Innehalten – das große Schild am Ortseingang von Tannheim wirkt wie ein Gebot in diesem versteckt-idyllisch „schönsten Hochtal Europas“. Für Großstädter ein wunderbares Memo für drei Tage Auszeit. Wo zart hellbraune Allgäukühe mit ihren großen Augen auf saftig grünen Wiesen weiden und auf den allerersten Blick verzaubern, wo die Luft so rein scheint wie in einem Sauerstofflabor, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen… genau auf diesem schönen Fleckchen Erde hat die Familie Gutheinz einen perfekten Ort zum Sein erschaffen: Das Alpine Lifestyle Hotel Jungbrunn.

In einer Zeit, die von unentwegtem Stress und Reizüberflutung geprägt ist, bleiben Mitteilen, Reagieren und Positionieren einfach mal draußen. Es ist totale Stille. Keine Ablenkung. Kein Straßenlärm. Nur das Zwitschern der Vögel, das Bimmeln der Kuhglocken, das Zirpen der Grillen. Ein tiefer Atemzug und man ist angekommen. Am Check-In begrüßt auch mal der Herr Direktor persönlich – in echten Krachledernen mit rosa-weiß kariertem Hemd und blankgeputzten Schuhen wirft mir Gottlieb Schmid ein zugewandt-freundliches „Grüß Gott“ zu und ich fühle mich sofort aufgenommen in der Jungbrunn-Familie.

Mit viel Herzblut und großer Offenheit für Innovation und stetiger Weiterentwicklung führen Ulrika und Markus Gutheinz mit Sohn Marcel das vom Lärm der Welt so ferne Familienhotel. Es ist wohl die Schwingung dieses besonderen Ortes, die Regeneration und Vitalisierung begünstigen. „Die Gesundheit des Gastes ist unsere Pflicht, vom Schlafen über das Essen bis hin zum Vital/Mentalprogramm. Es geht um well aging – gesund zu reifen“, sagt Spa-Managerin Christiane Werron-Schulz in angenehmer Selbstverständlichkeit und entführt mich in das 7000 qm Traum-Refugium, dessen Mittelpunkt die Lichtsäule zur sprudelnden Quelle ist. Ein Jungbrunnen aus frischem Felsquellwasser, das auch im Naturpool sanft plätschert. Vitalität für den Körper, Beruhigung für den Geist, Kraft für die Seele.

Wellnesshotel bietet Entgiftung und Entschleunigung

Wer im parkähnlichen Außenbereich den Blick in die alpine Umgebung schweifen lässt, spürt aufgrund der Weite des Tals und seiner Seen eine enorme Mystik. 28 Meter ragt der Haldensee in die Tiefe. „Nach dieser Tiefe sehen sich die Menschen, das ist der Kern unserer Zeit“, so die Spa-Managerin, die seit zehn Jahren mit Herz und Know-How die Weiterentwicklung des Hotels begleitet. „Was an Innovationen in der Welt geschieht, bringt die Familie mit nach Hause und prüft, ob sie diese unter ihrer Philosophie anbieten können.“ So entstand ein Therapie- und Anwendungskonzept aus Entgiftung, Entschleunigung, Rückenarbeit, Ayurveda und Well-Being.

Ich verordne mir drei Tage Entspannung und Verwöhnung. Kein Powersport, kein Ausdauertraining. Einfach mal loslassen. Yoga, Meditation, Qi Gong. Trainer Matthias gelingt es mit sanfter Stimme, die Herzen zu berühren, Christiane Werron-Schulz stellt mit liebevollem Kennerblick individuell zugeschnittene Wellness-Anwendungen zusammen. Die angespannte Großstadtfrau mit Hang zum Perfektionismus wird sogleich erkannt. Die Therapie beginnt mit einer Ganzkörper-Ayurveda-Ölmassage unter den Zauberhänden von Gabriele. Ein tiefes Wohlbefinden wird geschenkt, klärende und reinigende Impulse werden gesetzt. Was folgt, ist eine schlaflose Nacht. „Das ist ganz normal, sorge dich nicht“, werde ich am Morgen danach beruhigt. Mein Frühstück ist ein bunter Teller mit frischem Obst und ein Liter warmes Quellwasser.

Im Spa ist es kuschelig warm, das Zirbenholz beruhigt, die emporsteigenden Düfte betören alle Sinne. Mich erwartet „Detox – Osmo Thermie“- ein Ganzkörperpeeling mit wertvollen Salzen, ein Dufterlebnis aus Früchten und Gewürzen, das eine babyzarte Haut hinterlässt. Am Nachmittag schlafe ich auf dem Bett ein. Ist Wellness so anstrengend? Eher entschleunigend! Am dritten Tag sollen Radiofrequenzwellen die Fettverbrennung stimulieren, ganzheitlich den Stoffwechsel anregen, Entgiftungsprozesse begünstigen. Schlackstoffe werden über eine Lymphdrainage abtransportiert. Im Solebad genieße ich die vollkommene Ruhe, das warme Salz unter meinem Rücken.

Menschen für eigenes Körpergefühl sensibilisieren

Ein Gefühl der Freiheit, im kuscheligen Bademantel mittags auf der Terrasse die vitale Brotzeit einzunehmen. Vorfreude auf den Nachmittag: „Quell der Erneuerung“ heißt die dreidimensionale Fruchtsäure-Gesichtsbehandlung, bei der Hornzellen sanft abgeschliffen werden, das Gesicht wirkt frisch und rosig. Lichtschutzfaktor 50 ist ab sofort ein Muss für den Sommer. Später folgt die „transdermale Applikation“: Hochkarätige Wirkstoffe wie Hyaloronsäure, Vitamine und Spurenelemente, die der Zellstoffwechsel der Haut braucht, werden mit Sauerstoffdruck in die Gesichtshaut geschossen. Es prickelt auch Stunden später noch wie ein zarter Sommerwind auf der Haut. „Es wird immer wichtiger, die Menschen aus ihrem Drehmoment herauszunehmen und zu sensibilisieren für das eigene Körpergefühl“, so die Spa-Managerin.

Wer sich neben den rund 50 Aktiv- und Entspannungsprogrammen pro Woche nach mehr Bewegung sehnt, kann die 300 km Wanderwege  des Tannheimer Tales erkunden. Wer aber seine kleine Auszeit optimal nutzen möchte, der tankt rund um die Uhr im Jungbrunn auf. Und genießt einfach mal das Sein.


Weitere Reiseinformationen

Hotel Jungbrunn, das Alpine Lifestyle Hotel, Oberhöfen 25, A-6675 Tannheim-Tirol,
Tel.: 0043 5675 6248, E-Mail: [email protected], Website: www.jungbrunn.at.

Die Zimmer sind individuell, traditionell, modern eingerichtet, 16 bis 97 qm groß, haben alle kostenfreies W-LAN. Es gibt 55 Doppelzimmer, 14 Suiten,10 Appartements. Naturmaterialien wie Zirbenholz, Schiefer, Filz geben den Zimmern eine urige, gemütliche Atmosphäre. Ausstattung: Flatscreen, Wasserkocher, Lesecouches, Minibar. Zimmerkategorien von „Alpenglück“ bis „Schwalbennest“. In den Suiten Schminktisch, Kamin, Wasserfalldusche und/oder begehbarer Kleiderschrank. Im Juli komplementieren die „Abendrot“-Juniorsuiten das Angebot von Bergfeuer-, Herzblut- oder Landlebensuiten.

DZ ab 270 Euro (bei 8 Übernachtungen), Suiten ab 350 Euro, Appartments ab 320 Euro, inklusive reichhaltigem Frühstücksbuffet, vitaler Brotzeit, Sechs-Gang-Dinner und Spa-Nutzung.

Arrangements inklusive Behandlungen
„Freundinnen Wohlfühltage“ (vier Übernachtungen) ab 945 Euro pro Person, „Männersache“ (drei Übernachtungen) ab 651 Euro pro Person, „Zeit zu Zweit“ für Verliebte, Verlobte, Verheiratete (drei Übernachtungen) ab 1.182 Euro für zwei Personen.

[tab title=SPA]Eine 7.000 qm Erlebniswelt mit Outdoor-Erdsauna, Solegrotte, Tepidarium, Dampfkamillengrotte, Badebiotop, Quellteich, Wasserfall, 20 m Außenpool, Whirlpool mit Magnesiumsole, beheiztem Solebad uvm.

Im stylish eingerichteten Hotelrestaurant „Kulinarium“ mit Panoramablick in die Bergwelt, zaubert Küchenchef Michael Schranzhofer jeden Abend sechs genussvolle Gänge auf die Teller – ob Fisch oder Fleisch, regional, vital oder vegetarisch. Mit großer Liebe zum Detail vereint der einst jüngste Küchenmeister Österreichs Qualität mit Kreativität, Frische mit Regionalität. Einmal wöchentlich: Dessertbuffet und internationales Schlemmerbuffet.

Im traditionell-urigen Wirtshaus „Was Guats vom Berg“ feiert das Haus – kosmopolitisch pointiert – seine Liebe zur bodenständigen Tiroler Küche. Man wählt à la carte in der 300 Jahre alten Stube, die aus alten Bauernhäusern aus- und hier wieder aufgebaut wurde. Unbedingt den Kaiserschmarrn von Stüberl-Küchenchefin Ingrid kosten – ein Gedicht! Landhausabend für Hausgäste 21 Euro, für externe Gäste 43 Euro.

Hinweis: Die Reise erfolgte auf Einladung!

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