprochen. Noch einmal durchschnaufen und dem Abenteuer ein wenig nachspüren. Der Bus wartet aber schon. Ein Abstecher nach Camacha könnte jetzt genau das Richtige sein. Dort darf man sich mit der für Madeira ebenfalls so berühmten Kunst des Korbflechtens ein wenig vertraut machen. Für die Korbschlittenzieher geht es hingegen wieder hinauf nach Monte – zu Fuß oder mit dem LKW. Der Tag ist noch jung. Die eine oder andere Tour sollte da schon noch herausspringen. Und für die abendliche Müdigkeit ist bei Antonio Rodriguez und seinen Kollegen mit Sicherheit gesorgt.

[toggle title=”Anreise”]alltours bringt seine Gäste ab allen großen deutschen Flughäfen, wie Düsseldorf, Berlin, Hamburg, Frankfurt, München nach Funchal. Hauptverkehrstage sind dienstags, donnerstags, samstags und freitags. Angeboten werden Flüge mit Air Berlin, Condor, tuifly, Germania, TP und vielen weiteren Fluggesellschaften.[/toggle]

Das Ziel dieser Reise

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Hinweis: Die Autorin wurde von Alltours auf diese Reise eingeladen.

 

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