Kategorie: Laos

Laos – Traumziele erreichen mit einer Fernreise, mit Reisen nach Europa und in alle Welt. Immer noch nicht sicher, wohin der nächste Urlaub gehen soll? Im Reisemagazin breitengrad53.de gibt’s die besten Urlaubstipps und Reportagen über Traumreisen, Kreuzfahrten und Urlaubsziele. Die besten Angebote gibt’s hier…

Das Lächeln macht den Unterschied

Schon das Lächeln macht den Unterschied aus. Ich steige in ein Flugzeug und habe einen zwölf Stunden Flug vor mir. Mein Platz ist dieses Mal in der Business Class. Deshalb…

Schon das Lächeln macht den Unterschied aus. Ich steige in ein Flugzeug und habe einen zwölf Stunden Flug vor mir. Mein Platz ist dieses Mal in der Business Class. Deshalb weiß ich, dass ich in Laos ausgeruht und entspannt ankomme. Doch nicht nur ich habe ein Lächeln im Gesicht, auch die Stewardessen lächeln. Ich fliege mit Singapore Airlines, der besten Airline der Welt. Und meine gute Laune habe ich nicht ohne Grund.

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In der Business Class von Singapore Airlines hat man am Start der Langstreckenflüge gut lachen. (Fotos: HFR)

Mein Ziel ist Vientiane in Laos. Ich fliege die 8.854 Kilometer von Düsseldorf aus. Von der pulsierenden Metropole in Nordrhein-Westfalen in die Demokratische Volksrepublik Laos. Ein Unterschied, wie er nicht größer sein kann. Doch zuerst kann ich die Business Class von Singapore Airlines genießen, denn der erste Flug geht von Düsseldorf nach Singapore. Die 12.45 Stunden Flugzeit sind fast zu kurz, um die ganzen Annehmlichkeiten der Business Class zu genießen. Und schon das Lächeln macht den Unterschied aus.

86 cm breite Plätze

Und auch der Platz. Die Sitze sind 86 cm breit. Bequeme Polster, Lederbezug und ausreichend Stauraum zur Aufbewahrung meiner persönlichen Gegenstände, wie zum Beispiel Smartphone, findet der Passagier vor. Das Beste, gerade auf Langstreckenflügen: Der Sitz kann zum Schlafen vollständig in ein flaches Bett verwandelt werden. Bettwäsche, Bettdecke und Kissen inklusive.  Wer möchte, der lässt sich den Sitz von den SIA-Girls in ein bequemes, flaches Bett umwandeln.

Wer keine Lust auf schlafen hat oder nicht müde ist, kann mit „Krisworld“ auf einem 15,4-Zoll-LCD-Bildschirm auf eine beeindruckende Auswahl an über 1.000 Unterhaltungsoptionen – Filme, Fernsehsendungen, Musik, Spiele und Anwendungen mit Noise-Cancelling-Kopfhörern von Bose zurückgreifen.

Essen wird in Unterdruckkabine getestet

Auch das Essen an Bord von Singapore Airlines ist beeindruckend. Der Clou: Die Chefköche der Airline bringen alle Gerichte in eine Unterdruckkabine, wo die Bordmenüs unter simulierten Flugzeug-Bedingungen getestet werden. Hier wird solange gekocht, bis das Gericht auch auf 10.000 Meter Höhe vorzüglich schmeckt. Und das tut es. Vor allem in Verbindung mit einem Getränk aus der gut sortierten Bar an Bord des Flugzeuges, Champagner natürlich inbegriffen.

Mein Flug nach Laos ist schnell vergangen. Ich habe mir viele Filme aus dem Bordprogramm angesehen, sehr gut gegessen und getrunken und einige Stunden geschlafen. Selten war die Anreise nach Asien so entspannt wie dieses Mal.

Hinweis: Die Reise nach Laos mit Singapore Airline erfolgte auf Einladung

 

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Das Geheimnis der 40 Eisenstufen

Ziplining in Laos. Das war das Ziel der zwei Tage im Dschungel. Nachdem der erste Tag mit einigen Herausforderungen müde aber erfolgreich und glücklich beendet wurde und die Teilnehmer der Tour die Nacht im Dschungel im Baumhaus verbracht hatten, waren alle gespannt auf den zweiten Tag im Bolaven-Plateau.

Ziplining in Laos. Das war das Ziel der zwei Tage im Dschungel. Nachdem der erste Tag mit einigen Herausforderungen müde aber erfolgreich und glücklich beendet wurde und die Teilnehmer der Tour die Nacht im Dschungel im Baumhaus verbracht hatten, waren alle gespannt auf den zweiten Tag im Bolaven Plateau.

Die Nacht im Baumhaus war unruhig. Während die Teilnehmer sich am ersten Tag noch Gedanken über die Geräusche im Urwald gemacht hatten, beherrschte das Rauschen des Wasserfalls die Stille der Nacht. Tiere waren nicht zu hören. Und so hatten einige Teilnehmer einen eher unruhigen Schlaf. Vor allem auch, weil im Dorf immer wieder von „40 Eisenstufen“ auf dem Rückweg gesprochen wurde. Niemand konnte sich ein Reim daraus machen, was genau damit gemeint war.

Zipline Laos - Jörg Baldin (4 von 14)

Nach dem Frühstück brach eine Gruppe der Teilnehmer zum zweiten Teil der Ziplinig-Tour auf. Die anderen nutzen die Zeit zur Regeneration. Insgesamt 16 Ziplines standen heute auf dem Programm. Die längste war 450 Meter lang und bot, wie die meisten anderen Ziplines auch, einen fantastischen Blick auf den Regenwald und die Wasserfälle. Immerhin kam für einige Minuten die Sonne raus, der Regen hatte am Morgen eine Pause eingelegt. Nach knapp 1,5 Stunden hatten wir die Strecke bewältigt. Traumhafte Landschaften, wahnsinnig hohe Bäume, Wasserfälle, wackelige Brücken und Seile – Der Ziplinig-Parcours ist ein Spielplatz für große Kinder. Spaß, Spannung, Nervenkitzel und Adrenalin in einer Landschaft, die kaum mit Worten zu beschreiben ist. Um am Ende wieder ins Dorf zu kommen, galt es erneut, rund 45 Minuten bergauf durch den Urwald zu laufen. Müde und erschöpft erreichten wir kurz vor dem Mittag das Camp. Zeit, um erneut ein Bad im Wasserfall zu nehmen.

Die Wettervorhersage sagte Regen voraus

Leider dauerte die Erholungsphase nicht sehr lang, denn unser Guide machte Druck. Die Wettervorhersage sagte nichts Gutes voraus. Unmittelbar nach dem Mittag brach die Gruppe zum Rückweg in die Zivilisation auf. Was genau die Teilnehmer erwartete, vermochte noch niemand zu erahnen. Ehrlich gesagt blieb keine Zeit, sich darum Gedanken zu machen, denn mit dem Aufbruch aus dem Baumhaus-Dorf setze auch pünktlich der Regen wieder ein.

Beschwerlich zog die Gruppe durch den dichten Dschungel. Immer weiter ging es bergauf über Stock, Stein und rutschigem, roten Boden. Die zwischenzeitlich getrocknete Kleidung war nun komplett durchnässt, der Himmel zeigte kein Erbarmen und auch die Füße fingen langsam an zu schmerzen. Vom Rücken mal ganz abgesehen. Die wenigsten Teilnehmer der Gruppe waren geübt, mit Rucksack mehrere Stunden bergauf gewandert. Niemand hatte mehr Lust weiter zu gehen. Es gab sogar erste Stimmen, die „sowas nicht nochmal machen“ würden.. Und es gab nur diesen einen Weg zurück.

Das Geheimnis der 40 Eisenstufen

Nach gut einer Stunde lüftete sich dann das Geheimnis der „40 Eisenstufen“. Wir erreichten eine große Felswand. Ungläubig starrten alle Teilnehmer auf das, was sie da sahen. In einer Reihe um diesen Felsen waren kleiner Eisenschlaufen in die Wand gebohrt worden. Parallel dazu verlief eine Sicherungsleine. „Nur die ersten fünf Meter nach oben sind etwas anstrengend“, erklärte unser Guide der immer noch erstarrten Gruppe. „Danach wird es leichter.“ Man müsse von Stufe zu Stufe klettern und dabei die Sicherungsleine mit sich ziehen.

Panik machte sich bei den Teilnehmern breit. Alle waren nass und übermüdet. Und jetzt sollen wir eine halbe Stunde in der Felswand hängen, unter der nichts weiter ist als Abgrund? Und wäre das nicht schon schlimm genug, machte der Regen die Eisenstufen rutschig für die Hände und Füße. Einige der Gruppe fingen an zu weinen. Aber niemand beschwerte sich. Alle wussten, dass es keinen anderen Weg zurück gab. Ein bewegender Moment. Dieser Urwald lies uns alle über uns hinauswachsen.

Parcours wurde nicht für große Europäer gebaut

Und so stiegen die ersten Teilnehmer, mit der Unterstützung der Guides, in die Wand. Wäre nicht der Wasserfall und der Regen da gewesen, man hätte eine Stecknadel fallen hören, so angespannt war die Situation. Ich war als dritter Teilnehmer dran. Schon bald wurde mir klar, dass der Parcours nicht für schwere Europäer mit einer Körpergröße jenseits der 1,90 Meter gebaut worden ist. Zum Vergleich: Unser Guide wog 40 Kilo, ich knapp über 100 Kilo. Und so war zunächst meine größte Sorge, ob diese Eisenschlaufen auch mein Gewicht halten würden. Schritt für Schritt versuchte ich mühsam die Felswand zu erklimmen. Die Schlaufen hielten.

Die zweite Herausforderung war der Abstand der Eisenstufen. Mit langem Arm hing ich am ersten Teil der Wand. Unter mir der Abgrund, über mir ein Felsvorsprung, von dem das Regenwasser ab- und mir direkt ins Gesicht lief. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals etwas Anstrengenderes gemacht habe. Und wenn, war das nicht an einer Felswand, im Regen, im Dschungel von Laos.


Die Business-Class von Singapore Airlines – Das Lächeln macht den Unerschied


Der Parcours schlängelte sich um den Felsen herum. Mehrfach musste das Führungsseil umgesetzt werden, mehrfach war man kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Immer weiter ging es den Felsen hoch und immer mühsamer wurde der Weg. Nach knapp 30 Minuten war dann endlich das rettende Ziel erreicht. Wieder flossen Tränen bei einigen Teilnehmern, allerdings diesmal nicht aus Angst, sondern vor Stolz. Jeder hat seine Panik überwunden. Jeder ist in diese Wand gestiegen und alle haben es geschafft. Ein tolles Gefühl. Wir alle wurden zu einer Gruppe und jeder ist sich selbst ein großes Stück nähergekommen. Adrenalin floss in unseren Adern. Ein unbeschreibliches Gefühl.

Zipline Laos - Jörg Baldin (13 von 14)

Endlich am Ziel angekommen. Nach stundenlangen Wanderungen durch den Urwald und klettern an der Felswand belohnt der Ausblick von der Plattform des Wasserfalls, der von hier über 100 Meter in die Tiefe fällt. (Fotos: Jörg Baldin)

Jeder ist sich selbst ein Stück nähergekommen

Was sollte uns jetzt noch stoppen. Voller Energie ging es weiter durch den Urwald. Bergauf durch die dichten Bambussträuche. Dann nach etwa 1,5 Stunden erreichten wir das erste Reisfeld. Wir hatten den Urwald besiegt. Allerdings folgte jetzt die Stunde der Blutegel. Jeder Teilnehmer hatte mit den kleinen Tierchen zu tun. „Wir müssen schneller gehen, dann springen sie einen nicht an“, riet uns unser Guide. Doch nach den anstrengenden Tagen war das leichter gesagt als getan. Doch was sollte uns jetzt noch, nach diesen unbeschreiblichen Erlebnissen, stoppen? Und so kamen einige mit blutigen Beinen müde, nass, erschöpft aber überglücklich in dem Dorf an, an dem die Tour gestartet war. Wir hatten den Urwald besiegt und wir alle hatten uns selbst besiegt. Wer kann das schon von sich behaupten?

Am Stahlseil hängend durch den Dschungel (Tag 1)

Weitere Informationen zur Reise nach Laos

Rundreise

9-tägige Dertour-Privatreise „Facettenreiches Laos“ ab Luang Prabang / bis Vientiane, im klimatisierten PKW, inkl.Chauffeur, Inlandsflügen, Übernachtungen/DZ, Verpflegung, örtliche deutsch/englisch sprechende Reiseleitung, ab 1.595 EUR pro Person.

Aktiv-Ausflug im Dong Hua Sao Nationalpark inkl. 1 Übernachtung im Baumhaus, Vollpension, Trekking, Wandern und Ziplining, pro Person 359 EUR. Sehr anspruchsvolle Strecke.

Buchungen und weitere Informationen in jedem Reisebüro mit Dertour-Programmen oder unter www.dertour.de

Anreise nach Laos

Mit Singapore Airlines kostet ein Flug ab Frankfurt nach Laos ab 829 EUR inkl. aller Steuern, Gebühren und Kerosinzuschläge. Bei einem Zwischenstopp in Singapur erhalten Singapore Airlines-Passagiere einen Shopping-Gutschein über umgerechnet 15 EUR, der auf dem Flughafen eingelöst werden kann. Weitere Infos unter www.singaporeair.com und www.silkair.com

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt.

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Am Stahlseil hängend durch den Dschungel

Jetzt stehe ich mit meinen nassen Schuhen auf zwei Metallschlaufen, die jemand vor mir in diese Felswand irgendwo im Regenwald von Laos gehauen hat. Mein Leben hängt an einem Haken von meinem Klettergurt, der an einem Führungsseil aus Stahl eingeklinkt ist. Unter mir klafft ein 150 Meter tiefer Abgrund. Adrenalin fließt durch meine Adern. Meine Nerven sind nicht so dick, wie die Stahlseile, an denen ich hänge. Ich zweifel, hadere, resigniere und bin am Ende der zweitägigen Tour doch der glücklichste Mensch der Welt.

Ich spüre den kräftigen Herzschlag in meiner Halsschlagader, die nassen Hände brennen, mein Rücken schmerzt, die Kleidung ist durchnässt und von oben tropft mir der Regen ins Gesicht. Ich kann mich an komfortablere Situationen in meinem Leben erinnern. Jetzt stehe ich mit meinen nassen Schuhen auf zwei Metallschlaufen, die jemand vor mir in diese Felswand irgendwo im Regenwald von Laos gehauen hat. Mein Leben hängt an einem Haken von meinem Klettergurt, der an einem Führungsseil aus Stahl eingeklinkt ist. Unter mir klafft ein 150 Meter tiefer Abgrund. Adrenalin fließt durch meine Adern. Meine Nerven sind nicht so dick, wie die Stahlseile, an denen ich hänge. Ich zweifel, hadere, resigniere und bin am Ende der zweitägigen Tour doch der glücklichste Mensch der Welt.

Rückblick: Von Pakxe, der drittgrößten Stadt in Laos, sind wir mit dem Bus knapp zwei Stunden nach Ban Nongluang gefahren. Dort starte unsere Expedition zum rund 1.300 Meter hohen Bolaven, einem vor Millionen Jahren erloschenen Vulkan im Dong Hua Sao Nationalpark in Laos. Die Fläche erstreckt sich auf über 1.100 Quadratkilometern. Eine Hälfte davon ist bergig mit sehr steilen Hängen, die sich bis zum Rand des Bolaven Plateaus auf bis zu 1.000 Metern Höhe und bis zu den Gipfeln in der Nähe des Plateaulands auf bis zu 1.300 Metern Höhe erstrecken. Die andere Hälfte ist Tiefland mit grünen Hügeln und kleineren Erhebungen

Ziplining in Laos - Jörg Baldin (2 von 15)

Blick auf das Tiefland des Dong Hua Sao Nationalparks in Laos mit grünen Hügeln und kleineren Erhebungen. (Fotos: Jörg Baldin // Video: Nina Maurischkat)

Es geht stundenlang durch den dichten Urwald

Unser Ziel ist ein kleines Dorf im Talbecken des Naturschutzgebietes, das unmittelbar an einem großen Wasserfall liegt. Ausgestattet mit Klettergeschirr, einer Führungsschiene für das Ziplining und einem Rucksack mit der notwendigen Ausstattung für die nächsten zwei Tage, geht es zu Fuß durch Kaffeeplantagen in den Urwald von Laos. Während die ersten drei Kilometer noch über mehr oder weniger befestigte Wege führen, muss man vor allem im Wald aufpassen, wo man hintritt. Der Weg windet sich, wird teilweise ziemlich steil und rutschig. Die Landschaft um uns herum ist wunderschön. Es geht vorbei an Schluchten und großen Wasserfällen. Die Wolken, die über den riesigen Bäumen schweben, geben dem Anblick fast etwas Mystisches.

Gegen Mittag erreichen wir einen Wasserfall, an dem wir in einer Schutzhütte von unseren Guides das Essen serviert bekommen. Gegessen wird mit den Händen. Die Tischdecke besteht aus riesigen Blättern. Auf den Tisch kommt typisches Essen aus Laos: Sticky Rice mit viel Gemüse, Hühnchen und Fisch. Uns allen wird erstmals klar, dass wir die Zivilisation für die nächsten Tage verlassen haben. Genau jetzt beginnt das Abenteuer. Und leider auch der Regen, der uns bis zum Schluss treu begleiten wird.

Der Regen macht die Bretter der Hängebrücke rutschig

Nach dem Essen geht’s zum ersten Mal über eine Hängebrücke. Der Regen macht die Bretter der Brücken rutschig. Wackelig ist es sowieso. Und wahrscheinlich muss man sich auch erst an das Gefühl gewöhnen, das einem zwei Seile mit jeweils einem Karabinerhaken Sicherheit geben sollen. Diese werden in eine Führungsleine eingeklinkt, die dafür sorgt, dass man nicht bis zu 200 Meter in die Tiefe fällt. So hoch schwebt man auf dieser Tour über den Bäumen, Wasserfällen oder Flüssen.

Um ins Dschungel-Dorf zu kommen, muss man von hier aus rund zehn Ziplines nehmen. Die längste “Abfahrt” ist über 100 Meter lang. Der Anblick ist atemberaubend. Immer wieder „fliegen“ wir an dem riesigen Kamet-Wasserfall vorbei. Das Wasser fällt mehr als 100 Meter tief in ein relativ enges, dicht bewaldetes Talbecken. Einer nach dem anderen wird von den Guides in die Seile eingeklinkt und auf die großartige Reise geschickt. Der fantastische Anblick von Natur und Wasserfall macht sprachlos. Der beschwerliche Marsch auf dem rutschigen Untergrund, der nervige Regen und die ständige, notwendige Konzentration für jeden Fußtritt macht auch müde. Zudem kommt noch, dass die Teilnehmer von einigen Plattformen an den Baumkronen in die Tiefe abgeseilt werden müssen.

Ziplining in Laos: Der Urwald lässt alle über sich hinauswachsen.

Nach etwa fünf Stunden erreicht die Gruppe endlich das Dorf. Fast alle haben den anspruchsvollen Weg bis hierher unbeschadet überstanden. Die Teilnehmer der Gruppe sind müde und erschöpft. Doch bei fast allen stellt sich ein Glücksgefühl ein. Wir befinden uns auf einer Art Selbstfindungstrip. Der Urwald lässt alle über sich hinauswachsen und macht stolz.

Das Dorf befindet sich am Fuße des Kamet-Wasserfalls. Vereinzelt sind die Baumhäuser in rund zehn Metern Höhe zu sehen, die seitlich offen sind. Die meisten Häuser sind nur über Ziplines zu erreichen. Bretterwege führen zum „Dorfzentrum“. Dort befindet sich eine kleine Küche und ein überdachter Bereich in dem gegessen wird. Von hier aus sind die Duschen und die Toiletten zu erreichen. Ein kleines Feuer lodert in der Ecke, auf dem Teewasser und Kaffee gekocht wird. Es riecht nach Rauch. Lautes Donnern des Wasserfalls erfüllt die Gegend.

Ein Bad im Wasserfall entspannt die müden Muskeln

Das Dorf könnte eine Renovierung gut gebrauchen. Der Weg zur Badestelle am Wasserfall ist gefährlich. Kaputte Bretter und Treppen machen die kurze Strecke bis zur Badestelle fast unmöglich. Trotzdem gehen einige zum Baden an den Wasserfall. Das Bad im kalten Wasser entspannt die müden Muskeln und sorgt erneut für Glückgefühle.


Die Business-Class von Singapore Airlines – Das Lächeln macht den Unerschied


Gegen 18:30 Uhr gibt es Abendbrot. Der Koch zaubert leckere laotische Gerichte auf den Tisch. Dazu gibt es Kaffee, Tee oder heimisches Bier. Die Teilnehmer erzählen sich von den Erlebnissen des Tages oder spielen Karten am Tisch. Um 21:30 Uhr geht im ganzen Dorf das Licht aus. Der Strom kommt aus Aggregaten. Um neun Uhr holt der Guide uns ab und bringt uns zu den Baumhäusern. Bis zu fünf Personen können in einem Haus schlafen. Alle Baumhäuser haben eine Toilette und ein Waschbecken. Im Dunkeln „zippen“ wir uns zum Haus und bereiten uns auf die Nacht vor. Die Betten sind mit Schlafsäcken und Moskitonetzen ausgestattet und erstaunlich bequem. Pünktlich um halb zehn wird es dunkel und nur noch das laute Donnern des Wasserfalls ist zu hören.

Am Ende des Tages sind alle Teilnehmer stolz und glücklich

Tag 2 verspricht viel Regen, 16 weitere Ziplines, stundenlange Wanderungen bergauf auf rutschigem Geröll, Blutegel und fassungslose Gesichter vor einer Steilwand, die von allen durchnässten und übermüdeten Teilnehmern viel Überwindung, Mut und Kraft abverlangt. Am Ende der Tour werden alle Teilnehmer stolz und glücklich sein. Aber davon ahnt in dieser Nacht niemand etwas.

Das Geheimnis der 40 Eisenstufen im Regenwald (Tag 2)

Weitere Informationen zur Reise nach Laos

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Rundreise

9-tägige Dertour-Privatreise „Facettenreiches Laos“ ab Luang Prabang / bis Vientiane, im klimatisierten PKW, inkl.Chauffeur, Inlandsflügen, Übernachtungen/DZ, Verpflegung, örtliche deutsch/englisch sprechende Reiseleitung, ab 1.595 EUR pro Person.

Aktiv-Ausflug im Dong Hua Sao Nationalpark inkl. 1 Übernachtung im Baumhaus, Vollpension, Trekking, Wandern und Ziplining, pro Person 359 EUR. Sehr anspruchsvolle Strecke.

Buchungen und weitere Informationen in jedem Reisebüro mit Dertour-Programmen oder unter www.dertour.de

Anreise nach Laos

Mit Singapore Airlines kostet ein Flug ab Frankfurt nach Laos ab 829 EUR inkl. aller Steuern, Gebühren und Kerosinzuschläge. Bei einem Zwischenstopp in Singapur erhalten Singapore Airlines-Passagiere einen Shopping-Gutschein über umgerechnet 15 EUR, der auf dem Flughafen eingelöst werden kann. Weitere Infos unter www.singaporeair.com und www.silkair.com

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Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt.

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Laos: Zum Neujahrsfest kommen die Schutzgeister

Einmal im Jahr, zum laotischen Neujahrsfest im März/April, explodiert Luang Prabangs Bevölkerung geradezu. Zum Feiern des Pie Mai kommen nicht nur die Schutzgeister aus den Wats (Tempeln) der alten Königsstadt,…

Einmal im Jahr, zum laotischen Neujahrsfest im März/April, explodiert Luang Prabangs Bevölkerung geradezu. Zum Feiern des Pie Mai kommen nicht nur die Schutzgeister aus den Wats (Tempeln) der alten Königsstadt, sondern auch viele auswärts arbeitende Laoten nach Hause. Ein nasser, fröhlicher Umzug durch die Altstadt ist der Höhepunkt des dreitägigen Festes.

Moenche Masken Laos

Höhepunkt an Pie Mai: der Umzug am dritten Tag des Neujahrsfestes durch die Altstadt von Luang Prabang. Dann kommen die Schutzgeister aus den Wats.

Es ist 5.30 Uhr. Morgendlicher Dunst liegt über den bewaldeten Hügeln, dem Mekong und Luang Prabang, der ehemaligen Königsstadt in Laos‘ Norden. Wir müssen uns beeilen, um die 80 Steinstufen vom Schiffsanleger der „Mekong Sun“ zur Straße hinaufzusteigen, wenn wir am traditionellen Almosengang der Mönche teilnehmen wollen. Geschafft! Die Crew der „Mekong Sun“, die für sechs Tage unser schwimmendes Hotel ist, hat an der Hauptstraße Plätze reserviert und hält kleine Körbchen mit gekochtem Klebereis bereit.

Laos Moenche Speisung

Jeden Morgen bei Sonnenaufgang: Mönche sammeln ihre Nahrung ein

In einer Reihe mit Anwohnern und Händlern, die den Mönchen einen Klumpen Reis und andere Lebensmittel in ihre Sammelgefäße legen, knien wir auf dem Bürgersteig. Ohne uns anzublicken, gehen die Mönche in ihren hellorange leuchtenden  Gewändern – die älteren zuerst, die Novizen zum Schluss – schnell an uns vorbei. Jeden Tag marschieren sie bei Sonnenaufgang vom  Wat  Xieng Thong zum Wat Mai Richtung Morgenmarkt, wo die Bauern und Handwerker aus dem  Umland ihre landwirtschaftlichen Produkte anbieten.

Auch wir machen uns auf den Weg zum Markt. Die Straße  führt vorbei  am ehemaligen Königspalast Ho Kham, der 1904 erbaut und bis 1975 von der königlichen Familie bewohnt wurde. Heute strömen hunderte Touristen auf das imposante Anwesen, das seit vielen Jahren Nationalmuseum ist.

Koenigspalast Laos

Heute Museum: der ehemalige Königspalast in Luang Prabang

Mit 35 Klöstern und Tempelanlagen sowie 2000 Mönchen ist die 80.000-Einwohner-Stadt  das buddhistische Zentrum am Mekong. Der Wat Xieng Thong, der 1560 erbaut wurde, ist der älteste und wichtigste Tempel. Als einziger in Luang Prabang blieb er von Plünderungen und Zerstörungen verschont. „Dort lebt der oberste Abt. Mick Jagger ist mit ihm befreundet und schon öfter zu Besuch  gewesen“, erzählt unser Guide Jong Xou.

Aber nicht nur bei Prominenten ist Luang Pranbang, das zum Weltkulturerbe der Unesco gehört, mittlerweile Kult. Der gut florierende Tourismus sorgt dafür, dass Häuser restauriert wurden und als noble Hotels, Pensionen für Backpacker aller Altersgruppen und schicke Restaurants genutzt werden. Die malerische Altstadt mit ihren 600 unter Denkmalschutz stehenden Häusern beeindruckt durch eine Melange aus französischen Kolonialen-Bauten und traditioneller Klosterarchitektur.

Viele kleine Geschäfte haben sich angesiedelt

Viele kleine Geschäfte haben sich angesiedelt. Laotisches Kunsthandwerk, Antiquitäten, Silberschmuck, handgewebte Seiden- und Baumwollschals, Kleidung  sowie Kreationen aus handgeschöpftem Reispapier findet man dort und auf dem Nachtmarkt, wo die Bewohner der Bergdörfer jeden Abend ihre Handarbeiten feilbieten.

Fast alles, was man in Luang Prabang kaufen kann, wird von Frauen in Handarbeit hergestellt, wie wir während unserer Kreuzfahrt mit der „Mekong Sun“ durch Laos‘ Norden  und dem Besuch verschiedener Dörfer feststellen können.  Die uralten Webstühle sind aus Holz, das Reispapier wird im Bottich auf einem offenen Feuer gekocht, die Lao-Lao-Destille wirkt abenteuerlich,  aber der Reisschnaps schmeckt vorzüglich. Die Männer fangen Fische für die Märkte der alten Königsstadt.

Laos Frau mit Webstuhl

Reise in die Vergangenheit: Die Webstühle sind aus Holz.

Unsere Reise führt uns durch einsame Natur, wilde Mondlandschaften aus Felsen und Sandbänken sowie tropische Wälder und in Dörfer der unterschiedlichsten ethnischen Gruppen. An vielen Bergen hat Brandrodung ihre Spuren hinterlassen.

Zu einem der schönsten Ausflugsziele nahe Luang Prabang, etwa 30 Kilometer nördlich, gehören die berühmten Pak-Ou-Höhlen in einer steilen Felswand aus Kalkstein. Im Innern finden sich weit über 1000 Buddha-Figuren, die von Gläubigen aufgestellt wurden.

Laos Stein im Mekong

Navigation wie bei Mark Twain auf dem Mississippi: Felsen ragen bei Niedrigwasser aus dem Mekong. Der Wasserstand ändert sich ständig.

Am Vorabend zum großen Pie-Mai-Umzug in Luang Prabang legen wir mit der „Mekong Sun“ an einer Sandbank an. Unsere Reiseleitung hat die Dorfbevölkerung vom gegenüberliegenden Ufer eingeladen, mit uns zu feiern. Das laotische Neujahrsfest ist eine sehr nasse Angelegenheit: Das Schenken von Blumengestecken und Umbinden von weißen Baumwollbändchen, das Steigenlassen von Papierlaternen, aber vor allem das Bespritzen mit Wasser gehören zur traditionellen Baci-Zeremonie, die Glück bringen soll. Durch das Wasser, wird  alles Schlechte des vergangenen Jahres fortgespült.

Reise-Informationen auf einen Blick

Anreise: Verschiedene Airlines fliegen von Deutschland aus nach Hanoi oder Bangkok. Mit Vietnam- oder Lao Airlines geht es weiter nach Laos und Kambodscha.

Rundreise: Die beschriebene Mekong-Fahrt ist Teil einer Rundreise durch  Kambodscha und Laos. Der Reisepass muss noch sechs Monate gültig sein, Visa sind erforderlich. Der Veranstalter ist bei der Beschaffung behilflich.

Die Schiffe: Das Boutique-Schiff  „Mekong Islands“ wurde 2009 in Laos gebaut und hat nur elf Gästekabinen auf zwei Decks. Es befährt den südlichen Teil des Mekong in Laos.

Die „Mekong Sun“ wurde 2006 gebaut, hat 14 Gästekabinen und befährt den nördlichen Mekong bis ins „Goldene Dreieck“, wo Laos, Myanmar und Thailand aneinander grenzen.

Weitere Texte zur Reise durch Laos

Abenteuer Mekong – Jede Reise ist eine Pionierfahrt

Hinweis: Diese Reise wurde unterstützt von „Lernidee“.

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Laos: Kein Land für ungeduldige Touristen

Sucht man einen Ort, an dem nicht viel los ist, der aber vor Ursprünglichkeit und grüner Natürlichkeit protzt, ist man in Laos genau richtig. Das „Jewel of the Mekong“ ist…

Dschungelwasserfall in Laos

Sucht man einen Ort, an dem nicht viel los ist, der aber vor Ursprünglichkeit und grüner Natürlichkeit protzt, ist man in Laos genau richtig. Das „Jewel of the Mekong“ ist kein Urlaubsland für ungeduldige Touristen. Aber ein idealer Startpunkt für eine Rundreise durch eine andere Welt.

Laos liegt in Südostasien und grenzt an Vietnam, China, Thailand und an Kambodscha. In Laos gibt es einfach nichts Aufregendes: keine großen Straßen, keine Autobahnen, keine Industrie, kaum Eisenbahn, keine Wolkenkratzer und auch keine Ambition größere Siedlungen zu bauen. Doch was Laos zu bieten hat, sind atemberaubende Landschaften und unglaublich viel Geschichte. Wie zum Beispiel die einstige Hauptstadt des laotischen Königreiches Luang Prabang mit den heiligen Grotten von Pak Ou oder den Kuang Si Wasserfall.

Absolut sehenswert auch die charmante „Kleinstadt“ Vientiane, die seit 1975 Hauptstadt von Laos ist und auf Lao „Vieng Chan“ heißt, was so viel wie die „Stadt des Mondes“ bedeutet. In der Stadt leben etwa 350.000 Einwohner und sie gilt als das wirtschaftliche, politische und kulturelle Zentrum des Landes.

Das Nachbarland Kambodscha liegt am Golf von Thailand und wird geprägt von Gebirgen, Landschaft und dem Mekong, einem der zehn längsten Flüsse der Welt, der sich auch durch Laos schlängelt. Die Hauptstadt Phnom Penh liegt im Süden des Landes am Tonle Sap, einem Ausläufer des Mekong. Absolut sehenswert in der Stadt ist die Vielfalt an Geschichte, die vom Wat Phnom , einem spirituellen Zentrum auf einem ca. 27 m hohen künstlichen Hügel, einem Königspalast mit Thronhalle und Silberpagode sowie dem Zentralmarkt (Phsar Thmei), ein einzigartiges Art-Déco-Gebäude und vielen französischen Kolonialvillen bis zum Königspalast aus dem 19. Jahrhundert reicht.

Fährt man weiter auf der Rundreise durch Laos, Kambodscha und Vietnam kommt man am Ende in Vietnam an, einem weiteren unterschätzen Urlaubsland in Asien. Über Vietnam gibt es bereits einen Artikel von mir: Vietnam: Jede Menge Holzdschunken und wahnsinnig viel zu sehen.

Foto: http://www.there-and-back-again.eu  / pixelio.de

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