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Asien – Traumziele erreichen mit einer Fernreise, mit Reisen nach Europa und in alle Welt. Immer noch nicht sicher, wohin der nächste Urlaub gehen soll? Im Reisemagazin breitengrad53.de gibt’s die besten Urlaubstipps und Reportagen über Traumreisen, Kreuzfahrten und Urlaubsziele. Die besten Angebote gibt’s hier…

Jeder Blick ist ein Blick auf eine Postkarte

Jeder Blick ist ein Blick auf eine Postkarte. Jeder Schritt ist ein Schritt durchs Paradies. Das Wasser sieht aus, als hätte jemand einen Tuschkasten genommen und vermischt, so unglaublich schön ist die Farbe. Die Malediven erfüllen irgendwie alle Klischees, die ein Urlaubsparadies so erfüllen kann.

Jeder Blick ist ein Blick auf eine Postkarte. Jeder Schritt ist ein Schritt durchs Paradies. Das Wasser sieht aus, als hätte jemand einen Tuschkasten genommen und vermischt, so unglaublich schön ist die Farbe. Die Malediven erfüllen irgendwie alle Klischees, die ein Urlaubsparadies so erfüllen kann.

Urlaub auf den Malediven

Am zwei Kilometer langen Sandstrand vom Atmosphere Kanifushi Malediven sind nur Gäste des Resort. Ungestörte Erholung ist bei einem Urlaub auf den Malediven garantiert. (Fotos: Jörg Baldin)

Ein Urlaub auf den Malediven ist auf jeden Fall etwas Besonderes. Schon beim Anflug auf Malé, der Hauptstadt der Malediven, sieht man warum: Überall sind kleine Inselgruppen zu sehen, die wie Bojen auf der Wasseroberfläche schwimmen. Über 1.190 Inseln zählen zu den Malediven, die etwa 450 Kilometer südwestlich im Indischen Ozean liegen.

Mein Ziel dieser Reise ist eine Insel im Lhaviyani-Atoll, die erst seit einigen Jahren bewohnbar ist: Kanifushi. Dort liegt das neue Hotel „Atmosphere Kanifushi Maledives“, das erst am 15. Dezember 2013 eröffnet wurde. Über drei Jahre hat es gedauert, um aus der unbewohnten Insel ein 5-Sterne-Resort zu machen.

Der Transfer von Malé nach Kanifushi findet mit einem Wasserflugzeug statt. In knapp 35 Minuten Flugzeit landet man im 133 Kilometer entfernten Kanifushi und hat aus der Luft einen hervorragenden Blick auf die vielen Atolle der Malediven. Und auf die unbeschreiblichen glitzernden türkisfarbenen Farben der Lagunen.

Erst mal gelandet steigt man aus dem Flieger ins Paradies. 26 bis 30 Grad Luft- und ähnliche Wassertemperaturen, gemischt mit frischer Seeluft, glänzendem, weißen Strandsand und jeder Menge Gastfreundlichkeit machen es einem leicht, die Malediven von der ersten Sekunde an zu mögen.

Sonnenuntergang Kanifushi

Sehr schöner Blick beim Sunset Cruising. Rechts ist die Insel Kanifushi zu sehen.

Hier wird das Dhoni noch mit dem Fuß gesteuert

Gleich am ersten Tag geht’s raus mit dem Schiff zum Sunset Cruising. Die Schiffe, sogenannte Dhoni, sind etwas gewöhnungsbedürftig. Hier gibt’s kein Steuerrad, hier hängt das Steuer noch am Heck des Schiffes und gesteuert wird mit dem Fuß. Kein Scherz! Allerdings kann man sich ganz oben auf das Dach legen, muss nur bei starkem Wellengang darauf achten, nicht vom schaukelnden Boot ins Wasser zu rollen. Die Reeling dort ist nicht mehr als 20 Zentimeter hoch.

Besonders der Ausflug auf die Picknickinsel Dhidhdhoo wird sich in mein Gedächtnis brennen. Nicht weil die Anreise mit dem Dhoni aufgrund des hohen Wellengangs sehr abenteuerlich war und alle Passagiere die letzten 30 Meter schwimmen mussten, sondern weil das Picknick auf einer Art Floß vom Schiff an Land transportiert wurde. Genauso wie die Gäste, die nicht schwimmen konnten. Aber auch die Insel selbst war sehr sehenswert, im positiven und im negativen Sinn. Auf der einen Seite gab es dort wirklich paradiesische Blickwinkel. Aber, und das kann ich hier auch leider nicht verschweigen, gab es auf dieser unbewohnten Insel Berge von abgeschwemmten Plastikmüll. Leider ist Müll ein großes Problem der Malediven.

Strand Picknick Dhidhdhoo

Solche Motive gibt es auf der unbewohnten Picknickinsel Dhidhdhoo zu sehen.

Transport Picknick Dhidhdhoo

Atemberaubende Transporttechnik von Picknickutensilien und Gepäck der Passagiere. Trotz starkem Wellengang ist nur ein Rucksack ins Wasser gefallen.

Muell Picknick Dhidhdhoo

Die Kehrseite der Zivilisation: Tonnen von angeschwemmtem Müll liegen überall verteilt auf der unbewohnten Insel Dhidhdhoo.

Was kann man sonst noch machen auf den Malediven? Schlafen, sonnen, essen, sich erholen oder tauchen. Die Inselgruppe zählt zu den beliebtesten Tauchspots der Welt und auch ich habe dort nach vielen Jahren mein Tauchcomeback gewagt. Je nach Wind- und Wellenlage gibt es in der Nähe von Kanifushi einige Riffe, die sich sehr gut zum Tauchen eignen. Oder eine Fahrt mit dem Dhoni auf eine der Nachbarinseln. Hier gibt’s einige Souvenirläden zu sehen, aber man bekommt auch einen kleinen Einblick, wie die Einheimischen auf den Inseln leben, die nicht komplett vom Tourismus belegt sind.

LKW Insel Malediven

Hier hätte der deutsche TÜV längst den Zeigefinger gehoben: Ein LKW, der auf den Malediven noch seinen Dienst verrichtet.

Wasserstation_Insel Malediven

Trinkwasser ist auf den Malediven ein knappes Gut. Hier sitzt ein Einwohner an Trinkwassertanks und füllt leere Plastikflaschen auf.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

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Das Lächeln macht den Unterschied

Schon das Lächeln macht den Unterschied aus. Ich steige in ein Flugzeug und habe einen zwölf Stunden Flug vor mir. Mein Platz ist dieses Mal in der Business Class. Deshalb…

Schon das Lächeln macht den Unterschied aus. Ich steige in ein Flugzeug und habe einen zwölf Stunden Flug vor mir. Mein Platz ist dieses Mal in der Business Class. Deshalb weiß ich, dass ich in Laos ausgeruht und entspannt ankomme. Doch nicht nur ich habe ein Lächeln im Gesicht, auch die Stewardessen lächeln. Ich fliege mit Singapore Airlines, der besten Airline der Welt. Und meine gute Laune habe ich nicht ohne Grund.

Business Class Singapore Airlines IMG_20170929_220222_218(1)

In der Business Class von Singapore Airlines hat man am Start der Langstreckenflüge gut lachen. (Fotos: HFR)

Mein Ziel ist Vientiane in Laos. Ich fliege die 8.854 Kilometer von Düsseldorf aus. Von der pulsierenden Metropole in Nordrhein-Westfalen in die Demokratische Volksrepublik Laos. Ein Unterschied, wie er nicht größer sein kann. Doch zuerst kann ich die Business Class von Singapore Airlines genießen, denn der erste Flug geht von Düsseldorf nach Singapore. Die 12.45 Stunden Flugzeit sind fast zu kurz, um die ganzen Annehmlichkeiten der Business Class zu genießen. Und schon das Lächeln macht den Unterschied aus.

86 cm breite Plätze

Und auch der Platz. Die Sitze sind 86 cm breit. Bequeme Polster, Lederbezug und ausreichend Stauraum zur Aufbewahrung meiner persönlichen Gegenstände, wie zum Beispiel Smartphone, findet der Passagier vor. Das Beste, gerade auf Langstreckenflügen: Der Sitz kann zum Schlafen vollständig in ein flaches Bett verwandelt werden. Bettwäsche, Bettdecke und Kissen inklusive.  Wer möchte, der lässt sich den Sitz von den SIA-Girls in ein bequemes, flaches Bett umwandeln.

Wer keine Lust auf schlafen hat oder nicht müde ist, kann mit „Krisworld“ auf einem 15,4-Zoll-LCD-Bildschirm auf eine beeindruckende Auswahl an über 1.000 Unterhaltungsoptionen – Filme, Fernsehsendungen, Musik, Spiele und Anwendungen mit Noise-Cancelling-Kopfhörern von Bose zurückgreifen.

Essen wird in Unterdruckkabine getestet

Auch das Essen an Bord von Singapore Airlines ist beeindruckend. Der Clou: Die Chefköche der Airline bringen alle Gerichte in eine Unterdruckkabine, wo die Bordmenüs unter simulierten Flugzeug-Bedingungen getestet werden. Hier wird solange gekocht, bis das Gericht auch auf 10.000 Meter Höhe vorzüglich schmeckt. Und das tut es. Vor allem in Verbindung mit einem Getränk aus der gut sortierten Bar an Bord des Flugzeuges, Champagner natürlich inbegriffen.

Mein Flug nach Laos ist schnell vergangen. Ich habe mir viele Filme aus dem Bordprogramm angesehen, sehr gut gegessen und getrunken und einige Stunden geschlafen. Selten war die Anreise nach Asien so entspannt wie dieses Mal.

Hinweis: Die Reise nach Laos mit Singapore Airline erfolgte auf Einladung

 

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Aschenputtel in Thailands Osten

Chanthaburi wird auf der Durchreise zu Ferieninseln wie Koh Chang oft links liegen gelassen. Zu Unrecht, die Stadt ist ein kleines Juwel. Sogar sprichwörtlich: Chanthaburi ist Hochburg für den Edelsteinhandel. Und abends funkeln die Lichter im Ausgehviertel am Flussufer.

Chanthaburi wird auf der Durchreise zu Ferieninseln wie Koh Chang oft links liegen gelassen. Zu Unrecht, die Stadt ist ein kleines Juwel. Sogar sprichwörtlich: Chanthaburi ist Hochburg für den Edelsteinhandel. Und abends funkeln die Lichter im Ausgehviertel am Flussufer.

Eigentlich waren wir an diesem Sonntagmorgen mit Warawan verabredet. Es ist 10 Uhr und der Alte Markt in Chanthaburi in der Nähe des Flusses ist bereits in vollem Gange. Doch Warawan lässt uns warten.

Gemütlicher Straßenmarkt am Wochenende

Jeden Samstag und Sonntag findet im alten Teil der 50000-Einwohner-Provinzhauptstadt im Osten Thailands ein gemütlicher Straßenmarkt statt. Genauer gesagt auf der Sukhapiban Road, auch: Chanthaboon Waterfront. Sie verläuft parallel zum Chanthaburi River. Es gibt Obst und Gemüse, allerlei Süßigkeiten, Eisshakes und traditionelle Gerichte. Aus großen Pötten dampfen Currys, Reis- oder Nudeleintöpfe.

Außerdem gibt es viele Motive für Fotografen. Freundliche Gesichter, interessante Charakterköpfe, die meistens gerne für ein Porträt posieren. Am Vortag war mir Warawan wegen ihres Antlitzes aufgefallen. Ein Gesicht wie gemalt und von würdevollem Ausdruck. Wir verabredeten uns für den darauffolgenden Morgen. Denn sie wollte sich für die Fotos etwas herausputzen.

2.000 Euro bei der Lotterie gewonnen

Während wir auf Warawan warten, unterhalten wir uns mit Pook, ihrer Freundin und Standnachbarin. Sie verrät uns den Grund des Zuspätkommens: Am Vorabend habe Warawan den Hauptgewinn in einer Lotterie gewonnen. 70.000 Baht, etwas weniger als 2.000 Euro. „Sie steht heute bestimmt später auf“, sagt Pook, die an ihrem kleinen Straßenstand Mangos verkauft. Um uns die Wartezeit zu versüßen, schält sie eine Mango und füttert uns ganz mütterlich mit den süßen Schnitzen. Sie will dafür kein Geld entgegennehmen, der Besuch von europäischen Touristen sei ihr eine Ehre. Touristisch gesehen ist Chanthaburi ein Mauerblümchen, zumindest wenn es um westliche Besucher geht.

Nach einer Weile kommt Warawan, die Markt-Schönheit. Die inoffizielle Miss Sukhapiban Road. Beschwerlich entsteigt sie einem Fahrzeug. Mühsam hievt sie die Töpfe von der Ladefläche. Miss Sukhapiban Road ist immerhin schon 75. Gestenreich erzählt sie von ihrer Kindheit, wie sie mit sieben Jahren die Schule verlassen musste, um auf Märkten zu verkaufen. Sie erzählt von ihrem unredlichen Ehemann, der sie betrog und beklaute, und wie sie als Grazie in den sechziger Jahren eine Nebenrolle in einer Liebesschnulze bekam. „Ich hätte viel mehr aus meinem Leben machen können, wenn ich die Chancen bekommen hätte“, seufzt sie. Es blieb ein Dasein als Aschenputtel, mittlerweile in die Jahre gekommen und doch noch immer mit einer anziehenden Aura.

Chanthaburi ist ein unentdecktes Juwel

Mit dieser Geschichte steht Warawan stellvertretend für die ganze Stadt: Chanthaburi ist ein unentdecktes Juwel, das Aschenputtel in Thailands Osten. Eine sehr alte Stadt mit bewegter Geschichte, im 9. Jahrhundert von den Khmer gegründet. Es gibt chinesische, kambodschanische und vietnamesische Einflüsse. Der augenfälligste ist die Kathedrale, die auf katholische Flüchtlinge aus dem Vietnam zurückgeht. Das gotische Gotteshaus wirkt fast unwirklich in einem Land, das nicht zuletzt wegen seiner buddhistischen Tempel bekannt ist.

Urlaub in Thailand - Katholische Kirche Chanthaburi, Foto Martin Cyris

Die Kathedrale steht am südlichen Ufer des Chanthaburi River. Doch das Leben spielt sich vor allem gegenüber ab, auf der Sukhapiban Road. Eine kleine, quirlige Meile, eigentlich wie geschaffen für Städte- und Rucksacktouristen. Mit modernen Boutiquehotels, sehenswerten Museen, romantischen Restaurants mit lauschigen Candle-Light-Tischen am Flussufer, Bierkneipen mit Live-Musik und Kaffeehäusern, wie sie auch in Berlin oder London stehen könnten. Vieles davon in restaurierten Altbauten untergebracht.

Über allem wacht König Bhumibol

Im C.A.P. („Coffee and People“) wird thailändisches Gebäck und europäischer Kaffee serviert. Eine kichernde Schar chinesischer Touristinnen kann sich nicht entscheiden: Cappuccino oder doch lieber Latte Macchiato mit Vanilleflavour? Über allem wacht König Bhumibol, in Form einer neongelben Pop-Art-Fotografie. Ein ungewöhnlicher Anblick im traditionsbewussten Thailand.

Ungewöhnlich auch, womit die Kaffeebohnen von Hand gemahlen werden: Mit einer echten KYM-Kaffeemühle aus deutscher Nachkriegsproduktion. Kaum ein Haushalt in Wirtschaftswunderdeutschland, in dem diese würfelförmigen Mühlen fehlten. Der Besitzer im C.A.P. ist überaus stolz auf sie und lächelt damit in die Kamera.

Nebenan verkaufen zwei Schwestern, Lek und Meaow, selbstgemachten Kuchen. Das Stück für rund 50 Cent. Die Geschäfte laufen prächtig. Kein Wunder, die kunterbunten Farben scheinen die Kundschaft anzulocken wie die Fliegen. Und natürlich der süße Zuckerguss.

Chanthaburi liebt es zuckrig

Ohnehin lieben es die Bewohner von Chanthaburi außerordentlich zuckrig. Zucker landet fast überall, ob in thailändischem Curry oder in Spaghetti Carbonara. Etwa im Restaurant Yindee, das mit seinen ausladenden Bäumen und der funkelnden Beleuchtung eine ideale Adresse für ein entspanntes Dinner ist.

Am Nebentisch verstummen die Gespräche. Getuschel. Eine Gruppe junger Männer beäugt uns, als hätten sie Außerirdische erblickt. Westliche Touristen sind wie erwähnt eine Minderheit. Plötzlich steht einer auf, fasst seinen ganzen Mut zusammen und stellt sich vor. Er sei Seemann auf Landgang und würde mit seinen Freunden, bei denen gerade Ebbe im Geldbeutel sei, einen Teil seinen Lohns verzechen. Als Zeichen der Gastfreundschaft reicht er eine Tüte Popcorn herüber. Selbstverständlich nicht gesalzen, sondern gezuckert.

Eine weitaus größere Rolle als Zuckerkristalle spielen in Chanthaburi allerdings ganz andere Körner: nämlich Edelsteine. Es gibt unzählige kleine Edelsteinschleifereien, unweit der Sukhapiban Road findet täglich eine Edelsteinauktion statt. Angeblich kommen 70 bis 80 Prozent aller Saphire und Rubine aus Chanthaburi. Die Ressourcen sind zwar weitgehend erschöpft, doch die Steine werden hauptsächlich aus Afrika gekauft und in der Stadt weiterverarbeitet. Laien sollten allerdings Vorsicht walten lassen. Man berichtet, dass unkundigen Käufern auf der Straßenauktion gelegentlich Fälschungen untergejubelt werden.

Region lebt vom Verkauf von Edelsteinen

Wer auf Nummer Sicher gehen will, begibt sich lieber ins Chanthaburi Gem and Jewelry Center. Neben einem opulenten Verkaufsraum für allerlei Klunker und Hochkaräter gibt es dort auch ein Info-Center. „50000 Arbeiter in der Provinz Chanthaburi leben von der Edelsteinindustrie“, erzählt Prakob Boonchuaysream, Vize-Präsident der im Jewelry-Center ansässigen Edelsteinhandelsorganisation. Die Region lebe zu einem großen Teil vom Verkauf der Edelsteine. Dieser Wirtschaftszweig belege allerdings nur noch Platz zwei im Ranking. Hinter der Agrarindustrie. Die überaus grüne Provinz gilt als Obst- und Gemüsegarten Thailands.

Zwei Tatsachen, die wohl nur wenigen Thailand-Urlaubern bekannt sein dürften. Chanthaburi ist in der Regel höchstens Zwischenstation auf dem Weg nach Trat. Von dort geht es für viele Touristen entweder weiter über die Grenze nach Kambodscha oder per Fähre auf die nahen Urlaubsinseln: Koh Chang und Koh Kood mit ihren paradiesischen Stränden.

„Wir hoffen, dass die Regierung den Flughafen ausbauen lässt“, sagt Prakob Boonchuaysream. Um es für Touristen einfacher zu machen, in die östliche Region zu gelangen. Außerdem sei ein Hochgeschwindigkeitszug von Bangkok nach Chanthaburi in Planung, der die Strecke in rund einer Stunde schaffen würde. Eine Busfahrt von der Hauptstadt in den Osten dauert derzeit etwa vier Stunden. „Chanthaburi wird dennoch ein ruhiges Plätzchen bleiben“, ist sich Prakob sicher, „wir wollen kein zweites Pattaya werden.“ Die Kommune habe vorgesorgt: Bauwerke über sieben Stockwerke werden nicht genehmigt. Und 70 Prozent der gesamten Provinz müssen per Gesetz unverbaut bleiben. Damit die Provinz grün und die Natur erhalten bleibt. Zu bestaunen etwa im nahegelegenen Nationalpark Nam Tok Phlio.

Und damit Chanthaburi seinen Status als Geheimtipp und verstecktes Juwel behält. Nicht unbedingt das schlechteste Argument für authentische Urlaubserlebnisse.

Weitere Infos für den Urlaub in Thailand

Anreise:

Per Direktflug nach Pattaya. Oder ab Bangkok mit Thai Airways oder Bangkok Airways zum Flughafen von Trat. Von beiden Flughäfen gibt es Transferbusse nach Chanthaburi.

Übernachten:

Das künstlerisch gestaltete Tamajun Hotel direkt auf der Sukhapiban Road beschreibt sein Intérieur treffend als „hip and tropical Thai style“, www.tamajunhotel.com

Ein traditionelles, geschichtsträchtiges Haus, ebenfalls an der Waterfront, ist das holzvertäfelte Baan Luang, mit einer noblen, eleganten Atmosphäre, www.baanluangrajamaltri.com

Etwa zehn Gehminuten von der Altstadt steht das Chanthaburi Center Hotel mit modernen und klimatisierten Zimmern, die zudem viel Platz bieten, denn das Hotel diente früher als Krankenhaus, www.chanthaburicenter.com

Essen und Trinken:

Traditionelle Gerichte aus der Region Chanthaburi und Eastern Thai Food werden im Chanthorn Phochana aufgetischt, etwa Soft Shell Crabs oder ein spezielles Curry mit unreifen Durian-Früchten. Nahe der Altstadt gibt es zudem viele Stände mit dem obligatorischen Street Food.

Für einen Kaffee empfiehlt sich das C.A.P. auf der Sukhapiban Road oder das auf der Maharaj Road gelegene Latte Coffee House mit kolonialem Ambiente und entspannenden Rattan-Möbeln.

Edelsteine:

Das Chanthaburi Gem and Jewelry Center befindet sich im neuen Teil Chanthaburis, auf der Maharaj Road, www.cga.or.th

Ausflüge:

Tagestrips, etwa in den Nationalpark Nam Tok Phlio bieten lokale Agenturen an. Die Landschaft rund um Chanthaburi ist sehr sehenswert und naturbelassen, es werden zudem lokale Märkte angesteuert sowie das Chanthaburi Fisherman Village, wo es fangfrischen Fisch und Meeresfrüchte gibt.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

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Das Geheimnis der 40 Eisenstufen

Ziplining in Laos. Das war das Ziel der zwei Tage im Dschungel. Nachdem der erste Tag mit einigen Herausforderungen müde aber erfolgreich und glücklich beendet wurde und die Teilnehmer der Tour die Nacht im Dschungel im Baumhaus verbracht hatten, waren alle gespannt auf den zweiten Tag im Bolaven-Plateau.

Ziplining in Laos. Das war das Ziel der zwei Tage im Dschungel. Nachdem der erste Tag mit einigen Herausforderungen müde aber erfolgreich und glücklich beendet wurde und die Teilnehmer der Tour die Nacht im Dschungel im Baumhaus verbracht hatten, waren alle gespannt auf den zweiten Tag im Bolaven Plateau.

Die Nacht im Baumhaus war unruhig. Während die Teilnehmer sich am ersten Tag noch Gedanken über die Geräusche im Urwald gemacht hatten, beherrschte das Rauschen des Wasserfalls die Stille der Nacht. Tiere waren nicht zu hören. Und so hatten einige Teilnehmer einen eher unruhigen Schlaf. Vor allem auch, weil im Dorf immer wieder von „40 Eisenstufen“ auf dem Rückweg gesprochen wurde. Niemand konnte sich ein Reim daraus machen, was genau damit gemeint war.

Zipline Laos - Jörg Baldin (4 von 14)

Nach dem Frühstück brach eine Gruppe der Teilnehmer zum zweiten Teil der Ziplinig-Tour auf. Die anderen nutzen die Zeit zur Regeneration. Insgesamt 16 Ziplines standen heute auf dem Programm. Die längste war 450 Meter lang und bot, wie die meisten anderen Ziplines auch, einen fantastischen Blick auf den Regenwald und die Wasserfälle. Immerhin kam für einige Minuten die Sonne raus, der Regen hatte am Morgen eine Pause eingelegt. Nach knapp 1,5 Stunden hatten wir die Strecke bewältigt. Traumhafte Landschaften, wahnsinnig hohe Bäume, Wasserfälle, wackelige Brücken und Seile – Der Ziplinig-Parcours ist ein Spielplatz für große Kinder. Spaß, Spannung, Nervenkitzel und Adrenalin in einer Landschaft, die kaum mit Worten zu beschreiben ist. Um am Ende wieder ins Dorf zu kommen, galt es erneut, rund 45 Minuten bergauf durch den Urwald zu laufen. Müde und erschöpft erreichten wir kurz vor dem Mittag das Camp. Zeit, um erneut ein Bad im Wasserfall zu nehmen.

Die Wettervorhersage sagte Regen voraus

Leider dauerte die Erholungsphase nicht sehr lang, denn unser Guide machte Druck. Die Wettervorhersage sagte nichts Gutes voraus. Unmittelbar nach dem Mittag brach die Gruppe zum Rückweg in die Zivilisation auf. Was genau die Teilnehmer erwartete, vermochte noch niemand zu erahnen. Ehrlich gesagt blieb keine Zeit, sich darum Gedanken zu machen, denn mit dem Aufbruch aus dem Baumhaus-Dorf setze auch pünktlich der Regen wieder ein.

Beschwerlich zog die Gruppe durch den dichten Dschungel. Immer weiter ging es bergauf über Stock, Stein und rutschigem, roten Boden. Die zwischenzeitlich getrocknete Kleidung war nun komplett durchnässt, der Himmel zeigte kein Erbarmen und auch die Füße fingen langsam an zu schmerzen. Vom Rücken mal ganz abgesehen. Die wenigsten Teilnehmer der Gruppe waren geübt, mit Rucksack mehrere Stunden bergauf gewandert. Niemand hatte mehr Lust weiter zu gehen. Es gab sogar erste Stimmen, die „sowas nicht nochmal machen“ würden.. Und es gab nur diesen einen Weg zurück.

Das Geheimnis der 40 Eisenstufen

Nach gut einer Stunde lüftete sich dann das Geheimnis der „40 Eisenstufen“. Wir erreichten eine große Felswand. Ungläubig starrten alle Teilnehmer auf das, was sie da sahen. In einer Reihe um diesen Felsen waren kleiner Eisenschlaufen in die Wand gebohrt worden. Parallel dazu verlief eine Sicherungsleine. „Nur die ersten fünf Meter nach oben sind etwas anstrengend“, erklärte unser Guide der immer noch erstarrten Gruppe. „Danach wird es leichter.“ Man müsse von Stufe zu Stufe klettern und dabei die Sicherungsleine mit sich ziehen.

Panik machte sich bei den Teilnehmern breit. Alle waren nass und übermüdet. Und jetzt sollen wir eine halbe Stunde in der Felswand hängen, unter der nichts weiter ist als Abgrund? Und wäre das nicht schon schlimm genug, machte der Regen die Eisenstufen rutschig für die Hände und Füße. Einige der Gruppe fingen an zu weinen. Aber niemand beschwerte sich. Alle wussten, dass es keinen anderen Weg zurück gab. Ein bewegender Moment. Dieser Urwald lies uns alle über uns hinauswachsen.

Parcours wurde nicht für große Europäer gebaut

Und so stiegen die ersten Teilnehmer, mit der Unterstützung der Guides, in die Wand. Wäre nicht der Wasserfall und der Regen da gewesen, man hätte eine Stecknadel fallen hören, so angespannt war die Situation. Ich war als dritter Teilnehmer dran. Schon bald wurde mir klar, dass der Parcours nicht für schwere Europäer mit einer Körpergröße jenseits der 1,90 Meter gebaut worden ist. Zum Vergleich: Unser Guide wog 40 Kilo, ich knapp über 100 Kilo. Und so war zunächst meine größte Sorge, ob diese Eisenschlaufen auch mein Gewicht halten würden. Schritt für Schritt versuchte ich mühsam die Felswand zu erklimmen. Die Schlaufen hielten.

Die zweite Herausforderung war der Abstand der Eisenstufen. Mit langem Arm hing ich am ersten Teil der Wand. Unter mir der Abgrund, über mir ein Felsvorsprung, von dem das Regenwasser ab- und mir direkt ins Gesicht lief. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals etwas Anstrengenderes gemacht habe. Und wenn, war das nicht an einer Felswand, im Regen, im Dschungel von Laos.


Die Business-Class von Singapore Airlines – Das Lächeln macht den Unerschied


Der Parcours schlängelte sich um den Felsen herum. Mehrfach musste das Führungsseil umgesetzt werden, mehrfach war man kurz vor dem Nervenzusammenbruch. Immer weiter ging es den Felsen hoch und immer mühsamer wurde der Weg. Nach knapp 30 Minuten war dann endlich das rettende Ziel erreicht. Wieder flossen Tränen bei einigen Teilnehmern, allerdings diesmal nicht aus Angst, sondern vor Stolz. Jeder hat seine Panik überwunden. Jeder ist in diese Wand gestiegen und alle haben es geschafft. Ein tolles Gefühl. Wir alle wurden zu einer Gruppe und jeder ist sich selbst ein großes Stück nähergekommen. Adrenalin floss in unseren Adern. Ein unbeschreibliches Gefühl.

Zipline Laos - Jörg Baldin (13 von 14)

Endlich am Ziel angekommen. Nach stundenlangen Wanderungen durch den Urwald und klettern an der Felswand belohnt der Ausblick von der Plattform des Wasserfalls, der von hier über 100 Meter in die Tiefe fällt. (Fotos: Jörg Baldin)

Jeder ist sich selbst ein Stück nähergekommen

Was sollte uns jetzt noch stoppen. Voller Energie ging es weiter durch den Urwald. Bergauf durch die dichten Bambussträuche. Dann nach etwa 1,5 Stunden erreichten wir das erste Reisfeld. Wir hatten den Urwald besiegt. Allerdings folgte jetzt die Stunde der Blutegel. Jeder Teilnehmer hatte mit den kleinen Tierchen zu tun. „Wir müssen schneller gehen, dann springen sie einen nicht an“, riet uns unser Guide. Doch nach den anstrengenden Tagen war das leichter gesagt als getan. Doch was sollte uns jetzt noch, nach diesen unbeschreiblichen Erlebnissen, stoppen? Und so kamen einige mit blutigen Beinen müde, nass, erschöpft aber überglücklich in dem Dorf an, an dem die Tour gestartet war. Wir hatten den Urwald besiegt und wir alle hatten uns selbst besiegt. Wer kann das schon von sich behaupten?

Am Stahlseil hängend durch den Dschungel (Tag 1)

Weitere Informationen zur Reise nach Laos

Rundreise

9-tägige Dertour-Privatreise „Facettenreiches Laos“ ab Luang Prabang / bis Vientiane, im klimatisierten PKW, inkl.Chauffeur, Inlandsflügen, Übernachtungen/DZ, Verpflegung, örtliche deutsch/englisch sprechende Reiseleitung, ab 1.595 EUR pro Person.

Aktiv-Ausflug im Dong Hua Sao Nationalpark inkl. 1 Übernachtung im Baumhaus, Vollpension, Trekking, Wandern und Ziplining, pro Person 359 EUR. Sehr anspruchsvolle Strecke.

Buchungen und weitere Informationen in jedem Reisebüro mit Dertour-Programmen oder unter www.dertour.de

Anreise nach Laos

Mit Singapore Airlines kostet ein Flug ab Frankfurt nach Laos ab 829 EUR inkl. aller Steuern, Gebühren und Kerosinzuschläge. Bei einem Zwischenstopp in Singapur erhalten Singapore Airlines-Passagiere einen Shopping-Gutschein über umgerechnet 15 EUR, der auf dem Flughafen eingelöst werden kann. Weitere Infos unter www.singaporeair.com und www.silkair.com

Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt.

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Am Stahlseil hängend durch den Dschungel

Jetzt stehe ich mit meinen nassen Schuhen auf zwei Metallschlaufen, die jemand vor mir in diese Felswand irgendwo im Regenwald von Laos gehauen hat. Mein Leben hängt an einem Haken von meinem Klettergurt, der an einem Führungsseil aus Stahl eingeklinkt ist. Unter mir klafft ein 150 Meter tiefer Abgrund. Adrenalin fließt durch meine Adern. Meine Nerven sind nicht so dick, wie die Stahlseile, an denen ich hänge. Ich zweifel, hadere, resigniere und bin am Ende der zweitägigen Tour doch der glücklichste Mensch der Welt.

Ich spüre den kräftigen Herzschlag in meiner Halsschlagader, die nassen Hände brennen, mein Rücken schmerzt, die Kleidung ist durchnässt und von oben tropft mir der Regen ins Gesicht. Ich kann mich an komfortablere Situationen in meinem Leben erinnern. Jetzt stehe ich mit meinen nassen Schuhen auf zwei Metallschlaufen, die jemand vor mir in diese Felswand irgendwo im Regenwald von Laos gehauen hat. Mein Leben hängt an einem Haken von meinem Klettergurt, der an einem Führungsseil aus Stahl eingeklinkt ist. Unter mir klafft ein 150 Meter tiefer Abgrund. Adrenalin fließt durch meine Adern. Meine Nerven sind nicht so dick, wie die Stahlseile, an denen ich hänge. Ich zweifel, hadere, resigniere und bin am Ende der zweitägigen Tour doch der glücklichste Mensch der Welt.

Rückblick: Von Pakxe, der drittgrößten Stadt in Laos, sind wir mit dem Bus knapp zwei Stunden nach Ban Nongluang gefahren. Dort starte unsere Expedition zum rund 1.300 Meter hohen Bolaven, einem vor Millionen Jahren erloschenen Vulkan im Dong Hua Sao Nationalpark in Laos. Die Fläche erstreckt sich auf über 1.100 Quadratkilometern. Eine Hälfte davon ist bergig mit sehr steilen Hängen, die sich bis zum Rand des Bolaven Plateaus auf bis zu 1.000 Metern Höhe und bis zu den Gipfeln in der Nähe des Plateaulands auf bis zu 1.300 Metern Höhe erstrecken. Die andere Hälfte ist Tiefland mit grünen Hügeln und kleineren Erhebungen

Ziplining in Laos - Jörg Baldin (2 von 15)

Blick auf das Tiefland des Dong Hua Sao Nationalparks in Laos mit grünen Hügeln und kleineren Erhebungen. (Fotos: Jörg Baldin // Video: Nina Maurischkat)

Es geht stundenlang durch den dichten Urwald

Unser Ziel ist ein kleines Dorf im Talbecken des Naturschutzgebietes, das unmittelbar an einem großen Wasserfall liegt. Ausgestattet mit Klettergeschirr, einer Führungsschiene für das Ziplining und einem Rucksack mit der notwendigen Ausstattung für die nächsten zwei Tage, geht es zu Fuß durch Kaffeeplantagen in den Urwald von Laos. Während die ersten drei Kilometer noch über mehr oder weniger befestigte Wege führen, muss man vor allem im Wald aufpassen, wo man hintritt. Der Weg windet sich, wird teilweise ziemlich steil und rutschig. Die Landschaft um uns herum ist wunderschön. Es geht vorbei an Schluchten und großen Wasserfällen. Die Wolken, die über den riesigen Bäumen schweben, geben dem Anblick fast etwas Mystisches.

Gegen Mittag erreichen wir einen Wasserfall, an dem wir in einer Schutzhütte von unseren Guides das Essen serviert bekommen. Gegessen wird mit den Händen. Die Tischdecke besteht aus riesigen Blättern. Auf den Tisch kommt typisches Essen aus Laos: Sticky Rice mit viel Gemüse, Hühnchen und Fisch. Uns allen wird erstmals klar, dass wir die Zivilisation für die nächsten Tage verlassen haben. Genau jetzt beginnt das Abenteuer. Und leider auch der Regen, der uns bis zum Schluss treu begleiten wird.

Der Regen macht die Bretter der Hängebrücke rutschig

Nach dem Essen geht’s zum ersten Mal über eine Hängebrücke. Der Regen macht die Bretter der Brücken rutschig. Wackelig ist es sowieso. Und wahrscheinlich muss man sich auch erst an das Gefühl gewöhnen, das einem zwei Seile mit jeweils einem Karabinerhaken Sicherheit geben sollen. Diese werden in eine Führungsleine eingeklinkt, die dafür sorgt, dass man nicht bis zu 200 Meter in die Tiefe fällt. So hoch schwebt man auf dieser Tour über den Bäumen, Wasserfällen oder Flüssen.

Um ins Dschungel-Dorf zu kommen, muss man von hier aus rund zehn Ziplines nehmen. Die längste „Abfahrt“ ist über 100 Meter lang. Der Anblick ist atemberaubend. Immer wieder „fliegen“ wir an dem riesigen Kamet-Wasserfall vorbei. Das Wasser fällt mehr als 100 Meter tief in ein relativ enges, dicht bewaldetes Talbecken. Einer nach dem anderen wird von den Guides in die Seile eingeklinkt und auf die großartige Reise geschickt. Der fantastische Anblick von Natur und Wasserfall macht sprachlos. Der beschwerliche Marsch auf dem rutschigen Untergrund, der nervige Regen und die ständige, notwendige Konzentration für jeden Fußtritt macht auch müde. Zudem kommt noch, dass die Teilnehmer von einigen Plattformen an den Baumkronen in die Tiefe abgeseilt werden müssen.

Ziplining in Laos: Der Urwald lässt alle über sich hinauswachsen.

Nach etwa fünf Stunden erreicht die Gruppe endlich das Dorf. Fast alle haben den anspruchsvollen Weg bis hierher unbeschadet überstanden. Die Teilnehmer der Gruppe sind müde und erschöpft. Doch bei fast allen stellt sich ein Glücksgefühl ein. Wir befinden uns auf einer Art Selbstfindungstrip. Der Urwald lässt alle über sich hinauswachsen und macht stolz.

Das Dorf befindet sich am Fuße des Kamet-Wasserfalls. Vereinzelt sind die Baumhäuser in rund zehn Metern Höhe zu sehen, die seitlich offen sind. Die meisten Häuser sind nur über Ziplines zu erreichen. Bretterwege führen zum „Dorfzentrum“. Dort befindet sich eine kleine Küche und ein überdachter Bereich in dem gegessen wird. Von hier aus sind die Duschen und die Toiletten zu erreichen. Ein kleines Feuer lodert in der Ecke, auf dem Teewasser und Kaffee gekocht wird. Es riecht nach Rauch. Lautes Donnern des Wasserfalls erfüllt die Gegend.

Ein Bad im Wasserfall entspannt die müden Muskeln

Das Dorf könnte eine Renovierung gut gebrauchen. Der Weg zur Badestelle am Wasserfall ist gefährlich. Kaputte Bretter und Treppen machen die kurze Strecke bis zur Badestelle fast unmöglich. Trotzdem gehen einige zum Baden an den Wasserfall. Das Bad im kalten Wasser entspannt die müden Muskeln und sorgt erneut für Glückgefühle.


Die Business-Class von Singapore Airlines – Das Lächeln macht den Unerschied


Gegen 18:30 Uhr gibt es Abendbrot. Der Koch zaubert leckere laotische Gerichte auf den Tisch. Dazu gibt es Kaffee, Tee oder heimisches Bier. Die Teilnehmer erzählen sich von den Erlebnissen des Tages oder spielen Karten am Tisch. Um 21:30 Uhr geht im ganzen Dorf das Licht aus. Der Strom kommt aus Aggregaten. Um neun Uhr holt der Guide uns ab und bringt uns zu den Baumhäusern. Bis zu fünf Personen können in einem Haus schlafen. Alle Baumhäuser haben eine Toilette und ein Waschbecken. Im Dunkeln „zippen“ wir uns zum Haus und bereiten uns auf die Nacht vor. Die Betten sind mit Schlafsäcken und Moskitonetzen ausgestattet und erstaunlich bequem. Pünktlich um halb zehn wird es dunkel und nur noch das laute Donnern des Wasserfalls ist zu hören.

Am Ende des Tages sind alle Teilnehmer stolz und glücklich

Tag 2 verspricht viel Regen, 16 weitere Ziplines, stundenlange Wanderungen bergauf auf rutschigem Geröll, Blutegel und fassungslose Gesichter vor einer Steilwand, die von allen durchnässten und übermüdeten Teilnehmern viel Überwindung, Mut und Kraft abverlangt. Am Ende der Tour werden alle Teilnehmer stolz und glücklich sein. Aber davon ahnt in dieser Nacht niemand etwas.

Das Geheimnis der 40 Eisenstufen im Regenwald (Tag 2)

Weitere Informationen zur Reise nach Laos

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Rundreise

9-tägige Dertour-Privatreise „Facettenreiches Laos“ ab Luang Prabang / bis Vientiane, im klimatisierten PKW, inkl.Chauffeur, Inlandsflügen, Übernachtungen/DZ, Verpflegung, örtliche deutsch/englisch sprechende Reiseleitung, ab 1.595 EUR pro Person.

Aktiv-Ausflug im Dong Hua Sao Nationalpark inkl. 1 Übernachtung im Baumhaus, Vollpension, Trekking, Wandern und Ziplining, pro Person 359 EUR. Sehr anspruchsvolle Strecke.

Buchungen und weitere Informationen in jedem Reisebüro mit Dertour-Programmen oder unter www.dertour.de

Anreise nach Laos

Mit Singapore Airlines kostet ein Flug ab Frankfurt nach Laos ab 829 EUR inkl. aller Steuern, Gebühren und Kerosinzuschläge. Bei einem Zwischenstopp in Singapur erhalten Singapore Airlines-Passagiere einen Shopping-Gutschein über umgerechnet 15 EUR, der auf dem Flughafen eingelöst werden kann. Weitere Infos unter www.singaporeair.com und www.silkair.com

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Hinweis: Die Reise fand auf Einladung statt.

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Merlions leuchtende Löwenstadt

Das mit dem Kaugummiverbot und den blitzblanken Straßen gilt zwar noch immer in Singapur, doch die quirlige Tropenstadt hat sich in den letzten Jahren ganz schön verjüngt. Die erste Nacht in der asiatischen Metropole zwischen Malaysia und Indonesien, wer denkt da schon an Schlafen, wenn eine Bootstour auf dem Singapur River eine Glitzerwelt bei Nacht verspricht.

Das mit dem Kaugummiverbot und den blitzblanken Straßen gilt zwar noch immer in Singapur, doch die quirlige Tropenstadt hat sich in den letzten Jahren ganz schön verjüngt. Die erste Nacht in der asiatischen Metropole zwischen Malaysia und Indonesien, wer denkt da schon an Schlafen, wenn eine Bootstour auf dem Singapur River eine Glitzerwelt bei Nacht verspricht.

Reisen nach Singapur - Eva-Maria Mayring - IMG_0945

Welch‘ ein Glück, dass Tan Khey Cheow, der singapurische Guide ortskundig durch die sehr lebendige City führt. In Windeseile winkt er im 2.500 qm großen Merlion Park ein Riverboat herbei und zu später Stunde geht es durch die bunte Glitzerwelt. Rundherum sind die Wolkenkratzer und Bars taghell erleuchtet und aus den voll besetzten Restaurants tönt fröhliches Gelächter. Hoch und höher ragt die extravagante Architektur in den schwarzblauen Nachthimmel. Sie dominiert, belebt mit ihrer modernen Lichttechnik die Skyline der Stadt und kreiert eine einzigartige Atmosphäre von Luxus, Lebensfreude und Vitalität.

Was heute im hellen Glanz erstrahlt, war nicht immer so prachtvoll. Die Vorzeigemetropole hat ihre Eigenständigkeit als kultureller Schmelztiegel und florierende Handelsoase über die Jahrhunderte schwer erkämpft. Aber auch indem man mit den vielen verschiedenen Ethnien und ihren politischen Gegensätzlichkeiten tolerant und geschickt politisch verhandelt hat, stabilisierte die Marktlage und förderte das Anwachsen zum zweitgrößten Finanzmarktes im asiatischen. Doch so manch liebgewonnene Tradition, wie die 1000-jährige Kunst des Teetrinkens wird in Singapur auch heute gepflegt.

Skywalk über Pflanzenparadies

Dass zwischen den hypermodernen Hochhausschluchten und den rassanten, vielspurigen Autobahnen die Natur nicht zu kurz kommt, bietet die Stadt eine Menge Grünzonen in allen Facetten. Sie lockern ganz unterschiedlich das Stadtbild enorm auf und sorgen nicht zuletzt für eine Verbesserung der Luft. Im Fort Canning Park zum Beispiel gedeihen auf 210 qkm mitten in der Stadt 100 verschiedenen Pflanzenarten. Einst befand sich hier der erste Gouverneurssitz, den auch Sir Stamford Raffles bewohnte. Auf dem hügeligen, Rasenterrain ragen gigantische Tropenbäume in den Himmel. Tan zeigt einen tropischen Regenbaum und den sogenannten Kanonenbaum, dessen Früchte tatsächlich wie Kanonenkugeln aussehen.

Eine weitere „grüne Hölle“ mit dem Namen „Gardens by the Bay“ erstreckt sich im Marina Bereich. Mit einer Fläche von 54 ha ist dies der größte botanische Garten der Welt. Künstliche Supertrees überragen mit 30 m das Gelände. Fast endlos erscheinen die riesigen Gewächshäuser mit Pflanzen aus allen vier Klimazonen der Welt. Zu bestaunen sind Baumgiganten, edle Orchideen und seltene Kakteen. Während sich im „Flower Dome“ die mediterranen Bougainvillea, Jasmin oder Orleander duftend und bunt präsentieren, rauscht im „Cloud Forest“ ein 35 m hoher Wasserfall nach unten und im sogenannten Nebelwald wachsen subtropische Pflanzen in Hülle und Fülle. Über einen Skywalk und Hängebrücken kann man das Pflanzenparadies akribisch entdecken und in der feucht, tropischen Luft kommt so richtiges Dschungelgefühl auf.

Schlemmermarkt Lau Pa Sat

In Singapur excellente und hochpreisige Lokale zu finden ist nicht schwer. Doch Tan offeriert den Besuchern einen typisch singapurischen Markt, wo all die Spezialitäten frisch gekocht oder gegrillt zubereitet werden und sich auch die Einheimischen gerne treffen. Es ist der Lau Pa Sat Festival Market. Eine offene gusseiserne Halle aus dem letzten Jahrhundert liegt inmitten des Bankenviertels. Wenn es dunkel wird strömen die Besucher aus den angrenzenden Vierteln an die Grillstände, um sich zum Beispiel zehn cross geröstete Satéspieße mit Garnelen oder Rindfleisch zu holen. Dazu gibt der Küchenchef eine scharfe, dunkle Soße dazu.

Lau Pa Sat unter freiem Himmel oder in der luftigen Halle wird meistens mit der ganzen Familie besucht. Man schätzt die preisgünstigen und pikanten Mahlzeiten und die angenehmen, nächtlichen Temperaturen.

Bevor es ins zentral gelegene Stadthotel Pan Pacific geht, führt Tan die Gruppe zum speienden Merlion am Singapur River. Halb Löwe, halb Fisch gab er der Stadt ihren Namen, denn Singa-pura heißt Löwenstadt. Mit einer Höhe von 8.60 m und 70 Tonnen schwer ist er das berühmte Wahrzeichen von Singapur, das für Glück und Reichtum steht, solange die Wasserfontäne sprüht.

Weitere Infos über Reisen nach Singapur

Anreise mit den Fluglinien: Emirates, Lufthansa und Qatar Airways

Unterkunft: Hotel Pan Pacific Singapore

Trips: Singapore Zoo ist sogar nachts eine riesen Attraktion mit 2.800 Tieren von asiatischen Elephanten, Oran Utans bis Riesenschildkröten. // Cocktail Bar Smoke & Mirrors bietet einen grandiosen Panoramablick über Singapur kombiniert mit exotischen Drinks.

Literatur: „Singapur – Merian momente“, Eberhard Homann, Claudia Homann, 160 S. 14.99 Euro.

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Bali – Die Insel der Götter

Kurz vor Sonnenaufgang werden den Göttern kleine Gaben gereicht. In kunstvoll aus Palmenblättern gefertigten Schälchen, werden Reis, Blüten, duftende Räucherstäbchen und Früchte arrangiert, in die Tempel gebracht und vor die Schreine gelegt.

Kurz vor Sonnenaufgang werden den Göttern kleine Gaben gereicht. In kunstvoll aus Palmenblättern gefertigten Schälchen, werden Reis, Blüten, duftende Räucherstäbchen und Früchte arrangiert, in die Tempel gebracht und vor die Schreine gelegt. Schließlich müssen die Götter gütig gestimmt werden. Zudem wird bei dem täglichen Ritual an die Ahnen gedacht und so ganz nebenbei, werden noch die Dämonen beschwichtigt. Eine Reise nach Bali.

Es sind kleine Momentaufnahmen im vorbeifahren, während ich nach rund 15 Stunden Flug Balis Hauptstadt Denpassar erreicht habe und mich mit dem Taxi immer weiter aus den Touristenzentren Kuta und Legian Beach, ins Herz der Insel bewege. Es ist feucht, schon früh morgens klettert das Thermometer auf tropische 30 Grad. Ein süßlicher Geruch von Frangipaniblüten liegt in der Luft. Unzählige Mopedfahrer liefern sich ein fröhliches Hupkonzert. Auf den Zweirädern ist von fünfköpfigen Familien bis hin zu Fahrern, die Hunderte von Plastikkanistern übereinander transportieren, alles vertreten. Der Morgen ist erfüllt von einem ohrenbetäubenden Lärm, der zunächst so gar nichts mit meiner romantischen Vorstellung der Tropeninsel zu tun hat, die mir seit dem Kinofilm mit Julia Roberts, „Eat, Pray, Love“, so vertraut scheint. Die Insel im Indischen Ozean gilt als Sehnsuchtsort, als ein Platz der Glückseligkeit, doch es fällt mir im ersten Moment schwer, diese Magie zu erfassen.

Instant happiness

Doch dann passiert es doch schneller als erwartet. Die Landschaft stimmt friedlich, die faszinierende Insel beginnt schon nach wenigen Stunden wohltuend auf mich zu wirken, macht trotz galoppierender Müdigkeit glücklich, „Instant Happiness“ sozusagen. Es sind Szenen wie aus einem Bilderbuch, die meine Augen im Zeitraffer erspähen: Vorbei an sattgrüner Landschaft, mit symmetrisch angelegten Reisterrassen und üppiger Regenwald-Vegetation, führt die Fahrt. Die Insel ist mit 145 Kilometern Länge und einer Gesamtfläche von 5780 qkm überschaubar. Die Einheimischen begrüßen mich überall herzlich und offen und machen mir das Ankommen in dieser fremden Kultur leicht. Um möglichst viel von Land und Leuten zu entdecken, habe ich mir ein Auto mit Fahrer gemietet, Chapouk nennt mich „Mam“ und ist sehr nett, aber versteht wenig englisch und ich kaum balinesisch. Macht nichts,  dafür kennt der gebürtige Insulaner die schönsten Plätze und letztendlich sagt sein zahnloses Lächeln ohnehin mehr als tausend Worte, wir reden kaum und ich habe viel Zeit, alles auf mich wirken zu lassen. Der erste Stopp ist der Taman-Ayun-Tempel in Mengwi, ein verzauberter Ort inmitten von Seerosen bewachsenen Kanälen. Es ist völlig still, Eidechsen dösen im Schatten. Auf dem weiteren Weg machen wir einen Abstecher zum Meerestempel Tanah Lot, im Südwesten der Insel. Andenken-Läden mit furchterregenden Masken markieren den Weg zum Heiligtum. Fast täglich finden hier Zeremonien statt, bei Ankunft tanzen zwei grazile Frauen den Tempeltanz Legong.  Durch das Hochland geht es weiter nach Sangsit, zum Botanischen Garten, danach locken die farbenprächtigen Märkte in Bedugul. Shop till you drop ist die Devise. Für ein paar Euro erstehe ich schöne Pashmina-Schals und Silberschmuck.

Der Sitz der Götter

Das mystische Bergland rund um den Vulkan Batur, ist für die Einheimischen ein heiliger Ort. Auf dem Weg zum Gunung Agung, dem mit 3142 Metern höchsten Vulkan, verändert sich die Vegetation permanent. Dichter Dschungel weicht Nebelwäldern, die Wolken hängen tief, es wird kühler. Der Pura Besakih, der „Muttertempel“ liegt in 1000 Metern Höhe am Rande des Berges. Auf dem Gelände befinden sich über 30 Tempel, der Platz hat etwas Geheimnisvolles. Auf der indonesischen Insel Bali, ist der Glaube allgegenwärtig und spirituelle Rituale sind fest in den Alltag verankert.  Laut einer Sage halten zwei beschützende Drachen die Insel fest im Meer umkrallt. Die Einwohner sind überzeugt, dass auch heute noch viele Dämonen und Geister an den zahlreichen Stränden wohnen. Die vielschichtige Unterwelt lebt ihrem Glauben nach im Ozean, während die Berge von den Göttern bewohnt sind.  Der Gunung Agung, ist ihr Hauptsitz und so wird der Vulkan selbst verehrt, als wäre er ein Gott. Balinesen leben mit all‘ den mystischen Geschöpfen und ihren Ahnen, die zwar nicht greifbar, aber durchaus spürbar für sie sind – und irgendwie springt das auch auf mich über und ich fühle mich nie allein.

Spirituelles – in the mix!

Auf der Insel vereint sich eine entspannte Mischung aus Hinduismus und Buddhismus, vermischt mit einem ganz besonderen Ahnenkult. Dieser einzigartige Spirit verschafft eine friedfertige Stimmung, bei der die Götter Teil der Gesellschaft sind. Nicht von ungefähr kommt es deshalb, dass Bali auch als die „Insel der Götter“ bezeichnet wird.

Vom heiligen Berg aus dauert die Fahrt Richtung Inselmitte nach Ubud, drei Stunden. Ich komme an schwarzen, einsamen Lavastränden und Kunsthandwerk-Dörfern wie Celuk, die von Tausenden religiöser Statuen gesäumt werden, vorbei und passiere unzählige Tempel. Jedes Haus hat seinen eigenen, jedes Dorf dazu noch mindestens drei. Das wirkt fast inflationär. Selbst vor Geschäften und Restaurants sind winzige Schreine zu finden. Die quirlige Kleinstadt Ubud durchweht noch immer das Flair der Bohème. Sie zieht schon seit über 80 Jahren Künstler aus aller Welt an. In den vergangenen Jahren entwickelte sich das ehemalige Dschungel-Dörfchen rasant: Aus Sandwegen wurden asphaltierte Strassen, an jeder Ecke machten chice Boutiquehotels, Yogastudios, Kunstgalerien und Loungebars auf, doch entfernt man sich auch nur wenige Schritte von den belebten Straßen, so verströmt Ubud noch immer den Hauch längst vergangener Zeiten.

Leben mit Geistern und Dämonen

Kleine Opfer-Schälchen befinden sich auch hier mitten auf der Straße, sie gehören zum gewohnten Straßenbild, wie die Affen, die auf den alten Tempelmauern auf der „Monkey Forest Road“ miteinander spielen.  Fast jeden Tag werden religiöse Feste gefeiert: Tempelfeste zu Neumond und zum Vollmond, zu Ehren der Ahnen und regelmäßig, alle 210 Tage das große Fest zur Erschaffung der Welt. Auf Bali regiert in den meisten Dörfern das aus Indien übernommene Kastensystem. Ganz oben stehen die Brahmanen, die Angehörigen der Priester-Kaste. Diese wachen darüber, dass alle Rituale richtig ausgeführt werden. Die Brahmanen sind auch dafür da, Fremden die Kultur und die verschiedenen Bräuche näher zu bringen, ihnen zu lehren, wie das komplizierte Gefüge aus Göttern, Geistern und Dämonen funktioniert und im Alltag zusammenspielt. Um ganz in die faszinierende Kultur der Balinesen einzutauchen, miete ich mich selbst bei einem Brahmanen ein.  Im Haus der Brahmanen werden mir die vielen, täglichen Rituale immer vertrauter. Und ich lerne viel über die Menschen und ihr Leben vor Ort. Ida Bagus Weda ist mein Gastgeber. Gemeinsam mit seiner Frau und seinem Sohn Gus De und dessen Familie, lebt er im Ort Mas, nur wenige Kilometer von Ubud entfernt, inmitten fast jungfräulicher Natur. Kleine Flüsse, die in sprudelnde Bäche münden und raschelnde Bambuswälder umgeben mich, während ich auf meiner Terrasse sitze und der Stille lausche. Das Grundstück der Wedas grenzt an Felder, auf denen Wasserbüffel grasen. Was für eine Idylle! Alle Probleme und Sorgen des Alltags sind weit weg, berühren weder Geist noch Seele. Was zählt ist nur der Moment und der ist perfekt!

Goldrausch

Die aufwendig mit Gold verzierten Hütten gruppieren sich um einen begrünten Innenhof mit bunten, duftenden Blumen, kleinen Schreinen und handgeschnitzten Götterstatuen. Auf den Veranden hängen Vogelkäfige und es zwitschert in allen Tonlagen, als säße man inmitten eines Vogelorchesters. Wer mehr über böse und gute Geister, Karma, Seher und Heiler erfahren möchte, der ist bei Gus De, dem Sohn des alten Brahmanen bestens aufgehoben.

Gus De macht es Spaß, mir den doch sehr komplexen Glauben der Inselbewohner Balis zu erklären. Er ist, als Nachfahre eines Priesters, der vor Hunderten von Jahren den Hinduismus von Java nach Bali brachte, dazu prädestiniert. Nach dem Hinduismus kamen im Laufe der Zeit der Buddhismus und der sehr weit gefächerte Ahnenkult auf die Tropeninsel. Heute nennt man diese ganz besondere Glaubensrichtung den Hindu-Dharma-Glauben. Er lehrt das harmonische Zusammenspiel von Menschen, Göttern, Geistern, Dämonen und Ahnen, das hier auf der Insel der Götter bestens zu funktionieren scheint. Was immer das auch für magische Wesen sein mögen, die hier den Alltag regieren, sie machen einen verdammt guten Job!


Weitere Informationen für eine Reise nach Bali

Einreise
Es genügt ein mindestens noch 6 Monate gültiger Reisepass

Anreise
Zum Beispiel mit Etihad – www.etihad.com

Reiseveranstalter Bali
Lotus Travel München – www.lotus-travel.com

Weitere Infos zu Bali

www.tourismus-indonesien.de

www.bali.de

www.bali-insider.at


Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

Titelfoto: Fotolia.de | #147846816 | Urheber: tawatchai1990

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Zum Surfen auf Bali – Perfekte Wellen inkluisve

Es ist 14 Uhr Ortszeit, leicht streicht der Wind über meine Haut und ich liege im Schatten eines im balinesischen Stil gebauten Lounge-Bereiches. Jemand schlurft in Flipflops entspannt über die…

Es ist 14 Uhr Ortszeit, leicht streicht der Wind über meine Haut und ich liege im Schatten eines im balinesischen Stil gebauten Lounge-Bereiches. Jemand schlurft in Flipflops entspannt über die Holzterrasse. Um mich herum verraten die Pflanzen, dass es hier länger als sechs Monate im Jahr warm und sonnig sein muss, und um die Idylle perfekt werden zu lassen, hat der Gärtner die Blüten der Frangipani-Bäume am Rande der Freiluftdusche aufgereiht. Ich befinde mich 16 Flugstunden von Deutschland entfernt im „Green Room Canggu“ auf Bali und lasse meine letzte Woche Revue passieren.

Surfari auf Bali heißt perfekte Wellen

Green Room – Blick aus meinem Zimmer.

Ich wollte wissen, ob es noch geht. Ob ich nach sechs Jahren Surf-Abstinenz noch fähig bin eine Welle zu surfen. Für dieses abenteuerliche Vorhaben lag nichts näher, als mir die Hilfe von echten Profis zu suchen. Ohne Anreisestress ging es am Mittwoch direkt nach meiner Landung in Denpasar per Shuttle ins Surfcamp nach Canggu. „Du surfst, wir machen den Rest!“ – Das Motto galt nicht nur für diesen Abend – es sollte mich den gesamten Urlaub begleiten.

Surfari auf Bali heißt perfekte Wellen

In den letzten sieben Tagen bin ich so oft gesurft, wie sonst nur im Urlaub in Australien. Jeden Tag gab es hier perfekte Wellen, und wie die meisten „Surfhungrigen“ habe ich die vom Camp angebotenen Surfeinheiten am Vor- und Nachmittag ausgenutzt. Meine Tage starteten meistens viel zu früh, dafür aber lecker mit einem kräftigen Frühstück bestehend aus Toast, Omelette, Früchten und Nasi-Goreng. Vom Camp aus fahren täglich drei bis vier Shuttles mit erfahrenen Surfguides, die die Campbewohner je nach Können an die passenden Spots bringen und im Wasser mit hilfreichen Tipps zur Seite stehen. Reef, Beachbreak, Felsen, große oder kleine Wellen, Tubes oder entspannte Wellenberge – täglich entdeckte ich auf meinen „Surfaris“ neue Strände und lernte jeden Tag ein Stückchen mehr Bali kennen.  Zwischen den Rufen meiner Surfguides wie „Go-Go-Go!“, „No-No-No!“ oder „Paddle harder! Paddle faster!“  habe ich mich innerhalb der letzten sieben Tage um eine „Können-Stufe“ verbessert. Der Take-Off klappt inzwischen wieder sicher, und ich traue mich in größere Wellen. Breites und glückliches Grinsen gibts hier zum Nulltarif. Danke Rido, Danke Muklas – Ihr seid die besten Guides der Welt!

Nach jeder Surfsession gibt es ein lebendiges Wiedersehen in der Lounge im „Green Room“. Hier werden alle Erfahrungen geteilt, Tipps ausgetauscht und neue Bekanntschaften geknüpft. Woher kommst Du? Wer bist Du? Wie lange bleibst Du?  Weltenbummler treffen auf erholungssuchende  Zwei-Wochen-Urlauber oder auf Bali-Dauergäste und Aussteiger. Eine Leidenschaft aber teilen alle – das Surfen! Manchmal kommt ein Guide in die Lounge und lässt alle wissen, wer heute im Wasser „On Fire“ war und besonders gut gesurft ist. Der positiven Stimmung kann sich niemand entziehen – happy Bali, happy People. Manchmal greift jemand in die Saiten der Campgitarre und spielt Songs von Bob Marley oder Jack Johnson.

Am Wochenende ist frei, zumindest was das Surfen mit Guide angeht. Das nutzen die meisten von uns, um eine Tour in das echte Bali zu planen – fernab der Touristenhochburgen Kuta oder Seminyak. Jede Menge Tipps hatte unsere Camp-Chefin Koni parat. Unkompliziert durften wir sogar einen der Camp-Busse nutzen und den Fahrer gab es für supergünstige 100.000 Rupiahs (8 Euro für 8 Stunden!) dazu.

Nach einer vielfältigen, spannenden und trotzdem sehr erholsamen ersten Woche sitze ich nun hier im balinesichen Stil gebauten Loungebereiches des Camps. Während jemand in Flipflops vorbeischlurft, tue ich das, was vor mir schon sehr viele Campbewohner getan haben – ich habe verlängert. Ich surfe – und die machen den Rest!

Unser Tipp: Rundreisen

Bali hat aber noch viel mehr zu bieten, als nur Tauchen, Wellenreiten oder Baden: einzigartige Vulkan-Landschaften, traumhafte Strände und Buchten, Tempel und Zeremonien. Mit einer Rundreise, wie sie zum Beispiel von Dertour angeboten wird, wird die „Insel der Götter“ intensiver erlebt.

Reiseinfos

Geld im Urlaub

Die Währung auf Bali sind Indonesische Rupiah. Die meisten Geschäfte akzeptieren Kreditkarten. Wer die Abhebegebühren umgehen möchte, für den lohnt sich die Anschaffung einer kostenlosen Kreditkarte. Mehr Tipps zur Zahlung im Urlaub gibt es auf unserer Service-Seite: Geld im Urlaub.


Reiseführer & Weiterführende Informationen

Eine Auswahl an Reiseführern für Bali finden Sie hier.

Kooperationsartikel

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Sri Lanka: Ayurveda bringt Doshas ins Gleichgewicht

Hupende Busse, knatternde „Tuk Tuks“, scheinbar lebensmüde Radfahrer, Kühe auf den Straßen, Frauen in leuchtenden Saris, weiße Dagobas und bunte Hindutempel, wilde Affen und Buddha-Figuren – so bunt ist Sri…

Hupende Busse, knatternde „Tuk Tuks“, scheinbar lebensmüde Radfahrer, Kühe auf den Straßen, Frauen in leuchtenden Saris, weiße Dagobas und bunte Hindutempel, wilde Affen und Buddha-Figuren – so bunt ist Sri Lanka. Das entspannende Kontrast-Programm ist eine Ayurveda-Kur im Siddhalepa Health Resort in Wadduwa, bei der Körper, Geist und Seele entgiften und erholsam in Fluss kommen. Ein angenehmer Nebeneffekt: Die Haut wird straffer und ganz nebenbei purzeln die Kilos, ohne Hungern und Selbstkasteiung. BREITENGRAD53-Autorin Liane Ehlers hat es ausprobiert.

Die Fahrt von Colombos Flughafen nach Wadduwa dauert eineinhalb Stunden. Dann plötzlich diese Stille. Wir sind von der Hauptstraße auf einen unscheinbaren Weg abgebogen, erreichen nach zehn Minuten das Siddhalepa Ayurveda Health Resort, das direkt am Indischen Ozean liegt, eingebettet in einen Park aus 300 verschiedenen tropischen Bäumen, die sonst nirgendwo an den Küsten wachsen. Es gibt nur noch das Zwitschern der Vögel, das Quieken der Streifenhörnchen, Endlosstrände und den Sound der Wellen. Ganz gelegentlich mal das Rauschen des Zuges von Colombo nach Galle, das man aber kaum wahrnimmt.

Hatha-Yoga am Pool

Ommmmm…… Alles fließt. In der Ruhe und im tiefen Durchatmen liegt die Kraft, morgens um sieben Uhr beim Hatha-Yoga am Pool unter Palmen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich jeden Morgen so früh dazu aufraffen könnte. Aber wenn ich’s weglasse, fehlt mir was. Aus dem deutschen Winter kommend, nach kalorienreichen Weihnachts- und Karnevalstagen, ist besonders in der Fastenzeit eine Ayurveda-Kur im feucht-warmen Klima Sri Lankas genau das Richtige, um Körper, Geist und Seele eine Entgiftung und Erholungspause zu gönnen.

Sri Lanka - Ayurveda - Liane Ehlers-019

Hatha-Yoga am Pool (c) Fotos: Liane Ehlers

Ayurveda ist Anamnese mit Pulsdiagose

Ayurveda, das ist das „Wissen vom langen Leben“. Jeder Mensch sei ein Abbild des Kosmos, erfahre ich. Wie er bestehe auch der Mensch aus Erde, Wasser, Feuer, Luft und Raum. Zur Gesundung gilt es, die drei Doshas (Bio-Energien) Vata, Pitta und Kapha auszugleichen. Die müssen jedem Typ entsprechend in ein harmonisches  Gleichgewicht gebracht werden. Vata steht für leicht gestresst, Pitta ist eher ein feuriger Typ. Europäer haben meistens einen hohen Kapha-Anteil. Das heißt, sie sind leicht träge und für asiatische Verhältnisse ein wenig zu dick. Nachdem meine  Ayurveda-Ärztin Dr. Arunakanthi (38) das nach einer gründlichen Anamnese mit  Puls-Diagnose und sehr persönlicher Befragung  geklärt hat, legt sie die Behandlung fest.

Ayurvedisch essen mit Genuss

Körper-, Kopf- und Fuß-Massagen mit Kräuterölen für Reinigungs- und Verjüngungskuren, ayurvedische Medikamente und ein von Dr. Arunakanthi verordneter Speiseplan sorgen dafür, dass alles erholsam in Fluss kommt.  In dem mit zahlreichen „Green Awards“  ausgezeichneten Resort kann man am ayurvedischen Buffet zwischen Fisch- und vielen Gemüse-Curries, Dhal-Curry aus gelben Linsen frischem Obst und süßen Sesambällchen wählen. Dieser Dosha-Ausgleich ist ein Genuss und so gut wie fettfrei, was der Chefkoch bei einem Kochkurs demonstriert.

Die flinken Hände von Therapeutin Semirha (44) lockern beim Massieren mit reichlich Kräuteröl und Säckchen voll Kräuterreis die Muskulatur. Kräuterbäder sorgen für Entspannung. Shirodhara (Öl-Stirnguss) und sonntägliche Meditation bringen Ruhe ins Gehirn. Wer kein Ayurveda im „Siddhalepa“ macht, meist sind das mitgereiste Ehemänner,  kann im  Strandrestaurant am gleich daneben aufgebauten Buffet die leckere internationale Küche genießen.

Männer entdecken heilsame Kraft

Aber immer mehr Männer entdecken auch die heilsame Kraft des Ayurveda für sich. Lag ihr Anteil vor zehn Jahren noch  unter zehn Prozent, steigt er jetzt  kontinuierlich. Holger (42), Eventmanager aus Düsseldorf, und Jan (51), Zahnarzt aus Köln, sind begeistert. Sie haben sich auf die Kur, zu der auch ein Verzicht auf Alkohol, Kaffee und Zigaretten gehört, voll eingelassen und wollen auf jeden Fall wiederkommen.

Kein Quecksilber in der Medizin

Fünf Ayurveda-Ärztinnen und 16 Therapeuten (fünf männliche) arbeiten im Therapiezentrum. Der Spa-Manager spricht fließend Deutsch und kann bei Bedarf Übersetzungshilfe leisten, denn Umgangssprache ist Englisch. Dr. Arunakanthi hat, wie ihre Kolleginnen sechs Jahre studiert. Zwei Tage die Woche arbeitet sie auch im Siddhalepea Hospital in Colombo. Die Eigentümerfamilie des Resorts blickt auf eine über 200jährige ärztliche Tradition zurück. In diesem Resort muss man keine Angst haben, durch Quecksilber oder Schwermetalle vergiftet zu werden.

Seit dem Gesundheits-Skandal, der Ende 2015 durch die deutschen Medien ging, haben die Ayurveda-Resorts in Sri Lanka einen Rücklauf verspürt. Das habe das Gesundheitsministerium veranlasst, sichere Resorts zu zertifizieren, wie Marketingchef Ushan Edirisinghe  bei einem Besuch der Produktionsstätten am Stadtrand von Colombo erklärt. Einmal die Woche bietet das Resort eine kostenlose Besichtigung an. „Wir verwenden hier kein Quecksilber“, erklärt er. „Die Produktion findet unter ständiger Aufsicht eines Arztes statt.“

Beim Besuch in der Fabrik erfahre ich viel über die Herstellung ayurvedischer Medizin aus Blüten, Blättern, Rinden und Wurzeln.  Aralu, Bulu und Nelli heißen die „Zaubermittel“ aus der Natur, die Dr. Arunakanthi mir verordnet hat. Sie entgiften den Körper und lassen die Pfunde in Verbindung mit den wohltuenden Massagen von  Semirha ganz nebenbei schmelzen: Fünf Kilo in 14 Tagen! Gut gelaunt und total entspannt kann ich jetzt in den kommenden Frühling heimfliegen.


Anreise
Emirates fliegt ab Hamburg, Düsseldorf und Frankfurt via Dubai nach Colombo. SriLankan Airlines fliegt ab Frankfurt direkt nach Colombo. Allgemeine Auskünfte gibt es auf der Länderseite des Auswärtigen Amtes. Für die Einreise besteht Visumpflicht. Vorab die Adresse www.eta.gov.lk nutzen.
Lage
Das Siddhalepa Ayurveda Health Resort hat 50 Zimmer in Bungalow-Form und liegt direkt am Strand von, etwa 65 km südlich vom Flughafen Colombo. Im Strand-Restaurant bietet es Mahlzeiten (ayurvedisch und international) als HP. Bei Zubuchung einer Ayurveda-Kur ist auch das Mittagessen darin enthalten. Die Anlage verfügt über einen Swimmingpool. Getränke (Ayurveda-Tee und warmes Wasser sind kostenlos) gibt es den ganzen Tag über im Restaurant neben der Empfangshalle. Siddhalepa hat Dependancen in Berlin, Bad Homburg und Bad Schandau.
Fit und aktiv
Hatha-Yoga täglich um 7 und 17 Uhr, sonntags geführte Meditation, Fitnessraum. Einmal wöchentlich: Kochkurs, Führung durch den Gemüse- und Kräutergarten, Besichtigung der Medizinfabrik. Buchbar bei Dertour-Reisebüros: Preisbeispiel: Siddhalepa Ayurveda Resort in Wadduwa (4 Sterne), 1 Übernachtung/DZ/HP, ab 42 Euro/ Person. Die Ayurveda-Kur kann zugebucht werden. Ermäßigungen für Ayurveda-Kur: ab 6 Tagen 5%, ab 13 Tagen 8%, ab 21 Tagen 11 %. Für Dertour-Gäste gibt es zudem 55+ und 60+ und Single-Vorteile.
Reise-Lektüre
„Sri Lanka“, Reise-Know how-Verlag, 22,50 Euro. „Sri Lanka“, Reise-Taschenbuch von Martin H. Petrich, Dumont, 17,99 Euro.

 

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St Petersburg – Stadt der vielen Paläste

Sankt Petersburg, Leningrad, Petrograd und wieder St Petersburg – Die ehemalige russische Hauptstadt am Fluß Newa hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Das zeigen auch die 2.300 Paläste, Prunkbauten und…

Sankt Petersburg, Leningrad, Petrograd und wieder St Petersburg – Die ehemalige russische Hauptstadt am Fluß Newa hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Das zeigen auch die 2.300 Paläste, Prunkbauten und Schlösser. Viele davon eindrucksvoll mit goldenen Dächern und Ornamenten verziert. Schuld daran sind vor allem zwei Frauen aus dem 17. Jahrhundert: Kaiserin Elisabeth und Katharina „die Große“ ließen einige der Bauten für ihre Liebhaber bauen. Eine Reise mit der Mein Schiff 4 in die Vergangenheit Russlands und in eine Stadt, die sich auf die Fußball WM 2018 vorbereitet.

Sankt Petersburg ist das Kreuzfahrtziel der Superlative in der Ostsee. Bis zu zehn Ozeanriesen können in dem modernen Hafen gleichzeitig festmachen, aus dem man eindrucksvoll das fast fertige Stadion der Fußball WM 2018 sieht, die „Gazprom-Arena“. Um die Anzahl der Gäste in den Griff zu bekommen, werden in den nächsten Jahren weitere Anlegeplätze für noch mehr Schiffe gebaut. Bis zu zehn Kreuzfahrtschiffe liegen im HafenNimmt man einen Durchschnitt von 2.000 Passagieren pro Schiff, müssen pro Tag 20.000 Besucher in die Stadt und durch die Touristenattraktionen geführt werden. Ein lukratives Geschäft, vor allem für die Busunternehmen, die die Besucher vom Schiff abholen. Eine Erkundung von Sankt Petersburg auf eigene Faust ist schwierig, da man als EU-Bürger ein russisches Visum benötigt, das relativ aufwendig zu beantragen und mit knapp 80 Euro zu teuer für die beiden Tage ist, die das Schiff im Hafen liegt. Wer ein Ausflugsprogramm auf dem Schiff bucht, darf auch ohne gültiges Visum das Land betreten.

Mein erster Weg von der Mein Schiff 4 führt zum wohl bekanntesten Gebäude der Region, dem Katharinenpalast. Das 300 Meter lange, blau-weiße Gebäude mit den fünf goldenen Kuppeln der Palastkirche und riesigem Park war einst die Sommerresidenz der russischen Zaren und wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Bis 1942 war dort auch das legendäre Bernsteinzimmer untergebracht, dass seit Ende des zweiten Weltkriegs als verschollen gilt. Mühsam wurde anhand von Fotos eine originalgetreue Kopie erstellt und im Rahmen des 300-jährigen Stadtjubiläums von St Petersburg im Mai 2003 durch den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder und den russischen Präsidenten Wladimir Putin der Öffentlichkeit übergeben. Sehenswert auch der Ballsaal und die vielen gold-glänzenden Räume innerhalb des Gebäudes.

Für mich fast noch eindrucksvoller ist der Palast von Peterhof, etwa 30 Kilometer von St. Petersburg entfernt. In der Gartenanlage stehen vier Kaskaden und 144 Fontänen, die ausschließlich von Wasser mit natürlichem Gefälle gespeist werden. Eine große Meisterleistung, wenn man sich die großen Fontänen mit über 20 Meter hohen Wassersäulen ansieht. Besonders sehenswert ist die Große Kaskade vor dem Großen Palast. Auch der Peterhof hat eine schmerzhafte Vergangenheit hinter sich. Der Komplex wurde im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Besatzungsmacht fast vollständig zerstört und geplündert. Einige Kunstwerke konnten von den Museumsmitarbeitern gerettet werden. Teilweise wurden die großen Skulpturen im Garten vergraben. Einige wurden nachgebaut, viele gelten heute noch als verschollen.

Auch in St. Petersburg selbst gibt es viele eindrucksvolle Bauten. So zum Beispiel die Blutskirche, die auch Auferstehungskirche genannt wird. Die Kathedrale ist das einzige Bauwerk der Stadt, die sich nicht an den italienischen und klassizistischen westlichen Baustilen orientiert. Als Vorbild diente die Moskauer Basilius-Kathedrale. Sie wurde zum Andenken an Alexander II. erbaut, der genau an der Stelle einem Attentat zum Opfer fiel.

Isaakkirche ist die größte Kirche in St Petersburg

Auffällig auch die Isaakskathedrale, die größte Kirche St. Petersburgs und eine der größten sakralen Kuppelbauten der Welt. In dem Gebäude haben über 10.000 Menschen Platz. Um die Kirche vor den Angriffen im Zweiten Weltkrieg zu schützen, wurde die goldene Kuppel mit Tarnfarbe überstrichen. Dennoch hatte das Gebäude nach dem Krieg erhebliche Schäden erlitten, wurde aber nicht vollständig zerstört.

Für die Fülle der Sehenswürdigkeiten reichen zwei Tage Aufenthalt nicht aus. Vor allem nicht, wenn man sich die Gebäude auch noch von innen ansehen möchte. Schon gar nicht, wenn mehrere Kreuzfahrtschiffe im Hafen liegen, die alle ähnliche Ausflugsprogramme anbieten. Wer Pech hat, der kann schon beim Eintritt in den Katharinenpalast bis zu drei Stunden warten, bevor er überhaupt Zugang erhält. Und so ist es auch bei allen anderen Attraktionen, die wir besucht haben. Unzählige Busse stehen teilweise in mehreren Reihen, um die Gäste für ein Foto aus- und wieder einsteigen zu lassen.

Und auch die Maßnahmen für die Fußball WM 2018 sind in St. Petersburg sichtbar. Der Bau der „Gazprom-Arena“, der rund eine Milliarde Euro kostet, nimmt Formen an. Das Stadion soll 2017 eingeweiht werden. Brücken über die Newa werden erreichtet, damit die Besucherströme von der Autobahn direkt zum Stadion geleitet werden können und natürlich zum Hafen, der ja auch noch weiter ausgebaut wird.

Mein Schiff 4

Die Mein Schiff 4 ist das jüngste Kreuzfahrtschiff der Flotte von TUI Cruises. Am 5. Juni wurde das Schiff in Kiel von Schwimmstar Franziska van Almsick getauft. Die Mein Schiff 4 bietet Platz für 2.506 Passagiere und gehört derzeit zu den modernsten Kreuzfahrtschiffen der Welt. Die Route „Ostsee Baltikum mit Helsinki“ beinhaltet die Städte Kiel, Helsinki, Sankt Petersburg, Tallin und Stockholm. Weitere Infos zur Reise finden Sie unter http://tuicruises.com.

Visum

Wer Sankt Petersburg auf eigene Faust erkunden möchte, benötigt als EU-Bürger ein Visum, das relativ kompliziert zu beantragen ist. Die Anträge müssen direkt bei den russischen Botschaften gestellt werden. Man benötigt neben dem Reisepass eine Reisebestätigung oder offizielle Einladung, die man später dem Antrag für ein Visum beilegen muss. Wer z.B. in einem Hotel übernachtet, bekommt nach der Buchung üblicherweise eine Reisebestätigung zugesandt. Wer Ausflüge über die „Mein Schiff 4“ bucht, der benötigt kein Visum.

Hinweis: Der Autor wurde von TUI Cruises zu dieser Reise eingeladen!

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Malediven – Umweltschutz zum Erhalt der Korallenriffe

Makko Ibrahim Waheed geht es besser. Der Patient trägt zwar noch einen Verband, nimmt aber schon wieder feste Nahrung zu sich. Kleine Fischstückchen. Der grau gefiederte Tölpel ist vor fünf…

Makko Ibrahim Waheed geht es besser. Der Patient trägt zwar noch einen Verband, nimmt aber schon wieder feste Nahrung zu sich. Kleine Fischstückchen. Der grau gefiederte Tölpel ist vor fünf Tagen auf der Malediven-Insel Baros gestrandet. Im wahrsten Sinne des Wortes. Verena Wiesbauer, Meeresbiologin auf dem 300 x 350 Meter kleinem  Eiland im Nord-Malé-Atoll, hat den am Flügel verletzten Seevogel am Strand gefunden und verarztet. Seither wird er vom Marina-Team des Fünf-Sterne Luxus-Resorts gepflegt und gefüttert. Makko Ibrahim Waheed – die Mitarbeiter des Resorts haben ihm diesen Namen gegeben – ist nicht der einzige tierische Patient auf Baros: Auch ein Fischreiher mit nur einem Fuß befindet sich in der Krankenstation des Tauchcenters.

Aus dem Flugzeug sehen die Inseln aus wie Perlen.Die beiden Verletzten sind wahrlich im Paradies gestrandet: Baros gehört zu den schönsten der insgesamt 1.196 Inseln, die auf 26 Atollen mit Korallenriffen verteilt sind und zur islamischen Republik Malediven gehören. Etwa 220 von ihnen sind von Einheimischen bewohnt, 108 als Resorts für den Tourismus ausgewiesen. Aus dem Flugzeug sehen diese Kleinode im Indischen Ozean aus wie Perlen, ausgestreut auf einem türkis-blauen Teppich.

30 Bungalows auf Stelzen erwarten uns

Wir landen morgens um 7 Uhr auf dem Malé International Airport. Ein Motorboot bringt uns in 25 Minuten auf die kleine Ferieninsel. 1996 wurden die ersten 16 Bungalows auf Stelzen in die Lagune gebaut, 2005 wurde ihre Zahl auf 30 erhöht, 15 davon mit eigenem Pool. Hinzu kommen 45 luxuriöse Villen auf der Insel, alle am Strand. Auf höchstens 150 Gäste kommen 300 Resort-Mitarbeiter. Seit 2014 lockt ein 85 Quadratmeter großer Infinity-Süßwasserpool auf dem Deck des Lime-Restaurants. So beeindruckend er auch ist – die schönsten Plätze der Malediven liegen unter Wasser. Um sie zu entdecken, tauchen wir ab – mit Flossen, Brille und Schnorchel ein, zwei Meter tief. Was wir sehen sind Korallen und Schwämme, Rochen, Drücker-, Pipe- und Doktorfische im grünen Wasser der Lagune, Haie, Tintenfische und Muränen im tiefblauen Meer davor. 13 Wasserschildkröten leben rund um die Insel, jede fotografiert, vermessen und namentlich – von „Goofy“ bis „Sandy“ – registriert. Als Resort-Manager Shuhan seinen 30. Geburtstag feierte, durfte er einer der sanftmütigen Reptilien einen Namen geben. Der Formel I-Fan taufte sie „Schumi“.

Unterwasser Malediven

Die herrlich, bunte Unterwasserwelt ist die Hauptattraktion der Malediven.

Nicht alles ist ungefährlich: In den Gewässern vor den Inseln lebt beispielsweise die berüchtigte Kegelschnecke „Conus geographus, auch „Zigaretten-Schnecke“ genannt, nicht, weil nach einem Stich von ihr die Haut brennen würde, sondern weil sie so giftig ist, dass einem gestochenen Menschen angeblich nur noch eine Zigarettenlänge Zeit zum Leben bleibt. Tatsächlich sind es etwa fünf Stunden, die einem noch bleiben. Na, denn …. Wir fotografieren die etwa 10 Zentimeter lange, sandfarbende Schnecke während einer Nacht-Schnorchel-Exkursion aus sicherer Entfernung.

1,2 Millionen Urlauber besuchen die Malediven pro Jahr

Rund 1,2 Millionen Urlauber besuchten im vergangenen Jahr die Malediven. Fast alle Gäste kamen der faszinierenden Unterwasserwelt wegen. Sie ist die Existenzgrundlage des 340.000-Einwohner-Volkes. Shuhan: „Der Tourismus ist mit Abstand der größte Wirtschaftszweig der Malediven. Er trägt rund 30 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt, erbringt mehr als 60 Prozent der Deviseneinnahmen, 90 Prozent der Steuer- und Zolleinnahmen.“ Die Regierenden sind sich dessen bewusst, haben Umweltschutz und Nachhaltigkeit auf ihre Fahnen geschrieben. 2009 gingen dreizehn Kabinettsmitglieder in Taucheranzügen und mit wasserfesten Stiften ausgestattet vor der Insel Girifushi 30 Minuten unter Wasser, um Publicity-trächtig eine Resolution zu unterschrieben, in der sie die internationale Staatengemeinschaft auffordern, den CO2-Ausstoß baldmöglichst zu verringern.

Malediven Urlaub

Auf dem „Piano-Deck“ können Gäste mitten im Atoll ein Frühstück zu zweit machen.

Weniger spektakulär, dafür aber konkreter ist die Arbeit, die Umweltschützer auf vielen der maledivischen Inseln verrichten. Ihr Hauptaugenmerk liegt auf den Korallenriffen, die zu den artenreichsten, aber auch empfindlichsten Ökosystemen der Erde gehören. In den gleichmäßig warmen (27 bis 31 Grad), klaren und lichtdurchfluteten Gewässern der Tropen produzieren die winzigen Organismen Unmengen von Kalk. Bis Ende der 1990er Jahre hat dieses System auch ohne menschliche Hilfe funktioniert. Dann erhöhte sich die Wassertemperatur in den Malediven durch die warme Meeresströmung El Niño auf mehr als 33 Grad. Erst bleichten die Korallen aus, danach verhungerten viele, zerbrachen und wurden an Land gespült. 80 bis 90 Prozent aller Bänke wurden damals geschädigt. 2010 kam es erneut zu einer, glücklicherweise aber nur kurzen Erwärmung des Wassers. Die meisten Korallen überlebten.

Korallen Malediven

Abgebrochene, aber noch lebende Korallen werden auf ein Eisengestellt gebunden und wieder ins Meer gesetzt. Die Korallen erholen sich, wachsen an und vermehren sich.

Die Umweltschützer, vornehmlich Biologen, zeigen den Touristen bei Schnorchel- und Tauchgängen gesunde und geschädigte Korallenbänke und ermuntern sie, abgebrochene Korallen neu anzupflanzen. Wir machen das auch. Verena Wiesbauer schleppt ein kleines Eisengerüst an den Strand. Mit einem Kabelbinder zurren wir Teile von Acropora hyacinthus, Pocillopora und verwandten Korallenarten fest an die Konstruktion, die wie eine Mini-Pyramide aussieht. „Ganz stramm“, rät Verena, „sonst verletzen sich die Korallen durch den Wasserdruck und können nicht am Gerüst anwachsen“. Wir entwickeln bei der Arbeit tatsächlich ein Bewusstsein für die Gefährdung der fragilen Unterwasserwelt. Gegen eine Spende können Baros-Urlauber eine Patenschaft für transplantierte Korallen übernehmen. Auch auf anderen Inseln und Atollen der Malediven gibt es solche Engagements – auf Kuda Huraa, Haa Alifu und Vihamanafushi beispielsweise.

Nicht nur unter Wasser, auch auf den Inseln wird viel für den Umweltschutz getan, zum Beispiel energiesparende Systeme für Hotel-Wäschereien oder Abwasseraufbereitungsanlagen installiert. Verena: „In einigen anderen Urlaubsregionen wird so etwas nur fürs Marketing gemacht, wir auf den Malediven tun es, um unsere direkte Umwelt zu erhalten.“

Zum Sonnenuntergang verlassen wir mit einem Fischerboot unser Atoll. Jetzt ist die beste Zeit, um mit einer Handangel einen Seebarsch und einen Barrakuda aus dem Wasser zu ziehen. Eine Stunde später liegen die zwei Fische, vom Resort-Chefkoch nach creolischer Art zubereitet vor uns auf den Tellern. Nie haben wir besser gegessen … .

An- und Abreise
Von Deutschland aus fliegen mehr als ein Dutzend Gesellschaften nach Malé, darunter Singapore Airlines, Etihad Airways und Quatar Airways und Emirates – alle mit einen Zwischenstopp. Wer clever bucht, kann auf diese Weise – beispielsweise mit Emirates – Dubai einen Kurzbesuch abstatten. So haben wir es gemacht. Zurück sind wir mit Condor direkt nach Frankfurt geflogen. Das rate ich niemanden! Der Service auf den Condor-Maschinen ist schlecht, das Essen miserabel. So ein Menü wäre selbst einer Billigflug-Gesellschaft unwürdig. Auch in den Online-Foren wimmelt es von verheerender Kritik an der Ferienfluggesellschaf auf der Route Deutschland-Malediven. Fazit: Urlaub auf den Malediven – immer wieder, mit Condor – nie wieder!

Das …

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In the Mix – Malaysia

Einsame Inseln und glamouröse Städte… Das asiatische Land mit spannender Ethno-Vielfalt, bietet die perfekte Mischung für Reisende, die Abwechslung suchen. Breitengrad53-Autorin Tina Engler hat die schönsten Plätze des asiatischen Multi-Kulti-Staates…

Einsame Inseln und glamouröse Städte… Das asiatische Land mit spannender Ethno-Vielfalt, bietet die perfekte Mischung für Reisende, die Abwechslung suchen. Breitengrad53-Autorin Tina Engler hat die schönsten Plätze des asiatischen Multi-Kulti-Staates erkundet.

Schrille indische Klänge in tropisch-schwüler Hitze, die mir fast den Atem nimmt. Es ist fast Mitternacht, doch das Thermometer zeigt immer noch 30 Grad. Trompeten mischen sich mit lauten Trommeln. Ganz Malakka scheint auf den Beinen zu sein, die Stadt vibriert und erstrahlt im hellsten Lichterglanz. Aufwendig geschminkte Inderinnen in farbenfrohen Saris, tanzen im Schein des Feuerwerkes. Bunte Raketen erleuchten den Fluss. Über mir regnet es glitzerndes Konfetti. Ich werde zum Teil einer Kulisse, die jedem kitschigen Filmset locker die Schau stehlen würde. Die überschäumende Freude der Tanzenden springt auf mich über. Ich kann mich nicht entziehen.

Bollywood lässt grüßen

Ich erlebe eine gigantische Show zu Ehren der indischen Gottheiten. Gern lasse ich mich in diese fremde, exotische Welt entführen. Mehr Bollywood geht nicht! Deepawali (oder auch Diwali), ist so eine Art hinduistisches Weihnachten, das mit einer großen mythologischen Bedeutung behaftet ist. Das Gute siegt über das Böse, das Licht über die Dunkelheit. Ein schöner Gedanke, gerade in unserer heutigen Zeit. Das größte indische Fest wird nirgends in Malaysia so groß und pompös gefeiert, wie an der Südwestküste des Landes. Die kleine Hafenstadt verströmt das charmante Flair längst vergangener Zeiten. Ein Hauch Indochine weht durch die engen, mit Kopfstein bepflasterten Gassen. Es fällt leicht sich vorzustellen, wie es damals war, als Malakka noch als florierende Handelsstadt galt. Ein Ort, wie aus dem Bilderbuch, gelegen an einer der wichtigsten Handelsrouten zwischen China, Indien und dem Mittleren Osten und vor Jahrhunderten der größte Hafen der ganzen Region.

Malakka River

Der Name Malakka bezeichnet auch die Meerenge, den gleichnamigen Fluss und einen Berg.

Zeitmaschine

Der Atem der Geschichte weht noch heute wie eine frische Brise vom Meer. Ein Platz, an dem sich einst die Wege von Seide und Gewürzen kreuzten und viele Schriftsteller auf Inspiration hofften, indem sie einfach nur in das atmosphärische Treiben eintauchten. Chinesische und hinduistische Tempel säumen die engen Gassen. Hinter Jahrhundertealten Gemäuern sind chice Bed & Breakfasts entstanden, Cafes, Galerien und Boutiquen. Das ist der touristische Teil, der viele Besucher aus aller Welt herzieht. In anderen Gassen, nur ein paar Meter weiter, wird noch echtes Handwerk geboten und vom Gefühl her, reise ich wie in einer Zeitmaschine um Epochen zurück, während ich den bunten Alltag der Stadt auf mich wirken lasse. Über den Dächern erschallt der Ruf des Muezzins. Der ehemalige Piratenstützpunkt ist eine islamisch geprägte Stadt mit Raum für alle großen Religionen Asiens. In friedlicher Eintracht leben sie auf kleinem Raum miteinander.

Der Name Malakka bezeichnet auch die Meerenge, den gleichnamigen Fluss und einen Berg. Im frühen 15. Jahrhundert blühte der Handel mit Seide, Gewürzen und Keramik. Zur damaligen Zeit erstreckte sich Malakka von der Ostküste Sumatras bis zur Ostküste der Malaiischen Halbinsel. In den folgenden Jahrhunderten stritten sich dann Portugiesen, Holländer und Franzosen um die Stadt, die geografisch ausgesprochen günstig liegt.

Mit der Zeit entwickelte sich das benachbarte Singapur immer mehr zum Handelsmittelpunkt und stellte Malakka schon bald in den Schatten. Doch der Dornröschenschlaf, in den der Ort dann versank, währte nur kurz. Ab dem 19. Jahrhundert wurde das vom Opiumqualm verhangene Provinzstädtchen, getrieben durch den Ehrgeiz der Babas (an der Meerenge von Malakka geborene Chinesen) zum größten Kautschukproduzenten der Welt, was der Stadt erneut immensen Reichtum verschaffte.

Nachts zieht eine phantasievolle Fahrrad-Rickschaflotte durch die Straßen. Alles blinkt, Hello Kitty und Winnetou geben sich als wilde Dekorationen auf den Gefährten ein fröhlich-lautes Stelldichein, Musik wummert aus den kleinen Lautsprechern. Von der verschlafenen Verträumtheit des Tages keine Spur mehr, jetzt zeigt sich Malakka als lebenslustiger Touristenmagnet, von dem jedes Jahr Hunderttausende von Besuchern aus aller Welt angezogen werden.

Bright light – big city

Nur vier Autostunden von Malakka entfernt, liegt die Hauptstadt des Landes, Kuala Lumpur. Die 1,6 Millionen Einwohner zählende Stadt, gilt unter Trendsettern als eine der hippsten Destinationen in Asien und fasziniert mich auf Anhieb. Alt und neu, Moderne und Tradition, malaiische, chinesische und indische Kultur liegen dicht beieinander. Unübersehbar zeigt sich der kulturelle Dreiklang in den engen Gassen rund um den Central Market. Das grüne Gebäude aus den Zwanziger Jahren verströmt noch heute orientalische Sinnlichkeit. Überall duftet es verführerisch. Knallrote Tandoori-Chicken schauen, von den Haken baumelnd auf mich herab, während ich mein „Teppan Mee“, Nudeln mit Gemüse für einen Euro verzehre und frischen Mangosaft schlürfe.

Kuala Lumpur

Kuala Lumpur bei Nacht. (Foto: Hasselkuss PR)

Die besten Mitbringsel erstehe ich auf dem Nachtmarkt in Chinatown, rund um die Petaling Street. Schon von Weitem leuchten mir die roten Neonschriftzeichen entgegen. Auf dem Markt ist Feilschen ein „must“ und ganz einfach, denn die Amtssprache ist Englisch. Es gelingt mir eine grüne Ledertasche für umgerechnet zehn Euro zu kaufen, ein echtes Schnäppchen! Auch hier in Chinatown ist bunter Multi-Kulti Mix zu finden. Der Duft von Hibiskus weht durch die Straßen. Indische Frauen beten vor den vielarmigen Götterfresken des Sri Maha Mariamman Tempels. Neblige Räucherstäbchenschwaden ziehen aus dem chinesischen Guandi Tempel herüber und verschleierte Teenager hantieren mit ihren Smartphones vor Mc Donalds.

Nightfever in KL

Zur Einstimmung auf die Nacht schlürfe ich einen leckeren „Mai Tai“ in der Bar im 21.Stock des Traders Hotels, genau gegenüber der 485 Meter hohen Zwillingstürme, den „Petronas Towers“. Sie werden mit Tausenden von Watt angestrahlt und leuchten silbern in der Dunkelheit. Es fällt mir schwer, mich von diesem Blick auf die Stadt zu lösen, doch schließlich möchte ich noch das Nachtleben erkunden. Mit dem Taxi fahre ich in den angesagtesten Club der Stadt, dem „Zouk KL“. Hunderte von edel gestylten Partygängern haben sich vor dem Eingang gruppiert, um Einlass zu finden. Heute Nacht legt Resident– DJ Shazz auf. Seinem grooviger Mix aus House, Soul und  Electronic, kann auch ich mich nicht entziehen und finde erst bei Morgengrauen zurück zum Hotel. Nur einige Stunden später muss ich schlaftrunken wieder raus aus den Federn, denn schon am Vortag habe ich mir ein Ticket für die „Petronas Towers“ besorgt.

Mutprobe in schwindelnder Höhe

Mit dem Fahrstuhl fahre ich in den 83. Stock und wandle über die gläserne Brücke zwischen den Zwillingstürmen. 304 Meter Vollverglasung sind nichts für schwache Nerven. Es ist verdammt hoch und mir wird schon etwas flau im Magen, aber die Aussicht belohnt mich. Spektakulär! Im Anschluss bummele ich durch die riesige Mall „KLCC“, die zu Füßen der Türme liegt. Hier sind alle Labels angesiedelt. Da viele internationale Marken in Malaysia produzieren lassen, sind die Preise für unsere Verhältnisse günstig. Nachmittags erkunde ich den historischen Stadtkern. Rund um den Merdeka Square ist die britische Vergangenheit der Stadt spürbar und viele koloniale Prachtbauten reihen sich aneinander. Nur ein paar Straßen weiter und ich befinde mich in „Little India“, gleich daran schließt sich „Little Arab“, Klein Arabien an. Wo sonst kann man binnen eines Tages eine Weltreise machen?

Malaysia: Teepflücker bei der Arbeit

Teepflücker bei der Arbeit. (Foto: Dr. Bernd Kregel)

High Tea in den Bergen

Nach soviel Stadtluft steht mir der Sinn nach purer Natur und Entspannung. Die finde ich, gerade mal drei Stunden von KL entfernt, in den Cameron Highlands. Das große Teeanbaugebiet ist eine grüne Oase für Stadtneurotiker. Kleine Dörfer, in denen die Zeit still steht, inmitten eines gigantischen Urwalds. Nur an einigen Stellen hat der Bauboom der vergangenen Jahre deutliche Spuren hinterlassen und stört die Idylle. Ansonsten fühle ich mich, als wäre ich in einem riesigen Naturpark. Bunte Schmetterlinge kitzeln meine Nase und kleine Cafes am Wegesrand, im typisch britischen Kolonialstil, verströmen englisches Flair, fernab der europäischen Heimat. Mein Guide ist ein echtes Naturkind. Er ist hier aufgewachsen und steht der Modernisierung des Gebietes ausgesprochen kritisch gegenüber. Kein Wunder, denn er kennt diese Welt noch aus seinen Kindertagen, als es nichts gab, außer wilden Wasserfällen, Waldpfaden, Orchideen und Tieren, die versteckt im Dschungel lebten. Vom Cafe der „Boh Teaplantation“ , schaue ich auf ein Meer aus sanften, plüschigen Hügel. Der Tee wuchert in allen Grünschattierungen und schmeckt köstlich. Hier wird noch der klassisch britische High Tea zelebriert. Die Scones mit Clodded Cream sind ein Gedicht. Der Platz eine Wohltat für alle Sinne.

Cameron Highland 2

Cameron Highland 2

Leg dich nicht mit Affen an!

Die Halbinsel Penang ist die nächste Station meiner Reise. Purer Dschungel, lange Sandstrände und mittendrin die quirlige Kleinstadt Georgetown. Im kolonialen Stadtkern des Insel-Hauptortes, haben in den ehemaligen chinesischen Handelshäusern Boutiquehotels, Galerien und Restaurants eröffnet. Die Atmosphäre ist entspannt. Ich nehme mir für umgerechnet 2 Euro eine Fahrradrikscha und lasse mich durch die engen Gassen kutschieren. Der Hauch längst vergangener Zeiten ist auf jedem Meter zu spüren. Garküchen, „Hawker Stalls“ verbreiten köstlichen Duft. Eine Wahrsagerin liest mir die Hand und sagt mir viele Reisen und spannende Begegnungen voraus. Sie trifft voll ins Schwarze, denn Letztere habe ich dann gleich danach ein paar Kilometer von Georgetown entfernt, im Botanischen Garten. In dem großangelegten Park springen zahlreiche Affen durch die Bäume und schäkern mit den Besuchern. Als ich mich einer Brücke nähere, gruppiert sich eine Affenfamile so davor, dass ich diese nicht passieren kann. Ich nähere mich vorsichtig und sie fletschen ihre Zähne. Wenn einen plötzlich 20 Affen ihr Gebiss zeigen, macht das ganz schön Eindruck. Voller Respekt ziehe ich mich zurück und die Affen lachen sich kaputt. Sie wollten mich einfach nur ärgern. Danke dafür!

Beachlife Penang

Beachlife Penang

Ein kurzer Abstecher auf die „Tropical Fruit Farm“ macht mich als Vegetarierin schlichtweg glücklich. Auf dem riesigen Areal unweit des Hauptbadeortes Batu Feringghi, werden rund 130 verschiedene Früchte und Gemüsearten angebaut. Nach dem kleinen Rundgang über die Farm teste ich mich bei einem gigantischen Früchtebüffet durch die verschiedensten Aromen. Drachenfrüchte, Ananas, Mango und selbst Durian, die berühmt-berüchtigte Stinkfrucht, schmecken so lecker und intensiv, dass es mir in Zukunft schwer fallen wird, in europäischen Gefilden exotische Früchte zu genießen. Hier werden sie direkt von Sträuchern und Bäumen geerntet. Was für ein Unterschied. Maracuja, „Passionfruit“ ist mein persönliches Highlight, absolutes Suchtpotential – so köstlich!

Vom Penang Hill, auf den mich eine altersschwache Cablecar durch dichten Urwald bringt, genieße ich aus luftigen 783 Metern Höhe, die Aussicht auf das grüne Eiland.

Nach drei Tagen Sightseeing auf Penang, bin ich reif für die nächste Insel und fliege nach Langkawi. Der rund 100 Kalksteininseln zählende Archipel ist, aufgrund seiner ursprünglichen Natur, von der UNESCO zum Welt-Geopark erklärt worden und ein Wander- und Unterwasserparadies.

Insel der Traumstrände- Langkawi

langkawi

langkawi

Weltweit berühmt geworden, ist Langkawi jedoch wegen ihrer vielen Traumstrände. Im Norden, am einsamen Strand von Tanjung Rhu, einem der, laut Lonely Planet, zehn schönsten Strände der Welt, beziehe ich mein Quartier. Ursprünglich hatte ich vor, die Insel zu erkunden, doch dieser Ort entspricht dem perfekten Tropenparadies und lädt zum süßen Nichtstun ein. Herrlich entspannt verbringe ich die letzten Tage zwischen Hängematte und Liegestuhl- oder lasse mich von einem der Taxiboote für ein paar Euro zu einem der anderen Bilderbuch-Strände fahren. Sightseeing auf Langkawi verschiebe ich auf meinen nächsten Besuch. Es stehen eine Menge unerledigter Punkte auf meiner Liste. Macht nichts, schließlich hat mir die weise Frau in Georgetown viele Reisen prophezeit. Ich komme sicher schnell wieder.

Veranstalter
Der private Reiseveranstalter Tischler Reisen, bietet maßgeschneiderte Individualreisen und interessante Gruppenreisen an, so z.B. die 7-tägige Rundreise „Malaysia deluxe“ www.tischler-reisen.de
Shopping
KL ist ein Eldorado für Shoppingsüchtige. Trendy Boutiquen und moderne Einkaufszentren konzentrieren sich an der Jalan Tuanku Abdul Rahman, der Jalan Masijd India und im „Golden Triangle“ an der Jalan Bukit Bintang, Jalan Sultan Ismail und Jalan Ampang. Im „Fahrenheit 88“, einer supermodernen Mall, unbedingt das „Factory Outlet“ aufsuchen. Diesel, Mango, Hilfiger etc. zu Tiefstpreisen. Asiatische Designer-Boutiquen mit der neuesten Mode findet man im „Pavillon“, an der Bukit Bintang. Chinatown ist perfekt für Schnäppchenjäger. An der Jalan Petaling und Jalan Hang Lekir ist jeden Abend Kleider- und Warenmarkt (17-22 Uhr). Im malaiischen Stadtteil Kampung Bahru ist der Straßenmarkt Pasar Minggu ein Erlebnis (Sa 18-23 Uhr, Sonntags 6-13 Uhr | Jalan Raja Muda). Die Jalan Kia Peng ist eine hippe Wohngegend mit vielen Galerien, Boutiquen, Restaurants und Nachtclubs. Georgetown auf Penang lockt mit vielen kleinen Boutiquen. Exotische Secondhand-Mode findet man in der Lebuh Chulia und Lebuh Bishop, das chicste Einkaufszentrum ist das Guernsey Plaza.
Food
In den kleinen Garküchen an den Straßen in Kuala Lumpur und Penang werden die leckersten Gerichte gebraten. Für ein bis zwei Euro bekommt man eine komplette Mahlzeit. Unbedingt probieren: Yam Put, leckere Blätterteigpasteten mit Huhn, Gemüse oder Fisch, Oyster Omelette, Omelette mit frischen Austern und das Erbe britischer Vergangenheit, den Carrot Cake, leckerer Karottenkuchen. Eine günstige Alternative zu den Restaurants sind auch die Foodcourts in den Einkaufszentren. Im KLCC und im Pavillon ist die Auswahl riesig und von Indisch, bis hin zu Sushi oder Pizza ist für Jeden was dabei. Auf Penang ist der Guernsey Drive am Abend die beste Adresse für leckere Garküchen- und so ganz nebenbei bekommt man viel vom lokalen Leben mit.

Hinweis: Die Reise erfolgte mit freundlicher Unterstützung von Tourism Malaysia und Turkish Airlines 

Fotos: Tina Engler, Hasselkuss PR, Dr. Bernd Kregel

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Eine Wirtschaftsmetropole, die niemals schläft

Nach Asien zieht es mich immer wieder: Bangkok, Kuala Lumpur, Luang Prabang, Peking und jetzt Macau, das zu einer der spannendsten Boomtowns Asiens gehört. Auf knapp 30 Quadratkilometern verbindet die…

Nach Asien zieht es mich immer wieder: Bangkok, Kuala Lumpur, Luang Prabang, Peking und jetzt Macau, das zu einer der spannendsten Boomtowns Asiens gehört. Auf knapp 30 Quadratkilometern verbindet die ehemalige portugiesische Kolonie, die am 20. Dezember 1999 nach 442-jähriger Herrschaft an die Volksrepublik China zurückgegeben wurde, fernöstliches und europäisches Kulturerbe mit Weltstadtflair, Mega-Hotelresorts für anspruchsvolle Gäste und Glitzer-Casinos wie in Las Vegas.

Anfang Dezember durfte ich einige Tage als Gast im noblen „Sofitel Macau at Ponte 16“ verbringen. Das Fünf-Sterne-Haus liegt am Rande der UNESCO-geadelten historischen Altstadt, die ein beliebtes Ziel für Touristen ist. Im vorweihnachtlichen Macau, oft auch „Klein-Lissabon“ oder „Las Vegas Asiens“ genannt, bin ich dem Charme des Zaubermix aus Tradition und Moderne erlegen.

 

Hongkong-Macau

Hunderttausende Festland-Chinesen kommen täglich im unterirdischen Busbahnhof des „Bordergate“ an, um in Macau zu arbeiten oder zu spielen.

Feier zum 15. Jahrestag der Rückgabe an China

Wenn Macau am 20. Dezember den 15. Jahrestag der Rückgabe von Portugal an die Volksrepublik China mit einem großen Jubiläumsprogramm feiert (siehe Infobox), blickt die Stadt am Südchinesischen Meer auf eine wohl einmalige Erfolgsgeschichte zurück. Wie für Hongkong, das 1997 von den Briten an China zurückgegeben wurde, gilt auch für das weitgehend autonome Sonderverwaltungsgebiet am westlichen Ufer des Perlfluss-Deltas: „Ein Land, zwei Systeme“, festgeschrieben auf mindestens 50 Jahre. Macau zieht aus dem Prinzip seinen Nutzen.

Von den Unruhen im 60 Kilometer entfernten  Hong Kong ist in der ehemals portugiesischen Kolonie nichts zu spüren. Eigentlich wollten wir im Transit mit der Fähre direkt vom Internationalen Airport Hongkong nach Macau fahren, aber die Fahrt fällt wegen Maschinenschadens aus. So müssen wir zunächst nach Hong Kong-City, vorbei am größten Container-Terminal der Welt, um eine der roten Schnellfähren nach Macau zu nehmen.

Hongkong-Macau

Soll 2016 eröffnet werden: die Y-Brückenkonstruktion die Hongkong mit Macau und Zhuhai verbindet.

Neue Y-Brücke verkürzt Fahrtzeit nach Hongkong

Ab 2016 wird eine bereits gut erkennbare, beindruckende Y-Brückenkonstruktion zwischen Hongkong, Macau und Zhuhai den roten und blauen Fähren Konkurrenz machen. Statt 45 Minuten mit dem Boot dauert die Fahrt über die längste Brücke der Welt (50 km) mit dem Auto dann nur halb so lange. Die benötigte Infrastruktur inklusive Einreiseschalter und Parkplätzen entsteht derzeit auf einer künstlich aufgeschütteten Insel östlich der Stadt. Die Regierung beziffert allein die Kosten für die Landgewinnung ca. 97 Mio. Euro. Die Brückenkonstruktion wird auf insgesamt 10,7 Milliarden US-Dollar veranschlagt.

Portugiesische und chinesische Küche

„Man biegt ums Eck, und dann steht dort etwas, was nie da war“, sagt Julia Steinle, stellvertretende Food- und Beverage-Direktorin im „Sofitel Macau at Ponte 16“. Die 30jährige Deutsche aus der Nähe von Augsburg lebt seit einem Jahr in Macau, in dem die Mieten Münchner Niveau haben, und fühlt sich dort sehr wohl. Die Südostasien-Kennerin liebt die Mischung aus portugiesischem und chinesischem Flair, die dazugehörigen Küchen und das macanesisch-kulinarische Erbe. Im 18. Stock des „Sofitel“ bietet das „Chinois Cantonese Restaurant“ eine exzellente authentisch-kantonesische Küche mit Blick auf Hafen und Skyline von Macau.

Hongkong-Macau

Essen in Macau ist nicht teuer: in den Garküchen ist alles frisch. Es kommt vom Red Market. (Fotos: Liane Ehlers)

Einzigartiges architektonisches Erbe

In Macau triff Orient auf Okzident in einem einzigartigen architektonischen Erbe. Auf dem Weg in die Altstadt komme ich vorbei an einem Pfandhaus, das nur noch als Museum dient. Das Geschäft der Pfandleiher hat seit dem 17. Jahrhundert in Macau eine lange Tradition. Die neuen, schicken Pfandhäuser befinden sich allerdings in der Nähe der Casino-Glitzerwelten. Architektonisch ist Macau vom portugiesischen Einfluss geprägt. Nicht umsonst hieß die hügelige Stadt früher liebevoll auch „Klein Lissabon“. Bunte portugiesische Paläste und altehrwürdige Kirchen und Priesterseminare, von wo aus die Jesuiten als Missionare nach China gingen, stehen neben grauen chinesischen Stadthäusern mit stilvollem Interieur oder neben buddhistischen und taoistischen Tempeln. Das ganze historische Zentrum ist ein riesiges Museum und seit 2005 Weltkulturerbe der UNESCO. Die Sonderverwaltungszone ist reich, und die Verantwortlichen investieren, um die Tradition zu bewahren.

Pflicht für jeden Macau-Besucher sind die Ruinen von St. Paul und der A-Ma-Tempel, der der Seefahrer-Göttin A-Ma (Macaus Namensgeberin) gewidmet ist. Auch der Lou Lim Leoc-Garten mit dem Teekultur-Haus, der Red-Market (wo Fische und Hühner frisch geschlachtet werden), die Festung und der Senatsplatz mit der St. Dominik-Kirche sind ein absolutes Muss. In den kleinen Gassen um den Senatsplatz gibt es viele Geschäfte, in denen vor allem die Einheimischen einkaufen. In den Seitenstraßen mit ihren Garküchen, kleinen Gemüseständen oder Friseurgeschäften wird nicht nur Handel getrieben, sondern auch gezockt.

Kathedrale von St. Paul

Absolutes Muss bei einem Stadtrundgang: die Ruinen der Kathedrale von St. Paul. (Foto: Jörg Pasemann)

Glitzerwelten und Glücksspielindustrie

„Landaufschüttung“ und „Glücksspielindustrie“ sind die Zauberworte, die Macaus Wirtschaft seit Jahren blühen lassen. Macau besitzt einen internationalen Flughafen und die umsatzstärksten Casinos der Welt, die rund um die Uhr geöffnet haben. Sie sind eine scheinbar unerschöpfliche Goldgrube. Schon mittags herrscht an den Spieltischen Gedränge. Bündelweise ziehen Männer und Frauen in Alltagskleidung Geld aus Handtaschen, Plastiktüten oder Jacketts, um es an den Schaltern in Jetons umzutauschen. Mein Einsatz von 200 Macau Patacas (ca. 20 Euro) am Spieltisch wird – so scheint mir – nur mitleidig belächelt, aber man muss es unbedingt erlebt haben. In den „VIP-Suites“ in den oberen Etagen mit separatem Eingang verspielen superreiche Chinesen in einer Nacht schon mal Millionen.

In Macau macht’s die Masse. 70.000 Spieler täglich kommen allein ins „Venetian Macau Resort Hotel“ auf dem Cotai Strip, der seit der Erdaufschüttung die ehemaligen Inseln Coloane und Taipa verbindet. Kostenlose Hotel-Shuttle-Busse bringen täglich hunderttausende Spieler und Pendler  von den Fähranlegern und den beiden Bordergates (Grenzübergängen) zu China in die  Spielcasinos der Hotelkomplexe. In Macau und auf den vorgelagerten Inseln verkehren auch zahlreiche Buslinien.

Macau ist die einzige chinesische Stadt, in der Glücksspiel staatlich erlaubt ist. Nachdem die Regierung dem Glücksspiel-Tycoon Dr. Stanley Ho (94), unter anderem Inhaber des „Grand Lisboa“ und gebürtiger Hongkong-Chinese, das Monopol aberkannt und insgesamt sechs Lizenzen auch an ausländische Investoren versteigert hatte, schießen seit 2002 auf dem neu gewonnen Land des „Cotai-Strip“ nach Las Vegas-Vorbild ständig neue Mega-Casinos und -Hotels mit Unterhaltungsshows und luxuriösen Shopping-Malls in die Höhe. Luxusgüter sind aufgrund der Freihandelszone günstiger als im restlichen Asien.

Lisboa Palace

„Lisboa Palace“ heißt das drei Milliarden teure Cotai-Projekt von SJM mit Pariser Flair und dem ersten „Karl Lagerfeld“-Hotel. Es soll 2017 fertig sein.

Bauboom am Cotai-Strip geht weiter

Die Chinesen lieben das Spiel und Macau lebt vom Glücksspiel. Längst hat Macau Las Vegas überholt. Für das Jahr 2013 vermeldete die Glücksspielindustrie Gesamteinnahmen von ca. 32,91 Mrd. Euro. Der Umsatz an einem Tag ist so hoch wie in Las Vegas in einer Woche. 40 Prozent des Gewinns gehen an den Staat, wie viel Peking davon bekommt ist nicht bekannt. Mehr als 29 Millionen Besucher kommen pro Jahr nach Macau, darunter 30.000 Deutsche, vor allem Männer unter 45. Mehr als 50 Prozent der Besucher sind Festlandchinesen, die meist nur einen Tag bleiben.

Der Boom am Cotai-Strip geht weiter. Neue Mega-Resorts sind im Bau oder geplant. Bereits 2015 eröffnet dort Phase 2 des Mega-Resorts „Galaxy Macau“ mit dem weltgrößten „JW Marriott“ und einem „Ritz-Carlton“ mit insgesamt 1300 Zimmern und Suiten. Gegenüber geht ein „St. Regis“ an den Start. Einer der Höhepunkte des Chinesischen Neujahrs 2016 wird die Eröffnung des vier Milliarden US-Dollar teuren „Wynn Palace“. „Lisboa Palace“ heißt das drei Milliarden Euro teure Cotai-Projekt des lokalen Big Players, der Sociedade de Jogos de Macau (SJM), dessen Eröffnung für 2017 vorgesehen ist. Die Architektur ist beinflusst von historischen Pariser Gebäuden wie Louvre oder Opernhaus. Neben einem „Lisboa Palace Hotel“ und dem ersten „Palazzo Versace“ Asiens entsteht dort auch das erste „Karl-Lagerfeld“-Hotel. Ein Ende des Baubooms ist nicht in Sicht.

Reiseinformationen in Kürze

Anreise
Cathay Pacific und Lufthansa fliegen von Frankfurt direkt nach Hong Kong. Die Weiterreise findet im Transit statt. Vom internationalen Airport Hongkong gibt es Fähren, die in 45 Minuten Macau erreichen. Der Flug mit dem Helikopter dauert 15 Minuten. Besucher aus Deutschland, Österreich und Schweiz brauchen kein Visum für Macau, es genügt ein gültiger Reisepass. Alle großen Hotels bieten einen Abholservice. Taxifahrten sind preiswert. Weitere Infos beim Fremdenverkehrsbüro Macau, Schenkendorfstr. 1, 65187 Wiesbaden, Telefon: + 49-(0) 611/2 67 67 30, Fax: + 49-(0) 611/2 67 67 60, E-Mail: [email protected] ; oder auf der deutschsprachigen Internetseite: www.macau-info.de
Essen gehen in Macau
Im „Guide Michelin Hong Kong/Macau 2015“ zeigen die elf mit insgesamt 17 Sternen ausgezeichneten Restaurants die Vielfalt an erlesenen Gaumenfreuden in der ehemals portugiesischen und heute chinesischen Stadt. Über eine Bestätigung ihres Drei-Sterne Status dürfen sich der Gourmettempel „Robuchon au Dôme“ – französische Küche – sowie das chinesische Restaurant „The Eight“ im Grand Lisboa freuen. Zwei Sterne gingen erneut an die Lokale „Golden Flower“ und „Zi Yat Heen“. Neu hinzugekommen sind das „Café Leon“ mit portugiesischer und das „Temptations“ mit europäischer Speisekarte. Auch die macanesischen Spezialitäten im „IFT Educational Restaurant“ der Tourismus-Schule erhielten eine Bib Gourmand-Empfehlung. Gutes Essen und ordentlicher Service sind auch das Anliegen von „Yummy Macau“ mit 30 getesteten Restaurants (www.yummymacau.com) .

Jubiläumsprogramm zum Handover

Feuerwerk und Fahnenparade
Zu den Höhepunkten am Jubiläumstag, dem 20. Dezember, zählen die Fahnenzeremonie auf dem Lotus Platz um 8 Uhr (die Lotusblume ist das Symbol der Stadt) sowie Gesang- und Tanzvorführungen lokaler Künstler bei der Sports und Art Show um 14 Uhr im Olympic Sports Centre auf Taipa. Der Festtag endet mit einem spektakulären Feuerwerk rund um den Macau Tower und den Nam Van See.
Lichtershows in 3D
Lichtershows in 3D auf Gebäuden mit Symbolkraft lassen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verschmelzen. Projiziert wird auf das Handover Gifts Museum auf der Halbinsel Macau, die Kirche Our Lady of Carmel im alten Ort Taipa auf der gleichnamigen Insel sowie die Kapelle St. Francis Xavier auf der zweiten vorgelagerten Insel Coloane. Die Show ist bis 31. Dezember allabendlich kostenfrei von 20:30 bis 22:30 Uhr zu erleben.
Eiskalter Spaß im Venetian Macao
Bis 8. März 2015 lädt Ice World, Asiens größtes gefrorenes Wunderland, im Resort „The Venetian Macao“ in seine gekühlten Ausstellungsräume ein. Auf 1.600 Quadratmetern sind dort die beliebten Figuren der DreamWorks-Filme als Eisskulpturen zu bestaunen. Skipper und die Pinguin-Bande aus „Madagascar“ stimmen die Besucher auf ihre supergeheime Mission ein. Täglich zwischen 11 und 20 Uhr; der Eintritt für Personen ab 3 Jahren beträgt 120 MOP (ca. 12 Euro), www.venetianmacao.com

Hinweis: Zu der Reise wurde die Autorin von Noble Kommunikation und Macau Government Tourist Office eingeladen. Vielen Dank!

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Laos: Zum Neujahrsfest kommen die Schutzgeister

Einmal im Jahr, zum laotischen Neujahrsfest im März/April, explodiert Luang Prabangs Bevölkerung geradezu. Zum Feiern des Pie Mai kommen nicht nur die Schutzgeister aus den Wats (Tempeln) der alten Königsstadt,…

Einmal im Jahr, zum laotischen Neujahrsfest im März/April, explodiert Luang Prabangs Bevölkerung geradezu. Zum Feiern des Pie Mai kommen nicht nur die Schutzgeister aus den Wats (Tempeln) der alten Königsstadt, sondern auch viele auswärts arbeitende Laoten nach Hause. Ein nasser, fröhlicher Umzug durch die Altstadt ist der Höhepunkt des dreitägigen Festes.

Moenche Masken Laos

Höhepunkt an Pie Mai: der Umzug am dritten Tag des Neujahrsfestes durch die Altstadt von Luang Prabang. Dann kommen die Schutzgeister aus den Wats.

Es ist 5.30 Uhr. Morgendlicher Dunst liegt über den bewaldeten Hügeln, dem Mekong und Luang Prabang, der ehemaligen Königsstadt in Laos‘ Norden. Wir müssen uns beeilen, um die 80 Steinstufen vom Schiffsanleger der „Mekong Sun“ zur Straße hinaufzusteigen, wenn wir am traditionellen Almosengang der Mönche teilnehmen wollen. Geschafft! Die Crew der „Mekong Sun“, die für sechs Tage unser schwimmendes Hotel ist, hat an der Hauptstraße Plätze reserviert und hält kleine Körbchen mit gekochtem Klebereis bereit.

Laos Moenche Speisung

Jeden Morgen bei Sonnenaufgang: Mönche sammeln ihre Nahrung ein

In einer Reihe mit Anwohnern und Händlern, die den Mönchen einen Klumpen Reis und andere Lebensmittel in ihre Sammelgefäße legen, knien wir auf dem Bürgersteig. Ohne uns anzublicken, gehen die Mönche in ihren hellorange leuchtenden  Gewändern – die älteren zuerst, die Novizen zum Schluss – schnell an uns vorbei. Jeden Tag marschieren sie bei Sonnenaufgang vom  Wat  Xieng Thong zum Wat Mai Richtung Morgenmarkt, wo die Bauern und Handwerker aus dem  Umland ihre landwirtschaftlichen Produkte anbieten.

Auch wir machen uns auf den Weg zum Markt. Die Straße  führt vorbei  am ehemaligen Königspalast Ho Kham, der 1904 erbaut und bis 1975 von der königlichen Familie bewohnt wurde. Heute strömen hunderte Touristen auf das imposante Anwesen, das seit vielen Jahren Nationalmuseum ist.

Koenigspalast Laos

Heute Museum: der ehemalige Königspalast in Luang Prabang

Mit 35 Klöstern und Tempelanlagen sowie 2000 Mönchen ist die 80.000-Einwohner-Stadt  das buddhistische Zentrum am Mekong. Der Wat Xieng Thong, der 1560 erbaut wurde, ist der älteste und wichtigste Tempel. Als einziger in Luang Prabang blieb er von Plünderungen und Zerstörungen verschont. „Dort lebt der oberste Abt. Mick Jagger ist mit ihm befreundet und schon öfter zu Besuch  gewesen“, erzählt unser Guide Jong Xou.

Aber nicht nur bei Prominenten ist Luang Pranbang, das zum Weltkulturerbe der Unesco gehört, mittlerweile Kult. Der gut florierende Tourismus sorgt dafür, dass Häuser restauriert wurden und als noble Hotels, Pensionen für Backpacker aller Altersgruppen und schicke Restaurants genutzt werden. Die malerische Altstadt mit ihren 600 unter Denkmalschutz stehenden Häusern beeindruckt durch eine Melange aus französischen Kolonialen-Bauten und traditioneller Klosterarchitektur.

Viele kleine Geschäfte haben sich angesiedelt

Viele kleine Geschäfte haben sich angesiedelt. Laotisches Kunsthandwerk, Antiquitäten, Silberschmuck, handgewebte Seiden- und Baumwollschals, Kleidung  sowie Kreationen aus handgeschöpftem Reispapier findet man dort und auf dem Nachtmarkt, wo die Bewohner der Bergdörfer jeden Abend ihre Handarbeiten feilbieten.

Fast alles, was man in Luang Prabang kaufen kann, wird von Frauen in Handarbeit hergestellt, wie wir während unserer Kreuzfahrt mit der „Mekong Sun“ durch Laos‘ Norden  und dem Besuch verschiedener Dörfer feststellen können.  Die uralten Webstühle sind aus Holz, das Reispapier wird im Bottich auf einem offenen Feuer gekocht, die Lao-Lao-Destille wirkt abenteuerlich,  aber der Reisschnaps schmeckt vorzüglich. Die Männer fangen Fische für die Märkte der alten Königsstadt.

Laos Frau mit Webstuhl

Reise in die Vergangenheit: Die Webstühle sind aus Holz.

Unsere Reise führt uns durch einsame Natur, wilde Mondlandschaften aus Felsen und Sandbänken sowie tropische Wälder und in Dörfer der unterschiedlichsten ethnischen Gruppen. An vielen Bergen hat Brandrodung ihre Spuren hinterlassen.

Zu einem der schönsten Ausflugsziele nahe Luang Prabang, etwa 30 Kilometer nördlich, gehören die berühmten Pak-Ou-Höhlen in einer steilen Felswand aus Kalkstein. Im Innern finden sich weit über 1000 Buddha-Figuren, die von Gläubigen aufgestellt wurden.

Laos Stein im Mekong

Navigation wie bei Mark Twain auf dem Mississippi: Felsen ragen bei Niedrigwasser aus dem Mekong. Der Wasserstand ändert sich ständig.

Am Vorabend zum großen Pie-Mai-Umzug in Luang Prabang legen wir mit der „Mekong Sun“ an einer Sandbank an. Unsere Reiseleitung hat die Dorfbevölkerung vom gegenüberliegenden Ufer eingeladen, mit uns zu feiern. Das laotische Neujahrsfest ist eine sehr nasse Angelegenheit: Das Schenken von Blumengestecken und Umbinden von weißen Baumwollbändchen, das Steigenlassen von Papierlaternen, aber vor allem das Bespritzen mit Wasser gehören zur traditionellen Baci-Zeremonie, die Glück bringen soll. Durch das Wasser, wird  alles Schlechte des vergangenen Jahres fortgespült.

Reise-Informationen auf einen Blick

Anreise: Verschiedene Airlines fliegen von Deutschland aus nach Hanoi oder Bangkok. Mit Vietnam- oder Lao Airlines geht es weiter nach Laos und Kambodscha.

Rundreise: Die beschriebene Mekong-Fahrt ist Teil einer Rundreise durch  Kambodscha und Laos. Der Reisepass muss noch sechs Monate gültig sein, Visa sind erforderlich. Der Veranstalter ist bei der Beschaffung behilflich.

Die Schiffe: Das Boutique-Schiff  „Mekong Islands“ wurde 2009 in Laos gebaut und hat nur elf Gästekabinen auf zwei Decks. Es befährt den südlichen Teil des Mekong in Laos.

Die „Mekong Sun“ wurde 2006 gebaut, hat 14 Gästekabinen und befährt den nördlichen Mekong bis ins „Goldene Dreieck“, wo Laos, Myanmar und Thailand aneinander grenzen.

Weitere Texte zur Reise durch Laos

Abenteuer Mekong – Jede Reise ist eine Pionierfahrt

Hinweis: Diese Reise wurde unterstützt von „Lernidee“.

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Abenteuer Mekong – Jede Reise ist eine Pionierfahrt

Wer den Mekong, die „Mutter aller Wasser“, noch in seiner wilden Form erleben will, muss sich beeilen. Ist der Staudamm für das Xayaburi-Kraftwerk zwischen Luang Prabang und der Hauptstadt Vientiane…

Wer den Mekong, die „Mutter aller Wasser“, noch in seiner wilden Form erleben will, muss sich beeilen. Ist der Staudamm für das Xayaburi-Kraftwerk zwischen Luang Prabang und der Hauptstadt Vientiane erst einmal fertig, ist nichts mehr wie es war. Ich war mit der „Mekong Island“ im Süden des Landes auf Asiens Lebensader unterwegs.

Reisbauern bei der Arbeit - Laos

Reisbauern bei der Arbeit: Noch sind die Felder durch regelmäßige Überschwemmungen fruchtbar.

1.260 Megawatt Strom für das Nachbarland Thailand soll das Wasserkraftwerk, das ein Pilotprojekt ist, voraussichtlich ab 2019 erzeugen. Insgesamt elf Staudämme sind auf dem Mekong-Unterlauf geplant. Die Menschen in Laos, Kambodscha und Vietnam fürchten um den Fischfang und ihre Felder, die bislang durch regelmäßige Überschwemmungen sehr fruchtbar waren. Ganze Dörfer wurden für das Großprojekt bereits umgesiedelt.

Asiens Lebensader durch Staudämme bedroht

Umweltschützer und Anrainer-Staaten protestieren seit Jahren gegen die Pläne der laotischen Regierung in Vientiane, weil die Dämme verheerende Folgen für das Ökosystem haben können. Ob die Fische mit Hilfe von Fischtreppen ihre Laichplätze finden werden, kann niemand garantieren. Dabei sind Fischfang und Aquakultur am Mekong-Unterlauf  die wichtigste Nahrungsquelle für 60 Millionen Menschen.

Noch immer ist eine Reise auf dem Mekong eine Pionierfahrt und ein Stück Abenteuer. Der längste Strom Asiens ist nicht vermessen und der Wasserstand kann von einem Tag zum anderen um bis zu zwei Meter variieren. Vor allem, wenn die Chinesen am Oberlauf  des Mekong ihre Staudämme nach eigenem Gusto öffnen oder schließen.

Kapitaen Si Keo auf dem Mekong

Kapitän Si Keo „liest“ die Wasseroberfläche des Mekong.

Fahrt in Schlangenlinien

Kapitän Si Keo fährt Schlangenlinien auf dem Mekong, von einem Ufer zum anderen, aber er ist nicht betrunken – im Gegenteil! Der 53jährige und der zweite Kapitän der „Mekong Islands“, Thon Phan, blicken hochkonzentriert auf die Wasseroberfläche, sie „lesen“ das Wasser. Die erfahrenen Männer haben jahrzehntelang große Reisfrachter über die laotische Lebensader gesteuert, bevor sie vor einigen Jahren auf  das Flusskreuzfahrtschiff „Mekong Islands“  kamen, um Touristen auf komfortable Weise mit dem Boutique-Schiff des deutschen Reise-Veranstalters „Lernidee“ durch die einzigartige, unberührte Naturwelt in Laos‘ Süden zu schippern.

Besonders zum Ende der Trockenzeit im März/April sind die Kapitäne stark gefordert,  denn dann schauen hunderte Felskuppen  aus dem Wasser. Gefährlicher aber sind die, die ähnlich einem Eisberg nicht zu sehen sind. Doch die beiden Männer kennen den größten Strom Südostasiens  mit seinen Strudeln wie ihre Westentasche.

Buntes Treiben in den Markthallen von Pakse

Buntes Treiben in den Markthallen von Pakse.

Land der eine Million Elefanten

Wir sind in der Provinzhauptstadt Pakse an Bord gegangen und  flussabwärts in Richtung 4000 Inseln unterwegs. Der Weg auf dem Wasser ist in Lane Xang, dem „Land der eine Million Elefanten“ wie Laos bis 1975 hieß, der bequemste, um die Demokratische Volksrepublik zu erkunden. Zwar gibt es die Nationalstraße 13, die von der südchinesischen  Grenze bis nach Kambodscha führt, doch die ähnelt oft einer Schotterpiste. 300 Kilometer in zehn Stunden sind normal. Autofahren ist gefährlich, und Busse sind nicht zuverlässig. Eine Eisenbahn gibt es nicht.

Erstes Ziel unserer Entdeckungsreise in Richtung Süden ist Champasak, früher Sitz der Könige. Nach einem ausgiebigen Frühstück an Deck der „Mekong Islands“, die für sechs Tage unser Zuhause ist,  warten dort zwei große Tuk Tuks, um uns zu den Ruinen des Wat Phu zu bringen (Wat = Tempel).

Tempelanlage Wat Phu

Ein Erbe der Khmer aus dem 8. bis 13. Jahrhundert: Die Tempelanlage Wat Phu wurde als Shiva-Heiligtum gebaut, die Buddha-Figuren kamen erst später dazu.

Schon von weitem ist der 1200 Meter hohe Lingaparvat-Berg zu sehen. Die Tempelanlage am Fuße der Erhebung ist ein Relikt des großen Khmer-Reiches, aus dem 8. bis 13. Jahrhundert und älter als die in Angkor. Seit 2001 gehört die ursprünglich als Shiva-Heiligtum gebaute Anlage zum Weltkulturerbe der Unesco. Die Buddha-Figuren sind erst in späteren Zeiten hinzugekommen.

Am Ende eines Prozessionsweges führt  eine steile  Sandsteintreppe mit über 100 Stufen hinauf in ein kleines Hauptheiligtum. Schöne hinduistische Reliefarbeiten mit den berühmten Khmer-Apsaras (himmlische Tänzerinnen) und mythologischen Darstellungen machen die Anstrengungen des   Aufstiegs schnell vergessen.

Wasserfall Laos Mekong

Die Khon-Wasserfälle sind die wasserreichsten Asiens: Die Expedition der Franzosen scheiterte dort.

Kolonialherren scheitern an Wasserfällen

Am nächsten Morgen fahren wir mit der „Mekong Islands“ weiter Richtung kambodschanische Grenze. Schon bald ist der Wasserstand so niedrig, dass wir auf zwei kleine traditionelle laotische Boote umsteigen müssen, um ins Herz der 4000 Inseln zu gelangen, dort wo der Mekong 14 Kilometer breit wird. Zwei davon besichtigen wir: Don Khone und Don Det.

Auf Don Khone erinnern die Eisenbahnbrücke und die dazu gehörende verrostete Lokomotive an die Mekong-Expedition der französischen Kolonialherren (1866-1868). Eigentlich hatten die Franzosen den Mekong als Transportweg von Südchina bis zum Delta in Vietnam nutzen wollen, doch an den tosenden Wasserfällen Li Phi und Khone Pha Phaeng zerplatzten ihre Träume wie Luftballons. Der Versuch, Schiffe per Eisenbahn über Land zu transportieren, scheiterte ebenfalls.

Die Wasserfälle verhindern auch unsere Weiterfahrt, wir müssen zurück. Mit dem Tuk Tuk fahren wir zum Elefantencamp in Kiet Ngong, einem Dorf der Tieflandlaoten. Die Bewohner feiern gerade ein Richtfest, und mit diesem unvergleichlichen  laotischen Lächeln laden sie uns zum Mitfeiern, Tanzen und Trinken ein. Lao-Lao heißt das  Nationalgetränk, ein Reisschnaps, echt lecker!

Zum Barbecue am Abschiedsabend legt Kapitän Si Keo mit der „Mekong Islands“ an einer Sandbank an. Ein friedliches Postkarten-Idyll: Die knallrote Sonne versinkt hinter den Bäumen, während die Fischer auf dem Fluss ihre Netze einholen. Noch scheint die Welt in Ordnung zu sein …

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Hinweis: Diese Reise wurde unterstützt von „Lernidee“.

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Mein Tauch-Comeback auf den Malediven

Wann war ich das letzte Mal richtig tauchen? Das ist schon eine Ewigkeit her und wo, wenn nicht auf den Malediven, sollte man sein Tauchcomeback starten? Gesagt, getan! Rauf aufs Boot, rein in die Klamotten und ab ins Wasser…

Wann war ich das letzte Mal richtig tauchen? Das ist schon eine Ewigkeit her und wo, wenn nicht auf den Malediven, sollte man sein Tauchcomeback starten? Gesagt, getan! Rauf aufs Boot, rein in die Klamotten und ab ins Wasser…

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Mein Tauch-Comeback auf den Malediven. Gleich geht’s los…

Ich weiß gar nicht mehr, wie lange es wirklich her ist, als ich das letzte Mal die Unterwasserwelt eroberte. Meinen PADI-Tauchschein habe ich schon 1998 bei Armin Lutz in Neukirchen gemacht. Ganz vorschriftsmäßig mit Kursen, Tauchgängen im See und in der Ostsee. Trotzdem hatte ich ein mulmiges Gefühl, nach so vielen Jahren wieder den Neoprenanzug und das Jacket überzuziehen und ins Wasser zu springen. Allerdings kann ich mich noch sehr gut an das Gefühl erinnern, als ich das erste Mal unter Wasser atmen sollte. Doch Tauchen ist fast wie Fahrrad fahren. Offensichtlich verlernt man das nicht so schnell.

Thomas von „Dive & Sail“ war mein Tauchlehrer hier im Atmosphere Kanifushi. Er erklärte mir nochmal die Begriffe und zeigte mir, wie das Jacket und die Sauerstoffflasche präpariert wird. So langsam kamen dabei meine Erinnerungen scheibchenweise wieder zurück.

Der Sprung vom Boot ins 28 Grad warme Wasser fiel selbst mir ziemlich leicht und so hieß es, Luft aus dem Jacket und runter ins türkisfarbene Wasser. Die ersten Minuten hatte ich damit zu tun, meine Kamera einzustellen und verpasste doch tatsächlich den kleinen Hai, der um uns herumschwamm. Blöd… Ansonsten ist das Schweben im Wasser einfach nur toll. Wie in der Schwerelosigkeit gleitet man in absoluter Ruhe durchs Meer und beobachtet die Unterwasserwelt.

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Thomas von „Dive & Sail“ beim Briefing der Taucher.

Das Riff, an dem wir getaucht sind, war spektakulär. Von rund 10 Metern Tiefe ging es steil bergab auf knapp 50 Meter. Der Anblick war super. Wir sind an der Riffkante bis auf 20 Meter runter getaucht. Viele Fische waren zu sehen. Sogar ein Manta-Rochen schwamm an uns vorbei. Nach 37 Minuten hieß es dann leider wieder: Daumen hoch. Unter Wasser bedeutet das: Wir tauchen auf. Nach einem 3-minütigem Zwischenstopp bei 5 Metern Wassertiefe musste ich das Jacket voll Luft blasen und wie eine Boje trieb ich wieder an die Wasseroberfläche. Mein Comeback war gelungen und die Lust zum Tauchen wieder entdeckt. Danke Malediven…

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Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung

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