Sentosa? Bei vielen Europäern ist es ein noch wirklich unbeschriebenes Blatt. Egal ob Backpacker, Familienreisender oder Geschäftsmann – für einen Großteil der Reisenden in Richtung Asien, Australien oder Neuseeland liefert Singapur eine schöne Möglichkeit für einen Zwischenstopp. Genau dort befinden wir uns – genaugenommen auf der Insel Sentosa. Die kleine Perle im Schatten der Skyline von Singapur. Nach unserem beeindruckenden Business-Class Flug mit Singapore Airlines, werden wir von einem sehr netten Guide am Flughafen begrüßt und zum Capella-Hotel Singapur gebracht.

Sentosa-Island  – Spielinsel von Singapur

Einst „Pulau Belakang Mati“: Die Insel der Toten. Erbaut, um den Hafen vor feindlichen Angriffen zu schützen, bis diese schlussendlich zu einer der angesagtesten Touristenattraktion von Singapur wurde. Für mich sind es die Gegensätze, die diesen Ort zu einem ganz besonderen Platz machen. Nachdem die Insel einst von der britischen Kolonie besetzt war, entschied sich Anfang der siebziger Jahre die singapurische Regierung dazu, die Insel mit dem Namen Sentosa, übersetzt „Ruhe und Frieden“, zu belegen und in ein Naherholungsgebiet umzuwandeln. Seither stellt die Insel ein Freizeitziel für die Bürger Singapurs da und es flossen bereits mehrere Milliarden Dollar in dieses Projekt. Heute deuten nur noch die kolonialen Bauten und ehemaligen Verteidigungsstellungen auf die bewegte Vergangenheit der Insel hin.

Tropischer Freizeitpark auf fünf Quadratkilometer

Wer Singapur kennt, weiß, es ist nicht das typische Asien oder gar mit Städten wie Bangkok oder Hongkong zu vergleichen. Gewiss hat die Vergangenheit das Land und die Menschen westlich geprägt – genau dies spiegelt sich auch auf Sentosa Island wider. Doch dies hat sich im Laufe der Jahre wieder normalisiert und heutzutage leben vier große asiatische Nationen in Singapur, von denen 76,8 Prozent Chinesen, 13,8 Prozent Malaien, 7,9 Prozent Inder sowie 1,4 anderer Nationen sind. Die Insel liegt etwa einen halben Kilometer südlich der Hauptinsel Pulau Ujong und lässt sich mit der Expressbahn, dem Auto oder der Seilbahn leicht erreichen. Sentosa Island zählt 2005 das erste Mal über fünf Millionen Besucher. Eine sehr angenehme Atmosphäre in Mitten eines Regenwaldfeelings, knüpft sich die Insel an die Stadtmauern der saubersten Stadt der Welt an.

Hotel Capella Singapur war Kasino des britischen Militärs

Wir wohnen im Hotel Capella Singapur, dessen Kern aus zwei restaurierten Kolonialbungalows entstand. Diese dienten in den 1880er Jahren als Kasinos des britischen Militärs. Die Nähe zum Stadtkern von Singapur, die perfekte Kombination zwischen Moderne und Vergangenheit, der zuverlässige Service und die atemberaubende Ruhe in Mitten der Bäume zeichnen das Capella Singapur aus. Eine Kombination aus Club-Urlaub und der Möglichkeit die Kultur und Stadt von Singapur kennenzulernen, machen das Resort zu einer attraktiven Anlaufstelle auf Sentosa Island. Die Anlage verfügt über ein 30 Hektar großes Arial und umfasst 112 individuelle Zimmer, Suiten, Villen und Herrenhäuser. Im hauseigenen Fitnessraum kann ich mich morgens auspowern, im Anschluss daran im Wellnessbereich eine von mehreren Massagen wählen oder einfach die Zeit an einem der drei Pools vergessen.

Dem Alltag entfliehen und der ganzen Familie etwas bieten.

Die Möglichkeiten seine Zeit auf Sentosa zu verbringen sind unglaublich vielfältig und ich habe das Gefühl in den drei Tagen nur einen Bruchteil der Insel gesehen zu haben. Wer möchte, kann in den spannenden Themenparks die Zeit verbringen, etwas über die Geschichte der Insel erfahren oder mit dem Nachwuchs die Vielzahl an Attraktionen besuchen.

Im Fort Siloso haben wir die Möglichkeit, mehr über die Gründung und die Vergangenheit zu erfahren. Da es ursprünglich zum Schutz des florierenden Hafens von Singapur diente, haben die Briten in den 1880er Jahren beschlossen, das Fort zu erbauen und zu bewaffnen. Der Blick in die Geschichte der Insel verrät mir, dass es mehr als nur eine Freizeitinsel ist.

Gerade für die jüngere Generation lassen die Vielzahl an Aktivitäten Kinderaugen leuchten. Die Insel ist sehr gut miteinander verknüpft und so ist es neben der Anreise vom Flughafen ebenfalls sehr unkompliziert, zwischen den verschiedenen Aktivitäten den Ort zu wechseln.

Dabei hängt es davon ab, ob man die Natur, Strände und die Regenwaldatmosphäre genießen möchte oder einen Tag voller Action sowie Erlebnisse bevorzugt. Den Blick von einer Aussichtsplattform, kleine Wanderwege erforschen, das Fort Siloso kennenlernen, Airbudy fliegen, den Mut für einen Bungy-jump nehmen, die Riesenschaukel testen, seltene Vogelarten erkunden und, und, und… Die Liste der Möglichkeiten scheint endlos.

Unseren letzten Abend lassen wir in der Gondel zwischen Sentosa und Singapur-Stadt ausklingen. Die sonst als Transfer dienende Seilbahn zum Erreichen der Insel bietet uns abends die Möglichkeit, ein filmreifes „Candlelight-Dinner“ zu genießen.
Dieser Abschluss spiegelt für mich noch einmal die Vielseitigkeit der Insel wider – Eine Gondel ist nicht nur eine Transportmöglichkeit, es ist im nächsten Moment auch ein romantischer Ort.

Sentosa – Wer bist du wirklich?

Am nächsten Morgen steigen wir in den Flieger und drei sehr intensive Tage neigen sich dem Ende. Ich versuche langsam zu reflektieren und kann mich nicht entscheiden, was Sentosa wirklich versucht zu sein.

„Es ist nicht mehr das alte Sentosa!“. Bevor ich die Reise antrete, lese ich viel über die Insel und stoße dabei immer wieder auf diesen Wortlaut. Da es für mich die erste Reise nach Sentosa war, kann ich diesen Vergleich mit der Vergangenheit nur sehr schwer nachvollziehen. In meinen Augen ist es ein unglaublich schönes Reiseziel für jemanden, der den Mix aus Erholung, Stadtnähe, Wärme und zahlreichen Aktivitäten mag. Ausgenommen das Klima macht einem keinen Strich durch die Rechnung, denn es ist wirklich das ganze Jahr über sehr warm. Primär für Fernreisende mit Kindern bietet dieses zurück gewonnene Fleckchen Erde umfangreiche Möglichkeiten.

Hinweis in eigener Sache: Die Reise für diesen Beitrag wurde zum Teil unterstützt von Veranstaltern, Hotels, Fluglinien und/oder Tourismus-Agenturen. Wir legen sehr großen Wert auf eine unabhängige und neutrale Berichterstattung, daher sind die Meinungen, Eindrücke und Erfahrungen der jeweiligen Autoren ihre eigenen.