Skischuhe – Ich frage mich jedes Mal, warum sich die Menschheit in diese engen Plastikschalen, in denen man keine Bewegungsfreiheit hat und einem die Füße wegen der unnormalen Haltung absterben, überhaupt reinquetscht? Die Antwort weiß ich, als ich den Kampf mit den Schnallen der Schuhe gewonnen habe: Schnee, Berge – zum ersten Mal überhaupt bin ich zum Skifahren in der Schweiz.

Als ich meine Reise in Kiel mit der Bahn starte, hätte ich auch im ICE sitzen bleiben können. Mein Ziel ist auch das Ziel des Zuges: Zürich. Ich steige allerdings in Hamburg aus der Bahn wieder aus und nehme den Flieger. Doch bis nach Interlaken im Berner Oberland fliegt die Lufthansa nicht und so steige ich in Zürich erneut in einen Zug und verbringe die restliche Zeit bis zum Zielort auf den Schienen.



Interlaken ist eine kleine Stadt (ca. 6.000 Einwohner) im Kanton Bern zwischen dem Thunersee und Brienzersee. Der Name kommt aus dem lateinischen «Inter Lacus», was soviel wie „zwischen den Seen“ bedeutet. Interlaken lebt vom Tourismus. Rund 6.000 Gästebetten und fast 60 Hotels sprechen da eine deutliche Sprache. Kein Wunder also, dass viele Hoteliers in der jetzigen Zeit von schwierigen Verhältnissen sprechen. Der Wegfall des Mindestkurses für den Schweizer Franken hat den Urlaub in der Schweiz für Gäste aus den Euro-Ländern noch teurer gemacht, als er ohnehin schon war.

Skifahren

Blauer Himmel in Interlaken. Im Hintergrund ist das Bergpanorama zu sehen. Hier ist ein Paradies zum Skifahren (Fotos: Jörg Baldin)

Deshalb will die Urlaubsregion im Berner Oberland mit noch mehr Qualität und Vielfalt beweisen, dass sich ein Urlaub in der Schweiz trotz der hohen Kosten auf jeden Fall lohnt. Ein gelungenes Beispiel dafür wurde mitten in der Stadt errichtet. „Ice Magic“ heißt eine Schlittschuhanlage, die mit mehreren Eisfeldern, einer Schlittschuh-Straße (400 m lang) und einer Anlage für Eisstockschießen für ein besonderes Schlittschuherlebnis sorgt. Und wer nach dem Schlittschuhlaufen hungrig wird, kann sich an einem der Markstände an der Bahn stärken oder im Iglu-Zelt zünftig zu Abend essen.

Ice Magic Interlaken

Eine richtig gute Schlittschuhanlage: Ice Magic.

Wer hier Skifahren will, kommt am Skibus nicht vorbei

Wer in Interlaken wohnt und skifahren möchte, der kommt am Skibus nicht vorbei. Die kostenlosen Busse fahren täglich zu den anliegenden Skiregionen. Urlauber sollten ihre Autos besser am Hotel stehen lassen, denn die Straßen bis zur Station der Bergbahnen haben es teilweise in sich. Ich fahre allerdings mit dem Zug zu meiner ersten Abfahrt. Von Interlaken geht’s nach Grindelwald zum Skigebiet „Kleine Scheidegg-Männlichen“. Hier wird mir zum ersten Mal bewusst, wo genau ich mich eigentlich befinde, denn die Zahnradbahn fährt an einem der berühmtesten Berge der Welt entlang, dem Eiger. Die Eigernordwand gehörte lange Zeit zu den schwierigsten Strecken der Welt. 52 Menschen starben insgesamt beim Versuch, die Wand zu durchsteigen. Einer der toten Bergsteiger wird noch immer vermisst. Doch nicht nur der Eiger bildet hier ein prächtiges Panorama, auch der Mönch und die Jungfrau liegen an diesem Skigebiet.

Grindelwald

Aus dem Zug in die Zahnradbahn. Wer ins Skigebit “Kleine Scheidegg-Männlichen” will, muss hier in die Zahnradbahn umsteigen.

Kleine Scheidegg

Nebel versperrt die Sicht auf den Eiger. Startpunkt für viele Skifahrer ist der Bahnhof “Kleine Scheidegg”.

Die Skipisten sind für alle Skifahrer – Anfänger oder Profi – geeignet. Einzig und alleine die Skilifte könnten komfortabler sein. Sitzheizungen oder Windschutz gibt es nicht, wären aber nützlich, weil der Wind gerne über die kahlen Schneefelder weht und man auf den teils langen Auffahrten schnell auskühlt. Aber die langen Wartezeiten an den Liften entfallen und die sehr gut präparierten Pisten und die Landschaft entschädigen dieses kleine Manko.

Fondue in allen Variationen

Nach dem langen Skitag geht’s abends ins Restaurant des „Hotel Alpenblick“ in Wilderswil. Auf dem Menu steht, wie sollte es für Schweiz Urlauber anders sein, Fondue. Was der Finne mit seiner Sauna, ist der Schweizer mit seinem Fondue. Alles was essbar ist, wird entweder in Brühe oder in Käse getunkt. Dazu gibt es ein leckeres Glas Rotwein und Brot. Für mich ist der Abend damit gerettet, denn ich mag das gemütliche Essen und lecker ist es auch…

Huette Axalp

Eine gemütliche Hütte an der Bergstation der Axalp.

Das Skigebiet am nächsten Tag ist wieder mit dem Bus zu erreichen. Heute geht’s auf einen richtigen Familienberg. Die Axalp oberhalb von Brienz verfügt über eine Sesselbahn und drei Schlepplifte und gehört mit rund 15 Pistenkilometern zu den kleineren Skigebieten im Berner Oberland. Auch diese Pisten sind hervorragend präpariert und mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden gespickt. Das kleine Skigebiet ist hervorragend für Familien geeignet. Zudem bietet der Berg einen atemberaubenden Blick auf den Brienzer See und die Brienz selbst. Wer zu Mittag zünftig essen gehen möchte, sollte ins „Restaurant Hilten“ einkehren, das etwas abseits der Pisten liegt aber mit Skiern gut erreicht werden kann.



Abends steht Kultur auf meinem Programm: Fußball-Kultur. Ich bin zu Besuch im „Hotel Belvédère“ in Spiez. Hier wurde der „Geist von Spiez“ geboren, denn die Fußball-Weltmeister von 1954 haben in diesem Haus gewohnt. Das „Wunder von Bern“ hat hier den Ursprung und deshalb erinnern viele Dinge an die Weltmeister von 1954. So auch einige Namen der Speisen, die das sehr gute Restaurant im Haus anbietet. Ich habe mich für „Der Ball ist rund und das Spiel dauert 90 Minuten“ entschieden. Auch dieses weltberühmte Zitat von Sepp Herberger soll hier im Hotel entstanden sein.

Bilderbuch Fußball-WM

Eine absolute Rarität: Ein Sammelalbum aus den 50er Jahren mit allen Bildern von der Weltmeisterelf.

Buchungen

Wer seinen Urlaub in der Schweiz über Reiseveranstalter gebucht hat, kann sich freuen. TUI zum Beispiel hat bis zum Ende der kommenden Sommersaison feste Preise mit den Hotels der Destinationen abgestimmt und fängt so Kurschwankungen ab. Dennoch empfiehlt Mario Köpers von TUI Deutschland: „Möglichst viele Nebenleistungen in die Buchung mit aufnehmen, denn die Nebenkosten werden teurer.“ Zudem bietet TUI eine Schneegarantie an, bei der bei Schneemangel kostenlos ein späterer Zeitraum oder ein anderes Urlaubsziel gebucht werden kann. Weitere Infos unter www.tui.com

Unterkunft

Das „Lindner Grand Hotel Beau Rivage“ in Interlaken liegt nur wenige Minuten vom Bahnhof entfernt und bietet neben großzügigen Zimmern vor allem eine gute Küche und einen großen Wellnessbereich mit Schwimmbad an. Das 5-Sterne-Grandhotel wurde 1874 erbaut. Weitere Infos unter www.lindnerhotels.ch

Hinweis: Der Autor wurde zu dieser Reise eingeladen.

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