Anleitung zum Kentern: Kajak ins Wasser, rein setzen, mit dem Paddel vom Steg abstoßen, blöd gucken und klitschnass ganz schnell aus dem kalten Wasser wieder rauf auf den Steg krabbeln. Genau das ist mir auf unserer Kajaktour über die Warnow in Mecklenburg-Vorpommern passiert. Ausgerechnet mir. Und auch doof, dass 20 – nicht mehr ganz nüchterne – Kanufahrer auf der Brücke standen und sich das Spektakel angesehen und entsprechend fachmännisch kommentiert haben.

Genauso war der Start unserer Wochenend-Kajaktour, die für mich nicht hätte besser beginnen können. Nachdem ich mich komplett neu angezogen hatte und wir das Wasser aus dem Kajak geschüttet hatten, ging unsere Route von Zaschendorf über Weitendorf durch das Warnow-Durchbruchstal nach Eickhof endlich los, denn meine Familie und ich bleiben gerne gemeinsam #inBewegung!

Landschaft der Warnow

Landschaft der Warnow

Die Warnow schlängelt sich von der Quelle in Grebbin rund 155 Kilometer durch Mecklenburg-Vorpommern und mündet bei Warnemünde in der Ostsee. Dazwischen liegt viel unberührte Natur. Der Fluss ist inzwischen bei vielen Wasserwanderern sehr beliebt. Das liegt vor allem an dem Warnow-Durchbruchstal, das auch für geübte Kajakfahrer mit einigen Stromschnellen durchaus Herausforderungen bietet.

Einmal unfreiwillig ins Wasser reicht auf so einer Tour

Nachdem wir in Zaschendorf gestartet waren, paddelt man einige Zeit durch Wiesen und kann so sein Boot und den maximalen „Kippgrad“ besser kennen lernen. Nur zur Sicherheit. Einmal unfreiwillig ins Wasser reicht auf so einer Tour in der Regel aus. In der Nähe von Gustävel folgt dann die erste Generalprobe. Raus aus dem Kajak und umsetzen. Ein Wehr verhindert die Durchfahrt und bietet uns die erste Pause. Zeit zum Essen und zum Wäschetrocknen.

Erster Rastplatz und Zeit um Waesche zu trocknen

Erster Rastplatz und Zeit um meine nasse Wäsche zu trocknen.

Rund 50 Meter muss man die Boote dort tragen und dann – und das ist die Herausforderung – wieder ins Boot rein. Ich kann aber vorweg sagen, je länger man sich mit dem Kajak anfreundet, umso besser versteht man die „lange Schale“ und man versteht auch, warum sie sich manchmal einfach nur umdrehen will. Also beschränkt man sich auf die Bewegungen, die dem Boot keine Probleme machen.

Weiter geht’s wieder durch Wiesen und kleine Wälder. Wenn nicht gerade andere Kajakfahrer oder Wasserwanderer auf dem Fluss sind, sieht man keinen Menschen und man ist einfach nur in der Natur. In Alt Necheln an der Zwei-Männerbrücke sollte man auf jeden Fall eine längere Pause machen und dem Gutshaus einen Besuch abstatten. Nicht nur, weil es ohnehin an der Zeit ist, mal einen warmen Kaffee zu trinken. Die jungen Inhaber haben das Haus sehr liebevoll saniert und ausgestattet. Kinder haben ausreichend Platz sich auszutoben und überhaupt ist dort die gesamte Atmosphäre sehr liebevoll und familiär.

Warnow: Zelt steht unwetter kommt

Unser Zelt steht und das Unwetter kommt.

Gestärkt, getrocknet und aufgewärmt geht es für uns weiter in Richtung Weitendorf. Dort ist die Hälfte der Strecke geschafft und bietet eine gute Möglichkeit, die erste Nacht auf dem Wasserwanderplatz zu verbringen. Dort kann man Zelten oder in kleinen Häusern übernachten. Die Anzahl der Häuser ist allerdings sehr begrenzt und man sollte sich dort vorher anmelden. Ein Tipp: In Weitendorf gibt es unmittelbar am Fluss ein großen Parkplatz, auf dem man sein Auto abstellen kann. Für uns war das eine gute Möglichkeit, Sachen zu tauschen und unser Zelt in den Kajaks zu verstauen.

Wir sind nach Weitendorf noch ein paar Stunden weiter gepaddelt und haben uns einen Platz auf einer Wiese gesucht, auf der wir unser Zelt aufbauen konnten. Dass wir gerade so alles aufbauen und verstauen konnten, bis ein Unwetter über uns zog, sei nur am Rande erwähnt. Auch eine Erfahrung, bei Starkregen und Gewitter im Zelt zu liegen. Aber unser Zelt blieb trocken und nach zwei Stunden Blitz und Donner war es auch vorbei mit dem schlechten Wetter.

Das Warnowdruchbruchtal_1

Das Warnowdruchbruchtal bietet unberührte Natur.

Das Warnowdruchbruchtal_2

Hier beginnt das Warnowdurchbruchtal.

Kurz nach Sonnenaufgang sind wir aufgewacht. Nach dem Frühstück ging’s weiter auf die eigentlich schönste Strecke der gesamten Tour. Das Warnow-Durchbruchtal ist ein längeres, unberührtes Waldstück, das unglaublich schön ist. Gerade, wenn man früh morgens ganz alleine über das Wasser gleitet, die Sonne scheint und der Nebel über das Wasser zieht. Auf der Strecke warten Stromschnellen und zahlreiche Stein- und Baumhindernisse auf uns, die wir aber alle problemlos meistern. Wie eine Schlange schlängelt sich der Fluss durch die wirklich unberührte Natur, durch Wälder, vorbei an Wiesen und vorbei an sehr hohen Steilhängen bis wir letztlich die Endstation Eickhof, unmittelbar an den Stromschnellen erreichen. Wer weiter in Richtung Ostsee will, kann hier sein Zelt auf dem Wasserwanderrastplatz aufschlagen.

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Stromschnelle bei Eickhof

Stromschnellen an der Endstation Eickhof. Wer wil, kann von hier aus weiter in Richtung Ostsee paddeln.

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