Kategorie: Kenia

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Safari-Abenteuer in der Masai Mara

Mit einem Massai als Guide die „Big Migration“ zu erleben, ist schon etwas Besonderes. Drei Millionen Tiere wandern jährlich von der Serengeti in Tansania nach Kenia in die Masai Mara…

Mit einem Massai als Guide die „Big Migration“ zu erleben, ist schon etwas Besonderes. Drei Millionen Tiere wandern jährlich von der Serengeti in Tansania nach Kenia in die Masai Mara und zurück. Breitengrad53-Autorin Liane Ehlers war beim großen Tiertreck dabei und fühlte sich wie Tanja Blixen (Meryl Streep) im Oscar-prämierten Film „Jenseits von Afrika“.

Wer kratzt da an meiner Balkontür im ersten Stock, morgens um 6 Uhr? Eine Affenmutter mit Kind hat es sich auf dem Geländer gemütlich gemacht und lässt mich bei der Morgentoilette nicht aus den Augen. Die beiden hoffen wohl auf eine Banane aus dem Obstkorb in meinem Zimmer im “Neptune Palm Beach Resort & Spa” am Diani Beach in Ukunda. Das Füttern ist streng verboten, doch viele Gäste der stilvollen Anlage im Swahili-Baustil mit Bungalows und Reetdächern, direkt am weißen Korallensandstrand, halten sich nicht daran. Die Balkontür sollte man in diesem Moment besser nicht öffnen, sonst könnten die Affen das Zimmer erobern.

Es ist ein Tag wie gemalt: der Himmel blau, das Wasser türkisfarben und warm. Hohe Palmen wiegen sich leicht im Wind. Kenia ist ein Paradies für Badeurlaub und Safaris. Am Vortag sind wir mit Condor in Mombasa gelandet – ein 2,5 Millionen-Moloch auf einer Insel. Täglich müssen vom Festland tausende Fahrzeuge und 250.000 Menschen mit vier Fähren übersetzen, um zur Arbeit oder zum Flughafen zu gelangen. 2017 soll die von den Chinesen gebaut Brücke endlich fertig werden, die Afrikas zweitgrößte Hafenstadt Mombasa und den Flughafen mit dem kenianischen Festland verbindet. Auch sonst engagieren sich die Chinesen stark in Kenia. Sie bauen auch die neue Eisenbahnstrecke von Mombasa in die Hauptstadt Nairobi.

Mountainbike-Tour durch Dörfer

„Jambo“ („Hallo“ auf Swahili), schallt es uns freundlich  entgegen.  Auf der Straße,  im Hotel und während der Mountainbike-Tour, die wir unter Leitung von zwei Guides und dem Manager Masha Kantana (im Begleitauto) unternehmen – ganz nah dran an Natur und Mensch. Seit sechs Jahren fördert die Regierung das Projekt, das Touristen den kenianischen Alltag näher bringen soll. Dazu gehören auch der Besuch einer Schule, in der die Kinder uns stolz das Erlernte vorführen, sowie ein Abstecher ins Dorf Mwamanga, wo uns der Medizinmann ausgiebig die Wirkung der zahlreichen Heilkräuter erklärt.

Artenreiche Tierwelt

Das große Safari-Abenteuer beginnt am nächsten Morgen mit dem Flug in die Masai Mara, die Zwillingsschwester der Serengeti in Tansania, nur durch den Mara-River getrennt. Wie mit dem Lineal auf der Landkarte haben die englischen Kolonialherren – etwa 20 Kilometer südwestlich vom Mara-Fluss – eine Grenze gezogen und so die Serengeti in einen tansanischen und einen kenianischen Bereich (die Mara) unterteilt. Den fast drei Millionen wilden Tieren ist das bei ihrer „Big Migration“, der großen Wanderung von Ende Juni bis Oktober, in die eine wie in die andere Richtung egal. Sie folgen ihrem Instinkt, gehen dorthin, wo das Gras grünt und der Regen fällt. Über 2.900 Kilometer führt die Suche nach Nahrung jedes Jahr. Immer müssen sie durch den Mara-River mit seinen beschwerlichen, steilen Ufern, in dem riesige Krokodile auf ihre Beute warten.

Raubtiere warten am Mara-River

Die gefährliche Reise beginnt in Tansania im Süden der Serengeti, nachdem zwischen Januar und März eine halbe Million Kälber geboren wurden. Wenn im Mai die Regenzeit endet, machen sich 1,5 Millionen Gnus, begleitet von 200.000 Zebras und 500.000 Gazellen sowie vielen anderen Tieren, auf den Weg nach Norden. Oft sind es die Zebras, die voran gehen. Die Mara ist besonders reich an Löwen, aber auch für andere Großkatzen sind die Tiere am Mara-River eine leichte Beute. Im Oktober kehren die Herden nach Tansania zurück.

Es ist ein großartiges Schauspiel, das jedes Jahr vor allem amerikanische Touristen anzieht, und wir dürfen es miterleben. Aber auch immer mehr Deutsche finden wieder den Weg nach Kenia, wie Thomas-Cook-Manager Roland Junker erklärt. Innere Unruhen, Dürre, Hungerkrisen und Ebola, „das von Kenia genauso weit weg war wie von Europa“, so Junker, hatten in den vergangen Jahren zu Einbrüchen im Kenia-Tourismus geführt. „Jetzt erholt sich das Land“, sagt der Afrika-Spezialist.

Kein Schnee am Kilimandscharo

Elf Passagiere und zwei Piloten nimmt die kleine Cessna auf. In meinen Ohren dröhnt der Lärm der Motoren. Gleich hebt der kleine Flieger ab, in zwei Stunden werde ich die Masai Mara aus der Vogelperspektive sehen. Der Flug führt vorbei am Kilimandscharo, auf dem trotz des afrikanischen Winters fast kein Schnee liegt. Am Flughafen Mara Nord, mit seiner unbetonierten Natur-Landebahn und einer halboffenen Bretterbude als Unterstand, wartet unser Guide Daniel (33) mit dem Toyota Land Cruiser auf uns.

Unterwegs mit einem Massai

Der große Massai begrüßt uns mit einem fröhlichen „Jambo, Jambo“. Mit dem permanenten Allradantrieb und dem Multi-Terrain-Management-System ist ein Geländewagen auf Safaris in Afrika ein absolutes Muss. Schon auf der Fahrt zum Fünf-Sterne-„Neptune Mara Rianta Luxury Camp“  am Mara-River beginnt die erste Safari-Tour. Giraffen, Zebras, Antilopen, Gnus, Warzenschweine und ein großer weißer Adler, der gerade ein Impala-Baby gerissen hat und frisst, kreuzen an diesem Morgen unseren Weg. Daniels geschultes Auge entdeckt plötzlich in einem Busch einen Löwen, der Mittagsschlaf hält. Wir fahren um den Busch herum und können die Großkatze jetzt gut erkennen.

Anders als in der südlichen Mara, die in staatlichem Besitz ist, dürfen wir im nördlichen Teil, wo das Land den Massai gehört, auch offroad fahren. Daniel tut das oft und sehr geschickt – „Hakuna Matata“ (Keine Sorgen) hören wir immer wieder. So bringt er uns ganz nah an die Wildtiere heran, immer mit der optimalen Perspektive für Fotos: Ein Gepard-Muttertier, das ein Impala-Baby gerissen hat und leise, fast zärtlich seine beiden Jungen ruft, um mit ihnen die Beute zu teilen; ein Leopard, der eine Antilopen-Keule in drei Meter Höhe auf den Baum geschleppt hat, um dort seinen Fang in Ruhe genießen zu können, sowie eine Löwenfamilie, die sich nach dem großen Fressen ausruht.

Flusspferde beim Camp

Der junge Massai ist ein wissendender und sehr empathischer Mensch. Nie fühlen wir uns in der Nähe von Giraffen, Löwen, Elefanten, Leopard, Geparden oder Hyänen unsicher. Daniel ist in der Mara aufgewachsen und kennt sich bestens aus. Bis heute hütet der Massai in seiner Freizeit die Kuh- und Schafherden seiner Familie. Zwei Jahre hat er in Nairobi studiert, um dann in seine Heimat zurückzukehren und Safari-Touristen zu führen. Seit 13 Jahren macht Daniel das, seit sechs Jahren für das „Neptune Mara Rianta Luxury Camp“ am Mara-River. Auf Sichtweite haben dort rund 50 Flusspferde ihr Dauer-Domizil. Ihr lautes Grunzen wird uns Tag und Nacht begleiten. Mit dem Weckruf zur Frühsafari um 5.30 Uhr bringt Butler Elfas heiße Schokolade, Kaffee oder Tee ans Bett.




Antilope auf der Landebahn

Drei Tage Safari im Mara Nationalpark sind gefühlte drei Wochen. Der Satz „Ich hatte eine Farm in Afrika . . .“ hat eine ganz neue Dimension bekommen, und die Bilder vom Kino im Kopf sind von der Schönheit der Savannen-Landschaft und der unglaublich reichen Tierwelt weit übertroffen worden. Seit der Oscar-prämierte Film „Jenseits von Afrika“  1985 ein Millionenpublikum verzaubert hat, gehört  der 1500 Quadratkilometer große Nationalpark, der 1961 gegründet wurde, zu den Sehnsuchtszielen dieser Welt. Auf dem Flug fühle ich mich wie Karen Blixen (Meryl Streep) und Denys Finch Hatton (Robert Redford) bei ihrem Flug im Doppeldecker.

Nach einer letzten Früh-Safari soll uns die kleine Cessna am Flughafen abholen. Die Maschine muss im Landeanflug durchstarten. Ehe wir es begriffen haben, gibt Daniel mit dem Land Cruiser Vollgas, dass es staubt. Eine Antilope hat die Landebahn blockiert. Der junge Massai vertreibt sie, der zweite Landeanflug gelingt. Bis wir abgehoben haben, bleibt Daniel stehen und winkt, immer bereit, uns auch für einen weiteren Fall der Fälle zu beschützen, zumal eine Elefantenherde hinten am Waldrand lauert und die Landebahn beobachtet.

Reiseinformationen für Kenia in Kürze

Vorbereitungen: Wer nach Ostafrika fliegt, wird erkennen, dass Reservierungen und gutes Timing sehr wichtig für eine stressfreie Reise sind, egal ob Gruppen- oder Individualreise. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen will, ist in seiner Reichweite sehr eingeschränkt. Safaris sind so nicht möglich. Der Eintritt in die Nationalparks beträgt zwischen 80 und 100 Euro/Tag. Pauschalreisen haben in Kenia und Tansania ihre Berechtigung, denn Buschcamps brauchen ausreichend Vorlaufzeit für Einkäufe und Logistik.

Impfungen: Grundsätzlich sind bei Einreise aus der EU keine Schutzimpfungen vorgeschrieben. Ob ein Impfschutz angesagt ist, erfährt man bei Gesundheitsämtern und Tropeninstituten www.tropeninstitut.de

Anreise: Condor fliegt ab München nach Mombasa, Economy ab 349,99 Euro pro Strecke.

Veranstalter: z.B. mit Thomas Cook Signature, Kenia/Diani Beach, “Neptune Palm Beach Resort & Spa”, 4,5 Sterne, 1 Woche im Deluxe-Zimmer, All incl., inkl. Flug mit Condor, Rail & Fly 2. Klasse, Transfer und Reiseleitung p. P. ab 1246 Euro.

Safaris: Fly-in Neptune Mara Rianti Luxury Camp, 5 Sterne, 3 Tage/2 Nächte, All inclusiv, ab/bis Nairobi inkl. Flug in die Masai Mara, Transfer, Pirschfahrten, Nationalparkgebühren p.P. ab 1149 Euro (auch ab/bis Mombasa buchbar ab 1251 Euro). Preiswerter: Ab Mombasa 3 Tage/2 Übern. Kurzsafari mit Verpflegung lt. Programm mit dem Mini-Bus in den Nationalpark Tsavo Ost & Ngutuni, Eintritt in die Nationalparks, max. 7 Personen, ab 389,- Euro. www.thomascook.de

Reiseliteratur: Viele wertvolle Tipps gibt das Dumont-Reisehandbuch „Kenia-Tansania” von Daniela Eiletz-Kaube, Sabine Jorke, Steffi Kordy, 448 Seiten, 24,99 Euro.

Hinweis: Die Autorin wurde von Thomas Cook eingeladen

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