Da stehe ich nun um 23.35 Uhr auf dem Bahnhof in Neumünster in Schleswig-Holstein. Einige Reisende haben sich – wie ich – hierher verirrt und warten auf den CityNightLine, dem Nachtzug der Deutschen Bahn. Mein Ziel ist Prag in Tschechien, mein Bett im Zug ist der Schlafplatz mit der Nummer 21.

Kurz vor Mitternacht rollt der CityNightLine mit der Nummer CNL 50473 im Bahnhof in Neumünster ein. Die Fahrt nach Prag kann starten. Schnell hab ich meinen Waggon mit der Nummer 161 und meinen Schlafplatz 21 gefunden. Auf den ersten Blick: Nichts für Menschen mit Platzangst, aber zum Schlafen reicht es allemal. Schaffner Petr erklärt mir kurz die Funktionen der Türkarte, die nicht nur für mein Abteil gilt, sondern auch für die Dusche und die Toilette. Überhaupt macht der Zug auf mich einen modernen Eindruck. Keine Spur von den alten Schlafwaggons, die ich als Jugendlicher mal kennengelernt habe.

Gegen halb eins liege ich endlich im Bett. Die Liege fühlt sich an wie ein gepolsterter OP-Tisch und mit meiner Körperlänge von 192 Zentimetern stoße ich an die Kapazitätsgrenzen des Abteils, aber ich finde es dennoch relativ bequem und bin froh endlich zu liegen. Mein Körper muss sich jedoch erst mal an die schwankenden Bewegungen anfreunden und so gegen ein Uhr falle ich in einen leichten Dämmerungsschlaf, der allerdings nur von kurzer Dauer ist. Da mein Körper zu müde ist, um aus dem Fenster zu schauen, gehe ich davon aus, dass wir Hamburg erreicht haben und über Weichen fahren, um an den richtigen Bahnsteig zu kommen.

Der CityNightLine ruckelt und wackelt

Um 02:43 Uhr wache ich erneut auf, weil es wieder heftig wackelt und poltert. Mein Nachbar im Nebenraum muss einen tieferen Schlaf haben, denn er wacht weder von seinem eigenen Schnarchen noch von dem rangieren der Waggons auf. Es gibt Momente im Leben, da bin ich wirklich neidisch auf schnarchende Männer. Jetzt riskiere ich einen Blick aus dem Fenster und erblicke unseren momentanen Standort: „Hannover Hbf“

Keine zwei Stunden später bin ich wieder wach, wieder aufgewacht vom rütteln und rangieren der Waggons, die offensichtlich erneut an einen anderen Zug gehängt werden. Diesmal ist es in Berlin und was macht mein Nachbar? Schläft und schnarcht.

Gegen kurz vor 7 Uhr ist bei mir die Nacht zu Ende. Ich klappe das Bett an die Wand und die Sitzbank hoch, so dass ich jetzt bequem den Rest der Fahrt sitzend aus dem Fenster sehen kann. Wir erreichen den Hauptbahnhof von Dresden. Von hier aus schlängelt sich der Zug jetzt entlang der Elbe in Richtung Tschechische Grenze, die wir exakt um 07:46 Uhr überqueren.

Der Schaffner kommt mit dem Frühstück

Petr kommt mit dem Frühstück und einer schönen Tasse Kaffee angerauscht, und ich kann mich jetzt ganz entspannt zurück lehnen und die letzten Kilometer bis nach Prag genießen.

Um 09.26 Uhr erreichen wir Prag und mein erster Teil der Reise ist damit beendet. Jetzt folgt eine ausführliche Stadtbesichtigung der wunderschönen Stadt und morgen Abend geht es um 18:29 Uhr wieder mit dem City Nightline zurück nach Neumünster.

Die Fahrt mit dem CityNightLine ist sicher kein großes Abenteuer, aber eine abwechslungsreiche Alternative zur Fahrt mit dem Auto oder mit einem normalen Zug. Mal abgesehen davon, dass leichte Schläfer wie ich eher nicht so gut schlafen, kommt man dennoch relativ erholt am Ziel an. Wer dann noch so einen festen Schlaf hat, wie mein schnarchender Nachbar von nebenan, muss sich keine großen Sorgen machen.

Videos von der Reise mit dem CityNightLine

Die Prager Burg und der lange Aufstieg

Prag und die Idee mit dem alten Aquarium

Das

Herzlichen Dank an Wilde & Partner, Deutsche Bahn und Tschechische Zentrale für Tourismus, die mich auf diese Reise eingeladen haben.